aktualisiert: 06.11.2011 19:54 Uhr
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Fußball: Bayernliga
Illusionen schwinden beim FC 05
Klägliche Vorstellung beim 1:4 in Bamberg weckt in Schweinfurt den Ruf nach Verstärkungen
Sollen wir schon wieder mit dieser dreifachen Wortwiederholung anfangen? Ja, muss sein! Mann, Mann, Mann. Der FC 05 hat seiner Peinlichkeiten-Tournee eine weitere Station hinzugefügt. Dem FC Eintracht Bamberg reichte eine solide, aber nicht gerade furiose Leistung, um die – zugegeben ersatzgeschwächten – Schweinfurter nach Strich und Faden vorzuführen. Und so wächst und wächst der Rückstand auf die Relegationsplätze im gleichen Maß, in dem die Regionalliga-Hoffnungen schwinden.
„Man kann in unsrer Personalnot hier 1:6 oder 1:7 verlieren, aber nicht, ohne Leidenschaft oder Gegenwehr zu zeigen“, bilanzierte 05-Trainer Udo Romeis so desillusioniert wie seit Wochen nicht. „Ich glaube nicht, dass wir heute eine Mannschaft auf dem Platz hatten, die sich mit der Bayernliga identifizieren kann.“ Florian Galuschka, baff ob der Einstellung so manchen Nebenmanns, stieß ins gleiche Horn, wollte auch nicht unnötig auf Verletzungspech herumreiten: „Die Spieler, die heute im Aufgebot standen, haben alle den Anspruch, Bayernliga zu spielen. Dann müssen sie es halt auch zeigen.“
Tüchtig umbauen hat Udo Romeis zuletzt aber schon müssen. All die verletzungsbedingt und gesperrt Fehlenden, dann auch noch Daniel Mache krank nur auf der Bank sitzend und Benjamin Demel angeschlagen gar nicht dabei – das war das sprichwörtlich letzte Aufgebot. Und das präsentierte sich dann auch so: ängstlich, unsortiert und spielerisch arm wie lange nicht. Das ganze Dilemma machte sich an der einzigen Schweinfurter Torraumszene der ersten Halbzeit überdeutlich: Erst bringt der in die Innenverteidigung gerückte Oliver Kröner nur ein mageres Schüsslein zu Stande, das abgefälscht auch noch bei Stefan Seufert landet – halblinks völlig frei schubst der den Ball aber in F-Jugend-Tempo in die Arme von Eintracht-Schlussmann Florian Muckelbauer (19.).
Wie man sich in einer solch schwachen Partie dennoch nicht auf das Niveau des Gegners ziehen lässt, sondern konsequent sein Ding durchzieht, das zeigten die Bamberger. Alexander Deptalla klassisch von der Grundlinie – Peter Heyer zum ersten, 1:0 (30.). Thomas Dotterweich zentral auf Heyer – Heyer, diesmal mit famoser Drehung, zum zweiten – 2:0 (45.). Seufert zu kurz geklärt – Dotterweich mit einem gnadenlosen Pfund aus 30 Metern, 3:0 (48.). Zack, zack, zack – so leicht lässt sich der FC 05 im Herbst 2011 düpieren. „Wir standen unter Dauerbeschuss, weil wir zwar wie geplant defensiv ausgerichtet standen, nach vorn aber keinen Ball konstruktiv angebracht haben“, so Galuschka. Da dürfen auch keine personellen Schwierigkeiten zur Erklärung herangezogen werden als Entschuldigung; denn genau betrachtet, war die Schweinfurter Elf nicht so viel anders aufgestellt, als beim gar nicht so tristen 1:1 gegen Aindling.
