publiziert: 29.01.2012 17:17 Uhr
aktualisiert: 29.01.2012 17:33 Uhr
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Rödelsee plant neue Runde und will Mitspieler Schlendrian abgeben

  • Ins Netz gegangen: Rödelsees Andreas Paul erzielte nicht nur die meisten Treffer, sondern landete sogar einmal selbst im Netz.
    Foto: Andreas Stöckinger
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Auf einmal lag Rödelsees Andreas Paul im Tor. Er war nach einem gelungenem Angriff seiner Mannschaft kurz vor der Halbzeit vom Kreis aus einem Ball hinterher gehechtet, hatte ihn jedoch nicht erreicht. Die Szene sollte ein Symbol für die ersten 30 Minuten seiner Mannschaft gegen den TB Roding sein. Phasenweise ging nämlich alles ins gegnerische Tor, was die Gastgeber auch versuchten beim Erfolg über die Oberpfälzer. Recht spielfreudig präsentierten sich zu diesem Zeitpunkt die Rödelseer, mindestens eine Klasse besser als der vor allem im ersten Abschnitt beinahe ehrfürchtige Gegner. Doch zum Ende des Spiels sollte sich das noch einmal relativieren.

Beinahe nämlich hätte der TSV, wohl im Gefühl des sicheren Erfolgs, die Punkte noch aus der Hand gegeben. Als Rodings Rechtsaußen Korbinian Meier auf 27:28 verkürzte hatte (55.), schien auf einmal eine lange Zeit einseitige Partie zu kippen. Fünf Tore in Folge waren dem Gast gelungen, weil Rödelsee mehr und mehr den Faden verloren hatte. Zudem saß gerade Sebastian Piller mit einer Zeitstrafe draußen (54.).

TSV-Trainer Dusan Suchy hatte nach einigen Rochaden wieder seine erste Sechs aufs Feld beordert, um die sicher geglaubten Punkte auch einzufahren. Zwei Streiche der beiden jungen Aktivposten Andreas Paul und Maximilian Häckner rückten das Ganze wieder gerade. Paul traf entschlossen und sicher von Linksaußen zum 29:27, hinten wehrte TSV-Torhüter Tobias Demel gegen Graßl ab. Im nächsten Angriff zimmerte Maxi Häckner den Ball mit wunderschönem Hüftwurf in die Maschen zum 30:27. Als eben dieser im nächsten Angriff der Gäste beherzt einen Ball blockte und wenig später Julius Weinhardt das 31:27 drauf legte, war der eigentliche Pflichtsieg unter Dach und Fach.

Beide Trainer wunderten sich hinterher etwas über die wechselhaften Halbzeiten ihrer Schützlinge. Die Gäste, die laut Trainer Manfred Paulus seit geraumer Zeit und auch am Main personell geschwächt antraten, schienen das Rödelsee-Spiel als Pflichtaufgabe zu sehen. Wir holen wohl nichts, müssen dort halt spielen, so wirkten einige Akteure zu Beginn. „Das habe ich leider nicht aus den Köpfen der Spieler gekriegt. Wir waren zu ängstlich, hatten viele Ballverluste.“ In der Halbzeitpause habe es erst einiger passender Worte von Paulus bedurft, „weniger in taktischer Hinsicht, sondern an die Moral und die Einstellung“.

Stellenweise fast ohne Gegenwehr ließ Roding die Gastgeber spielen, was diese gerne und trefflich nutzten. Schöne Züge waren zu sehen, beinahe jeder durfte sich als Torschütze in die Liste eintragen. Zudem stand die Abwehr um „Turm“ Christian Häckner gut. Nur Rodings Linkshänder Dominik Weh tat dem TSV bisweilen weh.

Etwa um die 45. Minute wechselte sich bei allerdings Mitspieler Schlendrian ein. „Mancher dachte wohl, Roding würde sich aufgeben. Unsere Wechsel waren nicht der Grund, dass es nicht mehr lief. Roding steigerte sich kontinuierlich, wir haben zu viele Würfe genommen, die du nicht nehmen darfst“, analysierte TSV-Trainer Dusan Suchy. Nach zwei guten Spielen habe „jeder gedacht, es läuft von alleine“. So leicht sei es aber in der Bayernliga nicht, wenn man nur ein bisschen nachlasse, bestraften das eben die Gegner, so Suchy. Für den TSV hatte das Ganze ein positives Ende, auch weil der in der Schlussphase eingewechselte Torhüter Tobias Demel mehrmals wichtige Bälle parierte.

