publiziert: 27.01.2012 16:35 Uhr
aktualisiert: 27.01.2012 16:43 Uhr
» zur Übersicht Kitzingen
    
    
Artikel
 
    
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text KITZINGEN
Facebook und seine Fußball-Folgen

Warum der Wechsel von SSV-Trainer Wolfgang Schneider zu den Bayern bekannt wurde
  • SSV-Chef mit Bayern-Vergangenheit: Mathias Rumpel.
    Foto: A. STöckinger
Bild von

Die Nachricht sickerte früher nach außen, als sie im Zeitplan der Beteiligten eigentlich vorgesehen war. Vergangenen Montag wurden bei einem Treffen der Verantwortlichen von Bayern Kitzingen mit dem für die Saison 2012/2013 geplanten Trainerduo Wolfgang Schneider/Thorsten Götzelmann Nägel mit Köpfen gemacht. Ende dieser Woche wollten beide Vereine ihre Aktiven informieren, doch das Internet durchkreuzte den Plan.

Die Gerüchteküche, vor allem über das Netzwerk Facebook, brodelte von Montagabend an dermaßen, dass der SSV Kitzingen seine Spieler bereits kurzfristig am Dienstagabend zur Besprechung einlud. Die offizielle Mitteilung zu der Neubesetzung der Trainerstelle erreichte unsere Redaktion dann am Donnerstag früh. Auf dem ersten Blick erschien es für viele überraschend, dass Wolfgang Schneider dem Lokalrivalen vom Bleichwasen seine Zusage gegeben hat. „Sportlich ist es nachvollziehbar. Wir hatten gehofft, dass wir ihn halten können. Es hat leider nicht sollen sein“, kommentierte SSV-Vorsitzender Mathias Rumpel die Situation.

Rumpel und Schneider waren noch vergangenes Wochenende gemeinsam beim Skifahren. Beide pflegen ein gutes Verhältnis, daran werde sich auch nichts ändern, meinte der Siedler-Chef. Alles sei korrekt über die Bühne gegangen. „Wolfgang hat von Anfang an mit offenen Karten gespielt. Er hat uns bereits vor der Winterpause mitgeteilt, dass er nicht sicher sei, ob er seinen Vertrag verlängern werde.“

Keine leichte Entscheidung sei es für ihn gewesen, seine Tätigkeit im Sommer bei den Siedlern nach dann sechs Jahren dort zu beenden, gibt der 50-jährige Sportlehrer Schneider zu. Zunächst trainierte er in Kitzingen den Nachwuchs, von der Rückrunde 2009 an übernahm der Stadtschwarzacher schließlich die erste Garnitur. Zur Winterpause habe er sogar in Erwägung gezogen, ein komplettes Jahr Pause als Fußballtrainer einzulegen. Beruflich habe er viel um die Ohren, zuletzt bildete er wieder Lehrer für Schul-Skikurse aus. Dazu komme, dass er durch das zusätzliche Training seines Sohnes im DFB-Stützpunkt in Randersacker einen weiteren fixen Termin in der Woche habe.

Als um die Weihnachtszeit die Anfrage der Kitzinger Bayern bei ihm eintraf, zögerte Wolfgang Schneider. „Mein Einwand war, dass ich mir es nicht vorstellen kann, alleine eine Landesliga-Mannschaft zu trainieren, aufgrund meiner anderen Verpflichtungen.“ Der von vielen Seiten als Nachfolger von Bayern-Trainer Thomas Latteier gehandelte Co-Trainer Thorsten Götzelmann hatte dem Verein ebenso mitgeteilt, dass er das Traineramt aus beruflichen Gründen nicht alleine übernehmen könne.

Also zählten die Bayern-Verantwortlichen quasi eins und eins zusammen. Beide, Götzelmann und Schneider, trafen sich zu einem ersten Gespräch und tauschten ihre fußballerischen Ansichten aus. Dabei sei heraus gekommen, dass beide der Posten zwar reizen würde, sie aber Respekt vor der Belastung hätten. „Thorsten war sich genauso unsicher. Wir kannten uns beide persönlich nicht“, sagt Schneider.

