publiziert: 17.11.2009 16:03 Uhr
aktualisiert: 17.11.2009 16:12 Uhr
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Top Ten der Weltrangliste im Visier

Elisabeth Pähtz: Von Schach allein kann man nicht leben
  • Deutschlands Nummer eins, Elisabeth Pähtz, greift in der Frauenbundesliga am Spitzenbrett des SC Bad Königshofen zu den Figuren.
    FOTO Fink
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Elisabeth Pähtz (24), Deutschlands Schachspielerin Nummer eins, zog zum Bundesligaauftakt erstmals die Figuren für den SC Bad Königshofen. Nach zwei Weltmeistertiteln im Nachwuchsbereich träumt Pähtz nun von einem Platz in den Top Ten der Weltrangliste.

Frage: Wie kommt man als deutsche Nummer eins dazu, für einen doch eher kleinen Verein wie den Schachclub Bad Königshofen auf Punktejagd zu gehen?

Elisabeth Pähtz: Eigentlich ganz einfach. Nachdem sich mein bisheriger Verein USV TU Dresden zurückgezogen hat, bin ich auf der Suche nach einem neuen Klub gewesen. Und weil mir die Atmosphäre in Bad Königshofen letzte Saison sehr gut gefiel, habe ich einfach mal hier angerufen.

In Fachkreisen ist der SC Bad Königshofen als einziger ernsthafter Rivale für den haushohen Meisterschaftsfavoriten OSG Baden-Baden ausgemacht worden. Teilen Sie diese Expertenansicht?

Pähtz: Wir verfügen in jedem Fall über eine starke Mannschaft, für die auch nach unseren beiden unglücklichen 2,5:3,5-Auftaktniederlagen gegen Rodewisch und Großlehna noch eine Platzierung unter den ersten drei zu bewerkstelligen sein sollte. Wir müssen jetzt einfach von Kampf zu Kampf schauen. Und dann wird man sehen, was bis zum Rundenende noch möglich ist.

In welchem Alter haben sie mit dem Schach begonnen und warum?

Pähtz: Das ist mit fünf Jahren gewesen. Ich bin da so reingewachsen, nachdem mein Vater ehemals DDR-Meister war und mein älterer Bruder (Anm. d. Red.: Thomas Pähtz jun., der 2001 die deutsche Jugendmeisterschaft gewann) auch gespielt hat. Zuerst ist es noch ein reines Hobby für mich gewesen. Aber nachdem sich dann die ersten Erfolge eingestellt hatten, ging es mit sieben Jahren so richtig los.

Um später unter anderem zwei Weltmeistertitel im weiblichen Nachwuchsbereich zu gewinnen. Wie viel Talent und wie viel harte Arbeit stecken hinter solch großartigen Erfolgen?

Pähtz: Mein Vater hat damals dreimal pro Woche eine Jugendgruppe trainiert. Ich bin darin die Jüngste gewesen und habe wohl am meisten davon profitiert. Es ist aber nicht so gewesen, dass ich nur noch auf Schach getrimmt wurde. Ich hatte auch noch genügend Freizeit für andere Dinge.

Welche sportlichen Ziele wollen Sie noch verwirklichen?

Pähtz: Ein Platz in den Top Ten der Frauenweltrangliste, wo ich momentan auf Rang 23 stehe.

Kann man als weibliche deutsche Nummer eins von Schach leben?

Pähtz: Nein, das ist leider nicht der Fall.

Dann dürften Sie sicherlich ein bisschen neidisch auf die Jahressaläre von Spitzenbiathletinnen oder auch männlichen Fußballprofis sein.

Pähtz: Das würde ich nicht so sagen. Neidisch ist man eher auf die Länder, in denen der Schachsport einen wesentlich höheren Stellenwert besitzt und in denen die Top-Spieler ganz anders unterstützt werden. Wäre ich beispielsweise eine Türkin, dann hätte ich bislang alleine schon durch meine sportlichen Erfolge 200 000 Euro eingespielt. Bei uns gibt es derweil vom Deutschen Schachbund einen Ehrenteller für den Weltmeistertitel.

Sie sind für den Schachclub Eppingen auch in der Männer-Bundesliga aktiv. Verraten Sie uns zum Abschluss unseres Gesprächs doch bitte noch, wie es um das Verhältnis zwischen Schachspielerinnen und ihren männlichen Kollegen bestellt ist.

Pähtz: Ich denke, dass ist ähnlich krass wie in anderen Sportarten auch. Aber wenn man sich mal einen gewissen Namen gemacht hat, dann nehmen einen die Männer auch ernst und unterschätzen einen nicht mehr.

Zur Person

Elisabeth Pähtz wurde am 8. Januar 1985 in Erfurt als Tochter des Großmeisters Thomas Pähtz geboren. Heute wohnt die derzeit stärkste deutsche Schachspielerin in Berlin, wo sie eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin absolviert. Bislang größte sportliche Erfolge von Elisabeth Pähtz sind der Gewinn des U 20-Juniorinnen-Weltmeistertitels in Istanbul (2005) sowie der Triumph bei U 18-Weltmeisterschaft im griechischen Iraklio (2002). Als Hobbys gibt die ehemalige Schülerin des Dresdener Sportgymnasiums Fremdsprachen und Fitness-Studio an.

    
    

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