Bei der Frage, ob Rodings Trainer den Rödelseern zutraut, noch ganz vorne in dieser Runde einzugreifen, zauderte Übungsleiter Paulus zunächst etwas. „Sie werden vorne mitspielen, aber Auerbach ist schon sehr überzeugend“, umschiffte er das Nein gekonnt. „Ich denke, ganz nach oben wird es nicht reichen, das hatten wir auch nicht vor“, nahm Dusan Suchy die Vorlage auf.

Was über die Saison hinaus passiert, liegt bei Rödelsee in den Händen von Torhüter und Drahtzieher Tobias Demel. „Wir wollen die Mannschaft im großen und ganzen so halten, bis auf vielleicht ein, zwei Veränderungen.“ Bereits zugesagt hätten die Paul-Brüder, Sebastian Vogt, Radovan Suchy, Vilo Vitkovic und Christian Häckner. Bei Gabor Csorba sei er zuversichtlich, so Demel. Außerdem sei es nicht ausgeschlossen, dass Routinier Michal Tonar noch ein Jährchen anhänge, sickerte durch. Spätestens bis Ende Februar will Demel Klarheit beim Personal. Unter Dach und Fach ist auch die Verlängerung mit dem Trainergespann Dusan Suchy/Jens Ullmann.

Bayernliga Männer

HC Sulzbach – HC Erlangen II 23:29  
TSV Haunstetten – TSV Simbach 29:30  
SV Auerbach – TSV Winkelhaid 36:24  
TSV Rödelsee – TB Roding 31:29  
TuS Fürstenfbruck – HSC Coburg II 45:29  
TSV Lohr – TSV Ottobeuren 25:17  
TSV Rothenburg – HaSpo Bayreuth 26:23  

1. (1.) SV Auerbach 15 13 2 0 490 : 390 28 : 2  
2. (2.) TuS Fürstenfbruck 16 14 0 2 511 : 385 28 : 4  
3. (3.) TSV Lohr 16 13 1 2 507 : 432 27 : 5  
4. (4.) TSV Rödelsee 15 12 0 3 457 : 398 24 : 6  
5. (5.) HC Erlangen II 16 10 2 4 498 : 471 22 : 10  
6. (6.) TSV Rothenburg 16 8 0 8 456 : 465 16 : 16  
7. (9.) TSV Simbach 16 6 2 8 426 : 453 14 : 18  
8. (7.) TSV Ottobeuren 16 5 2 9 387 : 409 12 : 20  
9. (8.) TSV Haunstetten 16 5 2 9 445 : 471 12 : 20  
10. (10.) HC Sulzbach 16 4 1 11 442 : 496 9 : 23  
11. (11.) TB Roding 16 3 2 11 424 : 453 8 : 24  
12. (13.) HaSpo Bayreuth 16 4 0 12 418 : 467 8 : 24  
13. (12.) HSC Coburg II 16 4 0 12 469 : 530 8 : 24  
14. (14.) TSV Winkelhaid 16 3 0 13 392 : 502 6 : 26  

Die Statistik zum Spiel

TSV Rödelsee – TB 03 Roding 31:29 (17:12)

Rödelsee: Thomas Paul, Tobias Demel; Andreas Paul (7), Michal Tonar (3/1), Florian Demel, Christian Häckner (1), Sebastian Vogt (3), Radovan Suchy (4), Vilo Vitkovic (4), Sebastian Piller (3), Maximilian Häckner (4), Gabor Csorba (1), Julius Weinhardt (1), Bastian Demel.

Roding: Thomas Kienzl, Matthias Elgeti; Michael Rantz, Fabian Graßl (5), Korbinian Meier (3), Andreas Müller, Jiri Piroch, Jeremias Geißler, Pavel Svoboda (4), Dominik Weh (7), Tomas Voves (10/3).

Schiedsrichter: Magnus Enzle/Holger Krieg (TV Mögglingen).

Zuschauer: ca. 230.

Zeitstrafen: Christian Häckner, Bastian Demel, Maximilian Häckner, Piller, Suchy – Graßl, Geißler.

Siebenmeter: 2:4 (1:3).

Spielfilm: 2:2 (5.), 6:5 (11.), 11:6 (16.), 16:8 (24.), 17:12 – 20:13 (33.), 23:15 (36.), 25:19 (44.), 26:22 (49.), 28:23 (52.), 28:27 (55.), 31:27 (59.), 31:29.

Von unserem Mitarbeiter Andreas STöckinger
    
    

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