aktualisiert: 09.09.2010 18:17 Uhr
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Kegeln
Held wechselt zum FC Bayern der Kegler
Fidelios Spitzenspieler wechselt zu Olympia Mörfelden
Weil alle bayerischen Kegelklassen von der Bayernliga abwärts bis zur Regionalliga ab der Saison 2011/2012 nur noch mit zehn statt bisher zwölf Mannschaften antreten werden, greift in der am Wochenende beginnenden Runde der verschärfte Abstieg. Zwischen drei und fünf Mannschaften – je nachdem, wie viele aus den übergeordneten Ligen absteigen – müssen die Regionalligen Ober-/Unterfranken verlassen. Das gilt für Männer und Frauen gleichermaßen. Zum Kandidatenkreis zählen dabei auch die drei ranghöchsten Kegelmannschaften unseres Raumes.
Marktbreits Frauen gehen unverändert in die Saison und hoffen, dass sie sich den Klassenverbleib für eine weitere Saison sichern können. Anja Obernöder ist sich sogar sicher, dass „wir es packen werden“. Ihre Zuversicht beruht zum einen auf der Klasse von Julia Schulz, der Gesamt-Schnittbesten der vergangenen Regionalliga-Saison. Zum anderen aber auch auf der größer gewordenen Konstanz der ganzen Mannschaft. Im August gelang sogar ein Testspielsieg beim Bayernligisten SG Siemens München-Ost, was dem Selbstvertrauen gut getan habe.
Im Gegensatz zu ihren Frauen erfahren die Marktbreiter Männer gravierende personelle Veränderungen. Weil fünf Germania-Kegler aus gesundheitlichen oder beruflichen Gründen keine 200 Kugeln mehr spielen können, muss die erste Mannschaft zur Hälfte neu formiert werden. Für Alfred Schramm, Roland Knieling, Andreas Heckel sowie die Ergänzungsspieler Andreas Hummel und Frank Wille rückt ein Nachwuchs-Quartett in die „erste Garnitur“, das nach Aussage von Sportleiter Alfred Schramm „richtig heiß“ auf die Regionalliga ist. Simon Hanselmann, Martin Hummel, Christian Rüth und Matthias Schramm hatten teilweise schon Einsätze in der ersten Mannschaft und dabei phasenweise ihr Talent erkennen lassen. „Natürlich ist es ein Unterschied, ob man – wie bisher – 100 oder nun 200 Kugeln schiebt. Sie sind aber trainingseifrig, haben praktisch ohne große Pause durchgespielt“, sagt Schramm, der dem Saisonziel Klassenverbleib durchaus optimistisch entgegen sieht.
Mindestens genauso schwer wie für Germania wird es für den Lokalrivalen Fidelio Mainfranken, sich erfolgreich gegen den drohenden Abstieg zu wehren. Schließlich hat die Mannschaft in Heiko Held ihren eifrigsten Punktesammler und die sportliche Lebensversicherung der letzten Jahre verloren. Der Schnittlisten-Beste der vergangenen Regionalliga-Saison hatte maßgeblichen Anteil an der sensationellen Vizemeisterschaft von Fidelio. Nachdem er in den zurückliegenden Jahren trotz Abwerbeversuchen höherklassiger Vereine seinem Verein stets die Treue gehalten hatte, konnte der seit Samstag 40-Jährige dem jüngsten Angebot nicht widerstehen. Schließlich kam es vom hessischen Bundesligisten Olympia Mörfelden. „Zu unserer Jugendzeit stellte dieser Verein die deutsche Kegel-Spitze dar, vergleichbar mit Bayern München im Fußball“, zeigt Fidelio-Vorsitzender Jens Kansy sogar Verständnis für Helds Entscheidung.
Der deutsche Meister der Jahre 1985 bis 1988, Europacup-Sieger 1987 und 1989 beendete die Bundesliga-Saison 2009/2010 als Vierter und hat sich Helds Dienste gesichert. Beim Freundschaftsspiel Anfang August gegen den Bezirksligisten TSV Lengfeld, seit einem Jahr neue sportliche Heimat seines ehemaligen Mannschaftskameraden Ingo Paul, trug Held bereits das Trikot des Bundesligisten, und er erzielte mit 972 Holz hinter Jürgen Fleischer (1007) das beste Resultat. „Mein Ziel war es, einmal in der Bundesliga zu spielen. Nachdem sich die Möglichkeit mit Mörfelden ergeben hat, will ich es versuchen. Für mich mit meinen 40 Jahren ist dies die letzte Chance“, erklärt Heiko Held. Dass sein Paten-Onkel – der Bruder seiner Mutter – nur 50 Meter von der Mörfeldener Kegelbahn entfernt wohnt, hat die Entscheidung bestimmt auch etwas beeinflusst. Eine kostengünstige Übernachtung, falls es einmal später werden sollte, ist dadurch gewährleistet.
Während Helds sportliche Zukunft in der höchsten deutschen Kegel-Liga gesichert ist, wollen die verbliebenen Fidelianer den Ausfall ihres Leistungsträgers über die mannschaftliche Geschlossenheit wettmachen. „Wenn sich jeder von uns um 20 Prozent steigert, können wir es packen“, nennt Jens Kansy ein einfaches Rezept für sich und seine Kollegen. Wenn den Worten nun auch Taten folgen, könnte es zum Erfolgsrezept werden.
Fidelio Mainfranken
Männer: Ralf Endres, Markus Götz, Reinhold Meyer, Ludwig Flita, Hermann Schütz, Joachim Spies, Jens Kansy.
Germania Marktbreit
Männer: Eberhard Knöchel, Matthias Kraus, Markus Lohmüller, Simon Hanselmann, Martin Hummel, Christian Rüth, Matthias Schramm. Frauen: Ute Endres, Julia Schulz, Katharina Fuchs, Natascha Spiegel, Barbara Hummel, Anja Obernöder, Sabine Vetter.

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