aktualisiert: 03.02.2012 17:30 Uhr
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Handball
Nadine Arlt ist zunächst am Ziel
Die Ur-Marktstefterin erfüllt sich in Etwashausen ihren Wunsch, Bayernliga zu spielen
Eigentlich zählt Nadine Arlt fast schon zum Inventar des TV Marktsteft. Das dachten viele bis zum vergangenen Sommer. Da verließ die Leistungsträgerin nach vielen Jahren ihren Klub, um nach einiger Überlegung für den Lokalrivalen TV Etwashausen anzutreten. So hieß es für die 28-Jährige eben Bayernliga und nicht ein Jahr Pause, wie von ihr ebenfalls beabsichtigt.
Wie denn die ersten Monate in der neuen sportlichen Umgebung gewesen seien? „Ganz gut, ich fühle mich wohl. Es war ja das, was ich wollte: irgendwann mal Bayernliga spielen.“ Ganz maßgeblich zu ihrem Wechsel beigetragen hat der Etwashäuser Trainer Ingo Preun. Er hatte Marktstefts Frauen bereits vor acht Jahren in der Landesliga trainiert – er war es auch, der im Sommer 2011 bei Nadine Arlt nachfragte, ob sie zum TVE kommen wolle. „Beim ersten Mal sagte ich ab. Ich wollte meine Ruhe, so kurz nach der Saison, die ziemlich anstrengend war“, erzählt Arlt. Preuns zweiter Versuch drei Wochen später brachte sie ins Grübeln.
Beruflich und privat könnte es gehen, sagte sie sich, also warum nicht mal beim Training der Etwashäuser Frauen vorbeischauen. „Total aufgeregt“ sei sie vor diesem Probelauf gewesen, auch weil die meisten TVE-Spielerinnen um einiges jünger sind als sie. Man kannte sich zwar, aber eher flüchtig. Von Marktstefter Seite erfuhr Nadine Arlt eher Zuspruch als böse Worte. „Viele rieten mir, da mal vorbeizuschauen. Sie sagten, ich könne ja jederzeit wieder zurück“, sagt sie. Dazu kam, dass sich in Marktsteft viele ihrer Mitspielerinnen wie Kerstin Schneider und Julia Riegler eine Auszeit gönnten oder wie Nina Dennerlein (zur DJK Rimpar) den Verein wechselten.
In Etwashausen angekommen, lief vieles für Nadine Arlt einfacher, unkomplizierter, als sie geglaubt hatte. Die Mannschaft habe sie „super aufgenommen“, mit dem Training stieg wieder die Motivation der technisch versierten Kämpfernatur. „Ingo mag ich als Trainer. Er macht gutes Training. Mir gefällt auch, dass nach den Spielen immer alles direkt angesprochen wird, auch wenn etwas schiefgeht.“ Es gebe keine Missgunst oder Eifersüchteleien untereinander, ganz im Gegenteil: Es werde auch mal herumgealbert.
Auch sportlich hat sie den Sprung in die höhere Spielklasse schnell und unkompliziert vollzogen. „Ich hätte mir den Unterschied zur Landesliga größer vorgestellt. Es fällt auf, dass in der Bayernliga jede Mannschaft eine herausragende Spielerin hat. Bei uns ist das Melanie Meyer, aber auch die anderen sind richtig gut“, sagt Arlt über den (zu) kleinen, aber feinen Kader des TVE. Nicht ganz so anstrengend sei es für sie wie noch vergangene Saison in Marktsteft, wo Nadine Arlt wegen ihrer Bedeutung häufiger die kompletten 60 Minuten auf dem Feld stehen musste. In Etwashausen wechselt sie sich auf ihrer Position in der Mitte mit Carolin Straßberger ab, oder spielt auch mal auf einer Halbposition.
Der Abstand wächst
Vor allem anfangs der Saison lief es für Nadine Arlts neue Mannschaft bestens. Nachdem sie für einige Wochen sogar auf Platz eins gestanden hatte, folgte ein Knick. Mittlerweile rangiert der TVE auf Platz sechs, der Abstand auf die ersten Drei ist doch gewachsen. Ganz vorne mitzuspielen sei ohnehin nicht der Anspruch des TVE für diese Runde, sagt Arlt. „Wir haben viele Spiele nur knapp verloren. Wir wissen, wenn wir gut drauf sind, können wir es jeder Mannschaft in der Liga schwer machen. Platz vier oder fünf ist schon möglich.“ Um in Reichweite zu bleiben, wäre ein Sieg an diesem Samstag gegen den punktgleichen unterfränkischen Aufsteiger der SG Garitz/Nüdlingen hilfreich. Nicht einfach, aber machbar, meint Arlt.
Zum Heimatverein Marktsteft hat Nadine Arlt längst nicht alle sportlichen Fäden gekappt. So trainiert sie dort derzeit die weibliche B-Jugend. Zeitlich gehe das, sagt die 28-Jährige, die beruflich als medizinisch-technische Assistentin tätig ist – zumal ihr Freund derzeit in Wien arbeite und meist nur an den Wochenenden da sei. „Ich bin schon Marktstefterin geblieben, auch wenn ich im Moment woanders spiele“, stellt sie klar. Eines Tages soll es wieder zurück gehen zu „ihrem“ Klub. Wann das sein werde, das komme auch auf ihre private wie berufliche Situation an. „Mal sehen, was die anderen so machen. Ans Aufhören habe ich noch nicht gedacht.“ Da hätte wohl auch der TVE etwas dagegen.

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