aktualisiert: 29.01.2012 19:57 Uhr
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Eishockey:
ERV kann sich einstimmen
Königsbrunn ergattert in der Eishockey-Bayernliga das letzte Zwischenrunden-Ticket
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Aufgepasst, die Zwischenrunde kommt: ERV-Trainer Viktor Proskuryakov kann die nächste Woche nutzen, seine Mannschaft auf die kommenden Aufgaben in der Zwischenrunde der Eishockey-Bayernliga vorzubereiten. Am besten wäre es, wenn die Mighty Dogs auch nach dem letzten Hauptrunden-Spieltag Erster wären.Archiv: Wetterich
Auch wenn die Schweinfurter Mighty Dogs in der Eishockey-Bayernliga an vergangenen Wochenende pausiert haben, gab es für den ERV wichtige Weichenstellungen für die nahe und die ferne Zukunft. Was die nahe Zukunft, also die Zwischenrunde der Bayernliga-Saison 2011/2012 betrifft, so ist das Teilnehmerfeld der besten acht Teams der Hauptrunde seit Freitag komplett. Mit dem 5:3-Heimerfolg über Waldkraiburg sicherte sich Königsbrunn endgültig das letzte Ticket.
Damit geht es an den letzten beiden Spieltagen am kommenden Wochenende nur noch um die Platzierung in der Abschluss-Tabelle der Hauptrunde und um die Frage, wer in den beiden Zwischenrundengruppen auf wen treffen wird. Für den ERV geht es darüber hinaus aber auch darum, für die Zwischenrunde ein sportliches Zeichen zu setzen, um das Etappenziel Halbfinale zu untermauern. Da kommen der Zweitplatzierte aus Sonthofen (Freitag 20 Uhr, Icedome) und der Dritte Bayreuth wie gerufen.
Aber auch langfristig wurden in der vergangenen Woche Optionen geprüft und Planspiele eingeleitet. Was wäre, wenn die Mannschaft tatsächlich die sportliche Voraussetzung für den Oberliga-Aufstieg schaffen sollte? „Dann sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die Oberliga Süd für uns eine gute Liga sein würde“, betont ERV-Manager Steffen Reiser. Grund für diese optimistische Sichtweise ist eine Liga-Tagung, die Reiser in der vergangenen Woche besuchte. „Die Oberliga Süd soll in der kommenden Saison ab Ende September mit zwölf Teams starten, was auch realistisch erscheint. Die besten acht Mannschaften spielen dann in einer internen Play-Off-Runde die besten vier der Liga aus. Die wiederum treten dann gegen die besten vier der Oberliga Nord in weiteren Play-Offs an.“ Dies sei eine sportlich vernünftige Perspektive, die sich wohl auch wirtschaftlich realisieren ließe: „Ich habe mich mit den Aufsteigern der letzten Saison unterhalten, wie sich deren Etat verändert hat. Das klingt alles ganz vernünftig“, sagt Reiser.
Hinter der Play-Off-Idee mit Vereinen aus der Oberliga Nord steckt noch eine weitergehende Idee, die auch die Grundfesten der Deutschen Eishockey-Liga erschüttern könnte. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung schmiedet Florian Beck, Mäzen des Zweitligisten Landshut Cannibals, große Pläne, die auf eine neue Ligenstruktur hinauslaufen können. Der Spitzenreiter der Zweiten Eishockey-Liga hat bekanntlich kein Aufstiegsrecht in die DEL, muss also darauf hoffen, dass ein derzeitiger DEL-Verein die Lizenz zurück gibt oder insolvent ist. Außerdem ist der Aufstieg mit einer Etaterhöhung von über einer Million Euro verbunden, dazu kommen die Lizenzgebühren von 800 000 Euro. Für Landshut im Prinzip kein Problem, gleichwohl für Beck keine reizvolle Alternative.
Er überlegt, eine von ihm als „Bayern-Traditions-Derby-Liga“ bezeichnete neue Klasse zu gründen, in der sich bayerische Vereine aus der Zweiten Liga und der Oberliga Süd zusammen zu tun. Die besten dieser Liga könnten dann gegen die Besten der neu zu gründenden Nordliga – in Becks Plänen ein Zusammenschluss der Oberligen Nord, West und Ost – spielen. Im Moment sind es Gedankenspiele, die auch als Drohkulisse gegenüber der DEL anzusehen sind. Reizvoll ist es allemal – und dass das deutsche Eishockey ein Problem nicht nur bei seinen obersten Funktionären, sondern ganz besonders in seiner Ligenstruktur hat, weiß niemand besser als Mighty-Dogs-Manager Steffen Reiser. Schließlich hat er die leidige Diskussion um die Oberliga Süd im Sommer 2011 am eigenen Leib erdulden müssen.
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