Fast noch schlimmer aber: Selbst die auf halbe Drehzahl zurückgefahrenen Bamberger beherrschten ihren Gast immer noch nach Belieben. Nach Florian Pickels Flanke verlängerte Heyer gewieft zum 4:0 (71.). „Da wird man neidisch, wenn man sieht, dass alle Mannschaften einen Knipser im Ärmel haben“, klagte Romeis. Danach wurde es unterhaltsam. Erst zog Muckelbauer die Notbremse, dann pfiff Schiri Thomas Berg den vermeintlichen Anschlusstreffer durch Galuschka zurück, um dem Bamberger Keeper Rot zu zeigen (74.). Kleine ausgleichende Gerechtigkeit: Mirza Mekics anschließender Freistoß landete abgefälscht zum 4:1 im Netz. Schöner machte das den Tag für die 100 mitgereisten, das Debakel friedlich-ruhig ertragenden 05-Fans nicht.
Die würden sich vermutlich genauso nach Verstärkungen in der Winterpause sehnen wie Romeis, der sich erneut nach einem frühen Wintereinbruch sehnte („damit wie in die Pause gehen können“) und sagte: „Das muss der Vorstand klären, es wird wohl nur gehen, wenn man finanziell zupackt. Zulaufen wird uns keiner.“ Oh weh, das klang dann schon sehr nach November-Nebel.
Statistik zum Spiel
Bayernliga Eintracht Bamberg – FC 05 Schweinfurt 4:1 (2:0)
Bamberg: Muckelbauer – J. Pickel, Finnemann (67. Mirschberger), Bechmann, Karl – Dotterweich – Fischer, Kaiser (63. Wirth), F. Pickel – Heyer, Deptalla (75. Bach).
Schweinfurt: Essig – Kneißl, Mekic, Kröner, Nastvogel (75. Tahir) – Esen – Häcker (51. Galuschka), Seufert, Pitter – Grundei, Dan (63. Aydin).
Schiedsrichter: Thomas Berg (TSV Landshut/Auloh). Zuschauer: 762. Tore: 1:0, 2:0 Heyer (30., 45.), 3:0 Dotterweich (48.), 4:0 Heyer (71.), 4:1 Mekic (76.). Rot: Muckelbauer (Bamberg/74., Notbremse).
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»Alle 9 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare
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Richie54 (59 Kommentare) am 08.11.2011 09:57
igor88Klar bleiben die Leute zu Hause die halt nur ein Fußballspiel sehen wollen. Zum Glück haben wir ja die "Fans" die keine Warmduscher sind und dafür sorgen, dass dann die Polizei dabei sein muß. Herzlichen Glückwunsch. |
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robi.herz@t-online.de (29 Kommentare) am 07.11.2011 15:45
SelbstkritikHoffentlich hat es jetzt selbst der "primitivste Fan" begriffen, daß "nicht nur" der Trainer schuld am schlechten Abschneiden hat. Es liegt doch ganz klar auf der Hand, daß die Hauptschuld an der Mannschaft liegt. Vom aktuellen "Bayernliga-Kader" haben doch nur etwa 5-6 Spieler das notwendige Können. Der Rest ist höchstens nur Landesliga tauglich! |
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Richie54 (59 Kommentare) am 07.11.2011 09:43
Noch vergessenMeinen Sohn nehm ich bei den Spielen der Schweinfurter lieber nicht mit. |
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BillRo (37 Kommentare) am 07.11.2011 15:58
hfür aufgebrachte stimmung kann auch die polizei sorgen, ist doch lächerlich wenn auf jeden fc`ler im schnitt fast ein polizist kommt. |
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Richie54 (59 Kommentare) am 07.11.2011 09:34
BillRoIch denke da sollte man sich selbst mal ein paar Gedanken machen warum die Polizei mit besonderem Augenmerk bei den Schweinfurtern dabei sind. Wir haben da ja immer meistens so 10-20 "Spezialisten" dabei die besonders die Fäkaliensprache beherrschen und auch schnell aggresiv sind. Kann mich noch an ein Spiel vor ca. 4-5 Jahren in Bamberg entsinnen wo die "Fans" aufs Spielfeld gerannt sind und es Ausschreitungen gab. Seitdem fahre ich nicht mehr zu Auswärtsspielen mit. Wenn die Schnüdel sich irgendwann wieder "normal" verhalten wird man auch keine Polizei mehr brauchen, allein mir fehlt der Glaube. |
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