aktualisiert: 05.02.2012 19:31 Uhr
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Handball: 3. Liga Ost
Revanche-Gelüste vor dem Derby
Bad Neustadt will sich für die Schlappe in Bernburg rehabilitieren, Coburg fürs Hinspiel
Handball
Samstag, 19.30 Uhr
HSC Bad Neustadt –
HSC 2000 Coburg
Proppenvoll wird die Bürgermeister-Goebels-Halle am Samstagabend sein, wenn der HSC Bad Neustadt (2./28:6) zum Frankenderby den HSC 2000 Coburg (5./21:13) empfängt. Während die Kurstädter ihre Verfolgerrolle zum Tabellenführer aus Aue unbedingt aufrechterhalten wollen, kämpfen die Oberfranken um ihr neues Saisonziel: „In der Rückrunde werden wir versuchen, den dritten Platz zu erobern“, äußerte unlängst Torwart Håvard Martinsen, der 2004 von Bad Neustadt nach Coburg gewechselt ist.
Dass die Oberfranken noch einmal eine solche Hoffnung hegen könnten, war nach dem Hinspiel nicht zu erwarten. Da standen die Schützlinge von Trainer Hrvoje Horvat nach der 23:24-Niederlage gegen Matthias Obingers Bad Neustädter mit 0:8 Punkten am Tabellenende. Diese erschreckende Zwischenbilanz für den ambitionierten Zweitliga-Absteiger vermochte Obinger aber schon im September nicht zu täuschen, der in der Pressekonferenz voraussagte: „Coburg hat eine Mannschaft mit viel Potenzial und wird sicher nicht absteigen.“ Tatsächlich rissen sich die Coburger dann zusammen, setzten zu einer Erfolgsserie an und holten in den folgenden 13 Begegnungen 21 Punkte. „Unsere neu formierte Mannschaft hat einfach etwas Zeit gebraucht, um zusammenzufinden“, so Vorstandssprecher Stefan Apfel, der nach dem 25:20-Erfolg in der vergangenen Woche gegen Lok Pirna einen Grund im Aufschwung in seinen starken Torhütern sieht: „Håvard Martinsen und Raimonds Steins bilden das stärkste Torhüter-Duo der Liga.“ Eine Aussage, die deren Kollegen Rostislav Badura und Nils Thomas beim direkten Duell natürlich widerlegen wollen.
Sie stellen sich besonders auf die Würfe von Johan Andersson und Dejan Dobardzijev ein, die vom Ex-Gelnhausener Mirza Cehajic in Position gebracht werden. Mit ihrer offensiven 3-2-1-Deckung hat Trainerfuchs Horvat ein Deckungssystem gefunden, das den Gegnern im Laufe der Runde immer mehr Probleme bereitete. Dass dies so bleibt, dafür wollen auch zwei weitere Ex-Bad-Neustädter sorgen: Stefan Linsmeier, der gegen Pirna als dreifacher Torschütze glänzte, und Florian Kirchner haben lange Jahre das rot-weiße Trikot getragen. Gleiches gilt auch für Sebastian Kirchner, der allerdings verletzungsbedingt ausfällt. Beim Auswärtssieg in Münden vor zwei Wochen riss er sich bei einem Torjubel Bänder im Sprunggelenk.
Ohne personelle Probleme gehen dagegen die Einheimischen an die Mittellinie. Die wollen nach der 23:25-Niederlage in Bernburg Wiedergutmachung leisten, wobei nicht die Niederlage an sich, sondern die Art und Weise deren Zustandekommens enttäuschend war. „In Bernburg kann man natürlich verlieren“, so Mannschaftsbetreuer Hans-Peter Endres, „aber die katastrophale Leistung in der ersten Halbzeit war durch eine Leistungssteigerung nach der Pause nicht mehr wettzumachen.“ Den Akteuren auf dem Parkett blieb danach die große Kopfwäsche übrigens erspart. „Wir haben am Montagabend in Anwesenheit eines Fachmannes ein Box-Training eingelegt und sind dann nach einer ausführlichen Videoanalyse zum Tagesgeschäft übergegangen“, berichtete Obinger. Der hofft, dass das 30-minütige Debakel in Sachsen-Anhalt nur ein Ausrutscher war, der zumindest den Lerneffekt haben sollte, dass ohne Konzentration über 60 Minuten hinweg in dieser Liga kein Blumentopf zu gewinnen ist.
„Wir müssen vor allem in der Deckung wieder stabiler stehen, das verhindert nicht nur Gegentreffer, sondern leitet auch unsere gefürchteten Tempogegenstöße ein“, so Spielgestalter Stefan Schröder“, der sich nicht erinnern konnte, dass der Tabellenzweite schon einmal 17 Gegentreffer in einer Halbzeit kassierte. Wenn dann in derselben Zeit auf dem eigenen Konto nur zehn Tore verbucht sind, „fällt die Aufholjagd natürlich außerordentlich schwer“, so Pressesprecher Christian Hüther. Der bittet die Zuschauer, rechtzeitig in die Halle zu kommen, da aufgrund des zu erwartenden Andrangs – es ist eine große Coburger Fanschar angekündigt – mit längerem Stau am Einlass zu rechnen ist. Und es wäre doch schade, wenn man etwas von diesem Prestigeduell verpassen würde.
An der Abendkasse (Hallenöffnung: 18 Uhr) sind noch Stehplatztickets erhältlich, Sitzplatzkarten sind vergriffen. Beide Vereine bieten auf ihren Internetseiten (www.hsc-bad-neustadt.de/www.hsc2000.de) Liveticker an.
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