aktualisiert: 31.01.2012 13:15 Uhr
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Handball:
Koryphäen der Handball-Schiedsrichter
Der Bergrheinfelder Fritz Brotzeller und der Königsberger Wolfgang Benzinger pfeifen ihr 1000. Spiel
Ein besonderer Tag war der Sonntag für den Handballsport international mit dem Europameisterschafts-Finale in Serbien. Gleiches galt auch aus regionaler Sicht, denn die Schiedsrichter Fritz Brotzeller aus Bergrheinfeld und Wolfgang Benzinger aus Königsberg wurden in Marktsteft für ihr 1000. Spiel als Schiedsrichter-Team geehrt – eine Zahl für die hiesigen Handball-Geschichtsbücher.
Brotzeller pfeift seit 1982, anfangs mit seinem Vereinskollegen Günther Fey. Er schätzt, „so um die 1300 bis 1400 Spiele geleitet zu haben“, durch die Spiele mit seinem ersten Partner und Einzeleinsätze. 1990 trafen sich Brotzeller und Benzinger beim Kaderlehrgang und standen beide alleine da, da ihre jeweiligen Partner aufgehört hatten. „Wir haben rasch gemerkt, dass wir zusammen passen“, erinnert sich Fritz Brotzeller und ihre Schiedsrichter-Vita untermauert das. Der Bergrheinfelder und der Königsberger stiegen stetig auf und schafften 1995 den Sprung in der B-Kader des Deutschen Handballbundes (DHB). Dort waren sie sieben Jahre im Einsatz bei Spielen bis zur 2. Bundesliga Männer und der 1. Bundesliga der Frauen. „Das war ein Wahnsinns-Erlebnis“, schwelgt Brotzeller mit Benzinger heute noch in Erinnerung vom tollsten Spiel ihrer Laufbahn. Sie durften Ende der 1990er-Jahre das Derby der damaligen Zweitligisten Frischauf Göppingen und der SG Kronau vor 4200 Zuschauern in der ausverkauften Göppinger Hohenstaufenhalle leiten. „Klar blieben Beschimpfungen nicht aus“, bekennt Wolfgang Benzinger, unrühmlicher Negativ-Höhepunkt von verärgerten Fans war einmal ein zerkratzter Autolack. Bei einem Einzeleinsatz vor langen Jahren machte Fritz Brotzeller auch die unliebsame Erfahrung, Bier ins Auto gekippt zu bekommen.
„Doch das Positive überwog immer“, versichert Wolfgang Benzinger, „sonst wären wir nicht so lange dabei“. Der 56-Jährige fungiert seit 1973 als Unparteiischer und dürfte seiner Schätzung nach schon weit über 1500 Handballspiele gepfiffen haben. „Unsere Tausend Spiele wären nie möglich geworden, wenn es bei uns zwischenmenschlich nicht so passen würden“, nennt Fritz Brotzeller ein wichtiges Merkmal des Teams Brotzeller/Benzinger. Sie verstehen sich blind, funken auf einer Wellenlänge und weisen auch als Teampartner in der regeltechnischen Auslegung kaum Unterschiede auf.
Sonst wäre es nicht dazu gekommen, stundenlang, tagelang und bisweilen ganze Wochenenden lang zusammen zu verbringen im Dienst der Schiedsrichterei. „Ohne das Verständnis unserer Frauen, wären 1000 Spiele nicht denkbar gewesen“, weiß Wolfgang Benzinger seine Gattin Ándrea und Karin Brotzeller zu würdigen. Ungeachtet des Jubiläums hat das Duo beschlossen, nach der laufenden Saison auf Ebene der Kader des Bayerischen Handballverbandes (BHV) aufzuhören. „Arbeitslos“ werden der 57-jährige Bergrheinfelder und der 56-jährige Königsberger nicht, werden sie doch auf Bezirksebene weiter zur Pfeife greifen. Zudem haben sie seit dem Jahr 2007 die Verantwortung für die Schiedsrichter-Lehrarbeit in Unterfranken übernommen. „Wir wollen unsere Erfahrung weitergeben“, begründen sie ihre Entscheidung für die Lehrarbeit. Daneben wirkt Brotzeller als Schiedsrichter-Beobachter, was Wolfgang Benzinger demnächst auch nachahmen will. Stephan Dinkel, als stellvertretender Vorsitzende im Handballbezirk für Lehre und Leistung verantwortlich, dankte dem Duo für das jahrzehntelange Engagement an der Pfeife und jetzt in der Lehrarbeit.
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