Fußball
„Zu zweit wird Vieles für uns einfacher“
Björn Auer und Tobias Jäger bilden Sulzfelds neues Kompetenzteam
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Demnächst wird Fußball für Björn Auer wieder anstrengender und aufwändiger. In den vergangenen zwanzig Monaten war das anders. Für seinen Heimatklub TSV Gnodstadt machte er den Spielertrainer in der A-Klasse. „Dort hatte ich mehr Zeit für andere Dinge“, sagt der 29-Jährige, der einst fortgegangen war, um es mit dem Fußball auf höherer Ebene zu versuchen. Auer vollzog mit Anfang zwanzig den Qualitätssprung, spielte acht Jahre für den Würzburger FV in der Bayernliga und in der Landesliga und war Mannschaftskapitän.
Er maß sich mit den großen Gegnern: im DFB-Pokal gegen 1860 München, in einem Freundschaftsvergleich gegen den FC Bayern oder mit der Bayernauswahl gegen die Nationalmannschaft Tunesiens. Es war die große Bühne vor bis zu 12000 Zuschauern. 2007 aber besann sich der 1,89 Meter große Angreifer seiner Herkunft, weil der Fußball nicht mehr die höchste Priorität einnehmen sollte. Der Bau seines eigenen Hauses in Enheim hatte am Ende gegen die Bayernliga gesiegt. „Anders hätte es nicht funktioniert“, sagt Auer heute.
Inzwischen ist sein Domizil fertiggestellt, und der Anspruch an den Fußball wieder gestiegen. Als der TSV Sulzfeld im Januar anrief, kam das Telefonat genau zur richtigen Zeit. Trainer in der A-Klasse zu sein, konnte für Auer nicht das letzte Ziel gewesen sein. Womöglich schafft er mit Gnodstadt auch in der zweiten Saison den Aufstieg nicht. Das Team ist Vierter, punktgleich mit dem Zweiten. Der Grund, warum er gehe, sei das nicht. „Gnodstadt wusste immer, dass ich nicht ewig bleibe“, erzählt Auer, „in meinem Alter bekommt man nicht oft die Chance, Trainer in der Bezirksoberliga zu werden. Außerdem kann ich mir einen Namen machen.“ Früher, als er es erwartet hatte.
Auf Anhieb waren die Sulzfelder allerdings nicht auf Auer aufmerksam geworden. Sie hatten Tobias Jäger den Job des Spielertrainers angeboten. Doch der 28 Jahre alte Abwehrspieler des Würzburger FV traute sich die Arbeit nicht alleine zu: Zu sehr fordere ihn der Beruf. Jäger schlug Björn Auer vor. Sie könnten sich die Aufgaben teilen. Sulzfeld stimmte zu. „Der eine hätte es ohne den anderen nicht gemacht“, sagt Auer, „zu zweit wird Vieles für uns einfacher.“
Das kommt auch den Sulzfeldern gelegen, die gleichzeitig zwei neue Spieler bekommen werden. Mittlerweile sind nach einer Operation auch Auers Knieprobleme beseitigt. Zu stark waren in den vergangenen Monaten die Schmerzen, weil der Knorpel beschädigt war. Deshalb spielte Auer in dieser Saison erst dreimal für Gnodstadt.
Jäger und Auer sind zwei, die einander verstehen. Beide spielten zwei Jahre zusammen in Würzburg und arbeiten beim Yachtbauer Bavaria in Giebelstadt. Auer ist Schreiner, Jäger Programmierer. Ihre Verträge mit dem TSV Sulzfeld beginnen im Juli zu laufen. Was nicht heißt, dass sie sich solange nicht mit ihrem neuen Klub beschäftigen müssen. In den kommenden Wochen hat das Duo eine Mannschaft zu bauen. „Wir verlangen von den aktuellen Spielern alsbald eine klare Antwort, ob sie bleiben“, erläutert Auer, „und werden uns dann nach Verstärkungen umsehen.“ Seine Pläne sind angesichts des Sulzfelder Landesliga-Status (letzter Tabellenplatz, sechzehn Punkte Rückstand) für die Bezirksoberliga ausgelegt.
Auer und Jäger tragen im Regionalfußball bekannte Namen. Ob allein ihre Kontakte für die erfolgreiche Suche nach namhaftem Neuzugängen ausreichen, ist jedoch nicht sicher. „Klar würden wir zehn Spieler aus der Bayernliga verpflichten“, sagt Auer, „aber das lassen die Finanzen nicht zu.“ Offiziell wird er der Hauptverantwortliche sein. Intern soll es eine Co-Produktion mit Tobias Jäger, dem Trainer-Novizen, werden – ob in Fragen des Personals, der Taktik oder des Trainings.
Beim TSV Sulzfeld soll derweil alles ein wenig strukturierter werden. Bernd Hering (32) wird nach dieser Saison als Spieler aufhören und künftig statt Holger Lederer die Fußballabteilung führen. Dabei soll Hering von etlichen Helfer unterstützt werden. Die Aufgaben betreffen Bereiche wie Betreuung, Fahrdienste und Spielerbeobachtung.





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