publiziert: 05.07.2009 14:27 Uhr
aktualisiert: 05.07.2009 14:39 Uhr
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Der Umzug nach Bamberg ist perfekt

Aus Volleyball-Bundesligist SG Eltmann werden die „Eschenbacher Volleys Bamberg“

Es ist wieder ein Beleg dafür, dass Profi-Sport in Unterfranken nur schwer funktioniert. Das Kapitel SG Eltmann in der Volleyball-Bundesliga ist nach sechs Jahren geschlossen. Die Deutsche Volleyball-Liga hat die Eltmanner Lizenz nach Bamberg auf den neuen, eigens zu diesem Zweck gegründeten Retortenverein VC Franken übertragen. Dessen „Eschenbacher Volleys Bamberg“ sind künftig in der JAKO-Arena zu Hause.

In der Domstadt spielt aber Basketball die erste Geige. Das zeigte schon die Pressekonferenz, in der Patrick Loos, der erste Vorsitzende des VC Franken, Vollzug vermelden durfte. Vorher referierte in aller Ausführlichkeit Basketball-Bundestrainer Dirk Bauermann, hinterher stellte sich kaum weniger lang ein neuer Sponsor für den Bundesligisten Brose Baskets vor. Loos ist klar, dass es „ein langer Weg“ sein wird, Volleyball in Bamberg zu etablieren. Vorerst wurde eine Zusammenarbeit für zwei Jahre beschlossen. Die Betreiber-Gesellschaft der JAKO-Arena, froh um ein weiteres Standbein für die Halle, wird die Volleyballer gemeinsam mit „Sports Living“, der Agentur von Loos im schleswig-holsteinischen Niebüll, vermarkten. Erst einmal jedoch geht die Betreiber-Gesellschaft in Vorleistung, auch wenn Loos das nicht bestätigen will: Pro Heimspiel erhält der VC Franken eine fixe Summe, ihm muss also nicht bange sein vor eventuell kleinen Kulissen in der 7000 Zuschauer fassenden Riesen-Arena.

Eigentlich war Loos zu Beginn des Jahres angetreten, der in der Bundesliga schon defizitär wirtschaftenden Volleyball-GmbH der SG Eltmann zu mehr Einnahmen zu verhelfen. Doch die einsetzende Wirtschaftskrise habe dem Vorhaben den Boden weggezogen. „Es war keine feindliche Übernahme. Wir hatten nur die Wahl, das Spielrecht abzugeben oder es über den Umzug in Franken zu halten. Bamberg bietet einfach eine erheblich höhere Sponsoren-Breite als Eltmann“, sagt Loos. Wenn Brauer Karl Josef Wagner, der Hauptsponsor aus Eschenbach, nicht das Schankrecht in der Arena bekommen hätte, dann hätte sich der Handel aber nicht realisieren lassen.

Der Etat liegt bei 200 000 Euro

Jochen Hauke, Partner von Loos und fürs Sportliche zuständige zweite VC-Vorsitzende, hat bereits zehn Spieler unter Vertrag. Der Saison-Etat beträgt nur noch 200 000 Euro, halb so viel wie in der letzten SG-Saison. Mehr als den möglichst problemlosen Klassenerhalt, will Hauke, früher Spieler in Eltmann und Trainer der Hammelburger Frauen, denn auch nicht versprechen.

Offen ist, ob das neue Team ausreichend in Bamberg trainieren kann oder doch das Angebot der Stadt Eltmann nutzen wird, in der Georg-Schäfer-Sporthalle zu üben. Welche Bande es überhaupt noch zum alten Standort geben wird, ist völlig offen. Loos kann sich einen kostenlosen Shuttle-Bus aus Eltmann zu den Heimspielen vorstellen, will auf das unterfränkische Fachpublikum nicht kampflos verzichten. Die angedachte Kooperation im Jugendbereich mit der SG muss noch besprochen werden. Vielleicht geht das schon deshalb nicht, weil es in den anderen Abteilungen gärt. Auf dem Hauptverein sollen Verbindlichkeiten durch den immer umfangreicher gewordenen Volleyball-Betrieb lasten. Der erst letztes Jahr an Ostern gegründeten Volleyball-GmbH soll das Wasser bis zum Hals stehen. Peter Knieling, Vereinsvorsitzender und GmbH-Geschäftsführer in Personalunion, werde, so Loos, nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub eine eigene Pressekonferenz halten.

Vielleicht wenigstens ein kleiner Trost für die frustrierten Eltmanner Fans und Helfer: Lukas Bauer, unter ihren Augen zum Nationalspieler geworden, wechselt zur ersten Volleyball-Adresse in Deutschland, Abo-Meister VfB Friedrichshafen.

Von unserem Redaktionsmitglied Hans Strauss
    
    

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