Beim zweiten Gespräch, das einige Zeit später stattfand, sei bei beiden der Eindruck entstanden, dass eine Lösung als Trainer-Duo denkbar sei. Und wie soll das aussehen? „Wir haben noch keine Details geklärt. Ich gehe davon aus, dass Thorsten kein Spieler mehr sein wird, er wird aber sicher noch mittrainieren“, glaubt Schneider. Offiziell werde er der Chef sein. „Thorsten hat es in Prozent ausgedrückt. Er hat 49, ich 51 Prozent. Damit kann ich sehr gut leben.“

Die Sorge, dass Schneider auch den einen oder anderen Spieler vom SSV Kitzingen zum Lokalrivalen lotsen könnte, wurde auch beim SSV beraten. „Er wird von sich aus keinen Spieler von uns darauf ansprechen. Es ist für mich selbstverständlich, dass er es nicht macht“, stellt SSV-Vorsitzender Rumpel klar. Bei dem Punkt geht auch Schneider in die Defensive. „Es gibt keine Anzeichen. Ich werde sicher keine Spieler angehen.“ Der SSV werde seine personellen Fragen, was die Spieler für die kommende Runde betrifft, in Kürze klären.

Überhaupt sieht Schneider seinen Schritt nicht so dramatisch. Nach sechs Jahren in der Siedlung wolle er eben den nächsten Schritt tun. Die Mannschaft verliere ja nur einen Trainer. „Es gibt viele Trainer auf dem Markt. Ich hoffe, sie finden bald einen Nachfolger.“

Dazu würden bereits Gespräche geführt, teilte Vorstand Rumpel mit. „Wir haben unsere Fühler ausgestreckt.“ Wird ein Spielertrainer bevorzugt? „Da sind wir völlig offen“, versichert Mathias Rumpel, der früher selbst einige Zeit das Trikot der Kitzinger Bayern trug. Stefan Röser, wie von manchen vermutet, gehöre eher nicht zum Kandidatenkreis. Der Torwart kommt von Bayern Kitzingen und ist ab sofort für den SSV Kitzingen spielberechtigt.

Von unserem Mitarbeiter

Andreas Stöckinger

    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Ȇbersicht Sport

Weltfußballer

Madrid (dpa)
Barca holt Pokal zum Abschied von Trainer Guardiola

Die Fußballstars des FC Barcelona haben ihrem Trainer Josep Guardiola zum Abschied den Königspokal geschenkt. Der spanische Vizemeister gewann das Finale um die «Copa del Rey» in Madrid gegen Athletic Bilbao mit 3:0 (3:0) und holte sich damit einen weiteren Titel ab. »mehr
    
    

Madrid (dpa)
Barca holt Pokal zum Abschied von Trainer ...

Die Fußballstars des FC Barcelona haben ihrem Trainer Josep Guardiola zum Abschied den Königspokal geschenkt. »mehr
    
 
    

Frankfurt/Main (dpa)
Hertha will über möglichen Einspruch gegen ...

Hertha BSC hat sich einen möglichen Einspruch gegen das Urteil des DFB-Bundesgerichts zum Bundesliga- ... »mehr
    
 
    

Berlin (dpa)
Fortuna gegen Hertha - das unendliche ...

Ein Fußball-Spiel dauert 90 Minuten? Das Rückspiel um die Bundesliga-Relegation zwischen Fortuna Düsseldorf und ... »mehr
    
    

Rubriken

    
    
Anzeige
    
Anzeige
    

Handball-Extra 

Alles zur Saison 2011/2012
Teams,Fakten, Porträts: Alles zum Handball im Raum Kitzingen und Ochsenfurt. »mehr
    
    

Namen & Nachrichten 

Trainerwechsel, Spielerwechsel, Gerüchteküche
Welche Spieler oder Trainer sorgen für Gesprächsstoff? Hier erfahren Sie... »mehr
    
    

Sport-Tagebuch 

Wilhelm Roos
Der ganz persönliche Wochenrückblick: abhängig, parteiisch und völlig subjektiv. »mehr
    
    

Formel-1-Tipp 

F1-Experten gefragt
Geben Sie Ihren Tipp ab: Wer gewinnt die Formel-1? »mehr
    
    

Einwurf 

Kolumne
Unsere Reporter blicken humorvoll-kritisch auf das Sportgeschehen.  »mehr
    
    

Leserbriefe 

Schreiben Sie uns
Wenn Sie uns einen Leserbrief schreiben wollen, dann können Sie das direkt hier tun. »mehr
    
    

Sporttabellen 

Regionale Sporttabellen
Wie hat Ihr Lieblingsverein gespielt? Hier nachschauen. »mehr