aktualisiert: 01.02.2012 16:17 Uhr
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Handball: Unterfrankenpokal Frauen
Pfändhausen bärenstark
Verdienter und vor allem deutlicher Pokal-Sieg gegen Bezirksoberligist Hammelburg
Handball
Unterfrankenpokal Frauen, Viertelfinale TSV Pfändhausen – TV/DJK Hammelburg 31:15 (16:7)
„Eine Chance hat man immer“. Gut, für diesen Spruch müsste der Autor drei Euro ins Phrasenschwein werfen, doch für das Frauenhandball-Viertelfinale zwischen dem Bezirksligisten TSV Pfändhausen und dem Bezirksoberligisten TV/DJK Hammelburg im Unterfrankenpokal ist er absolut zutreffend. Wobei diese eine Chance kurioserweise nicht die klassenniedrigeren Pfändhausener Mädels kläglichst vergeigten, sondern die Gäste. Und die hatten ja eigentlich die Favoritenrolle.
Doch wenn man in der BOL mit erst zwei Unentschieden ziemlich aussichtslos am Tabellenende steht, dann ist das Selbstvertrauen im Keller. „In der Abwehr ging nichts und im Angriff haben wir das Tor nicht getroffen“, klagte TV/DJK-Trainerin Monika Zülch. „Da war so der Wurm drin, dass wir uns nicht mehr selbst raus ziehen konnten.“ Das Endergebnis: 31:15 für das Bezirksliga-Team – ein Debakel für Hammelburg.
Doch TV/DJK hatte in den ersten vier Minuten diese Chance, vieles zum Guten zu wenden. Denn bis die durch Krankheit ersatzgeschwächten TSV-Frauen erstmals ernsthaft vors Tor kamen, hatte Hammelburg schon durch Ute Leidner zwei Siebenmeter am Tor vorbei geworfen (2., 3.) und Sabine Finke im dritten Anlauf den Pfosten getroffen (4.). Zur Strafe ging Pfändhausen dann selbst durch die starke Selina Seuffert in Führung (5.) und auch der postwendende Ausgleich durch Sabrina Metz stoppte den TSV-Express nun nicht mehr. Es sollte 13 Minuten dauern, bis Hammelburg das zweite Tor erzielte. „Die Einstellung hat auch nicht gestimmt“, gab Trainerin Zülch zu, die auf der Bank mit zunehmender Spieldauer immer mehr in sich zusammen sank.
„Das war eine starke und konzentrierte Vorstellung“ freute sich unterdessen TSV-Coach Peter Krause auf der Gegenseite. Denn nun ließen seine Schützlinge nichts mehr anbrennen. Vor allem das Umschalten von Abwehr auf Angriff klappte hervorragend. Weite Abwürfe der aufmerksam mitspielenden Torhüterin Julia Schneidmadel (Krause: „Klasse Leistung von ihr“) fanden immer wieder die schon jenseits der Mittellinie lauernden schnellen Angreiferinnen. Anne-Lena Früh (neun Treffer), Franziska Clausing (sieben), Laura Sittler, Giuliana Albers und Selina Seuffert (je vier) nutze so viel Platz dankend und reichlich aus. „Das trainieren wir speziell“, sagte Krause.
Aber auch sonst hatte Hammelburg rein gar nichts mehr zu melden. Pfändhausen fertigte den Gegner ohne Mitleid ab, obwohl der gesamte Kader eingesetzt wurde und Spielmacherin Clausing Grippe-geschwächt ins Match gegangen war. „Wir haben das, was vor dem Spiel besprochen wurde, hundertprozentig umgesetzt“, freute sich Krause, der das Coaching während der Partie weitgehend seinem Co-Trainer Markus Thalhäuser überlassen hatte. Es passte zum TV/DJK-Auftritt, dass einige Hammelburgerinnen den Siebenmeter zum „Unding des Tages“ erklärt hatten und insgesamt sechsmal an den Nerven und Torfrau Schneidmadel scheiterten. „Ein bisschen enttäuscht war ich schon von Hammelburg“, sagte Krause.
Und so zog der spielfreudige TSV gegen das klassenhöhere Team mit sage und schreibe 16 Toren Vorsprung ins Halbfinale des Unterfrankenpokals am Faschingswochenende ein. Das ist gleichbedeutend mit der erneuten Qualifikation für den Bayernpokal. Gut möglich, dass Pfändhausen und Hammelburg in der kommenden Spielzeit die Ligen tauschen. Während die Gäste dem Abstieg entgegen taumeln, ist der Aufstieg in die Bezirksoberliga beim TSV das Saisonziel. Und das ist angesichts von erst drei Minuspunkten und zwei Aufsteigern realistisch.
Pfändhausen: Schneidmadel – Früh 9/5, Clausing 7/2, Sittler, Seuffert, Albers je 4, Köhler, Hofmann, Schindelmann je 1, Neeb, Hornung, Großpietsch.
Hammelburg: S. Lang, A. Lang – Schröter 5/3, Kress 4, Leidner 3/2, Finke, Metz, Schmitt je 1, Leiher, Pfeuffer.
Schiedsrichter: Schönwiesner (Münnerstadt). Zuschauer: 50.
ONLINE-TIPP
Viele Bilder vom Pokalspiel unter www.mainpost.de/sport/schweinfurt
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