aktualisiert: 26.01.2012 20:24 Uhr
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Handball
Papa Dennerlein wird's schon richten
Der 53-Jährige trainiert die Marktstefter Handballerinnen, bei denen auch zwei seiner Töchter spielen
Gäbe es eine idealere Besetzung für den Posten des Trainers einer Frauenhandballmannschaft als Klaus Dennerlein? Sportlich warf der 53-Jährige als Leistungsträger des SV Michelfeld seine Tore, später wirkte er dort auch als Spielertrainer. Familiär bringt er ebenso gute Voraussetzungen mit, wie er mit einer Prise Humor sagt. „Ich bin es ja gewohnt, denn ich habe zu Hause auch nur Frauen um mich: meine Frau, meine Mutter, die drei Töchter.“
Erst in dieser Runde hat sich Dennerlein dazu entschlossen, die Marktstefter Handballfrauen in der Bezirksoberliga zu betreuen. Es war eine aus der Not geborene Entscheidung: Ursprünglich wollte Dennerlein nur die Einheiten im Sommer leiten, bei de-nen es darum geht, Kondition für die Runde zu gewinnen. Dazu hatten ihn seine beiden Töchter Anna-Lena (21) und Valentina (16) überredet. Nina, die mit 27 Jahren älteste Tochter, war vor der Runde nach Rimpar gewechselt, weil sie es nach dem Abstieg der Marktstefterinnen aus der Landesliga noch einmal höherklassig wissen wollte.
Allein für die Ausdauerschicht im Sommer hatte Klaus Dennerlein sein Engagement geplant. Es kam, wie es beinahe kommen musste. „Ich hatte dem Verein gesagt: Sucht mal weiter. Eines Tages kam der Abteilungsleiter Sebastian Schneider und meinte, sie hätten keinen anderen gefunden. Ob ich mir vorstellen könnte, die Mannschaft zu trainieren“, berichtet Dennerlein. Nun galt es einiges zu überlegen für den Tausendsassa, der selbstständig im Autohandel arbeitet. „Eigentlich habe ich gar keine Zeit. Ich bin selbstständig, habe außerhalb ein großes Anwesen – da gibt es immer etwas zu tun. Ich bin Hausmeister, Dachdecker, Zimmermann und noch mehr.“
Erst nachdem er sich die häusliche Zustimmung geholt hatte, gab Dennerlein sein Ja-Wort. Bisher funktionierte sein Zeitmanagement einigermaßen, die zwei Trainingseinheiten unter der Woche ließen sich arrangieren. Sportlich ist er zufrieden mit dem bisher Erreichten – Platz zwei in der Bezirksoberliga –, wenngleich er noch etliche Ansatzpunkte sieht, wo sich seine junge Mannschaft verbessern könne. „Uns fehlt die Konstanz über 60 Minuten, Laufwege werden nicht eingehalten. Wenn dann unser Rückraum nicht so trifft, bekommen wir Probleme gegen eine kompakte Abwehr.“
So besitzt Marktsteft zwar die beste Deckung in der Bezirksoberliga, aber nur den achtbesten Angriff. „Da müssen wir mehr tun. Wir trainieren im-mer wieder das Eins-gegen-Eins, aber es ist schwierig, da ausgerechnet am Dienstag immer wieder Spielerinnen im Training wegen Schule oder Beruf nicht da sind. Und in die Freitagseinheit kann ich nicht alles packen“, erzählt Dennerlein aus dem Nähkästchen.
Die ersten Monate mit der Mannschaft haben seinen Ehrgeiz als Trainer geweckt – das merkt man, wenn man ihm zuhört. Ein Umbruch findet statt, weil es fünf Leistungsträgerinnen vom Vorjahr zu ersetzen gilt. Das fällt dem verjüngten Kollektiv in der niedrigeren Klasse leichter als etwa in der Landesliga. Und doch zieht es Klaus Dennerlein dorthin zurück, das Potenzial habe seine Mannschaft. Nächste Saison könne man den Aufstieg anpeilen – mit Verstärkung und manch talentierten Kräften aus dem Nachwuchs. Eine dritte Trainingseinheit in der Woche müsste wohl ebenso sein, wie er auch gerne einen Co-Trainer hätte.
Was in dieser Runde noch möglich ist, da mag er sich nicht zu weit vorwagen. Spitzenreiter Lohr dürfte nur schwer einzuholen sein, schätzt Dennerlein. Am Sonntag gilt es zunächst gegen Lokalrivale TV Großlangheim zu bestehen. „Wir müssen gegen sie noch zweimal ran, die sind nicht ohne“, fürchtet der Trainer. Zumal ihm sein Personal zuletzt etwas Sorgen bereitete.

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