aktualisiert: 20.12.2011 10:16 Uhr
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15. bis 21. Oktober 2011
Brand-Brief und die Reaktionen
MONTAG
Es liegt offensichtlich in der Natur des Menschen, dass er eher kritisiert als lobt. Dies soll bitte nicht missverstanden und als Lob-Bettelei angesehen werden. Es ist schlicht und einfach eine Feststellung, eine Erfahrung, die sich in gut 30 Jahren Redakteurstätigkeit zur Tatsache gefestigt hat.
So wies Rupert Mahler darauf hin, dass in unserem Artikel über die Handball-Bezirksoberligen vom VfL Volkach zu lesen war. Zwar gehörten auch die Handballer einstmals dem Verein für Leibesübungen an, seit 1995 sind sie allerdings selbstständig als HSG. Das Kürzel steht für Hallenspielgemeinschaft, „weil wir uns damals offen halten wollten, dass auch andere Hallensportarten unserem Verein beitreten können“, erklärt Helmut Liebenstein, von Beginn an 1. Vorsitzender. Bisher handelt es sich aber – mangels anderer Disziplinen – tatsächlich wirklich um eine reine Handballspielgemeinschaft .
Für Mahlers Kritik sind wir dankbar, genauso wie für diejenige, die uns hilft, Fehler in Tabellen oder Torschützenlisten rechtzeitig zu korrigieren.
Also melden Sie sich ruhig, wenn Ihnen etwas auf- und/oder missfällt.
DIENSTAG
Weil das Lob eben selten ist, reden wir uns hartnäckig ein, dass ausbleibende Kritik das Lob des Journalisten sei. Demzufolge können wir eigentlich zufrieden sein, wenngleich uns das Verhalten der Leser manchmal schon wundert.
Beispielsweise das Stillhalten der Fußball-Schiedsrichter nach dem Artikel Brand-Brief von Eike Lenz am vergangenen Samstag über den Rücktritt eines der Großen der unterfränkischen Schiedsrichterzunft aus dem Bezirksausschuss, des Gerolzhöfers Helmut Brand. Rund zwei Wochen lang recherchierte unser Autor dieses Thema. Dabei traf er in erster Linie auf eine Mauer des Schweigens. Kurzzeitig geäußerte Gesprächsbereitschaft erwies sich doch nur als bloße Theorie, die Praxis sah anders aus. Reden durfte nur Unterfrankens Fußball-Präsident Rolf Eppelein. Aus Sicht der Schiedsrichter ist es eine durchaus nachvollziehbare Vorgehensweise, mit einer Stimme reden zu wollen, um aus dem Brand-Brief kein Buschfeuer werden zu lassen.
Der Artikel selbst rief keine (offiziellen) Reaktionen hervor. Wir sind so selbstbewusst und sehen die ausbleibende Kritik zunächst einmal als Lob und natürlich auch als Bestätigung des veröffentlichten Inhaltes.
FREITAG
Von wegen Sportgerichte schützen die Fußballschiedsrichter nicht, wie Helmut Brand als einen Rücktrittsgrund angab. Bis Mitte Februar 2012 wurde Morris Heger aus dem sportlichen Verkehr gezogen, weil er beim Spiel seines FV Ülkemspor gegen den SC Schernau den Schiedsrichter mehrfach angerempelt und damit einen Spielabbruch provoziert hatte. Und das trotz einer 2:1-Führung. Fußball ist Mannschaftssport. Heger hat seinen Kollegen damit einen Bärendienst erwiesen. Auch die Punkte gehen an den Gegner.
Das Würzburger Kreissportgericht kann Helmut Brand mit seiner Kritik also nicht gemeint haben, zumal dessen Vorsitzender Klaus Ullrich feststellt: „Auch ohne die Brand-Beschwerde wäre das Urteil so ausgefallen. Wir liegen seit Jahren auf dieser Linie.“ Brand kenne bei seiner Beurteilung nur die Meldungen der Schiedsrichter. Er und seine Kollegen müssten dagegen Vereine, Spieler und Schiedsrichter anhören und auch nach Entlastungsmaterial suchen, um zu einem endgültigen Urteil zu kommen.
Vor dem Sportgericht erzähle jeder seine Wahrheit und schildere seine Wahrnehmungen, wobei zwischen Wahrheit und Wahrnehmung himmelweite Unterschiede bestehen könnten. Eine Wahrnehmung könne nämlich auch täuschen, erklärt Klaus Ullrich.
Und manche täuschen auch das Sportgericht . . .

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