aktualisiert: 20.12.2011 10:13 Uhr
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22. bis 28. Oktober 2011
Etwashäuser Sprachlosigkeit
SAMSTAG
Anruf des Waldbüttelbrunner Handball-Abteilungsleiters Winfried Körner: „Schon gehört, Etwashausen hat Trainer Munoz gefeuert?“ Hatte ich nicht, aber wie kommt Körner an diese Info? Er hat um 0:30 Uhr eine E-Mail erhalten.
Es ist nicht einfach, von Etwashäuser Seite eine Stellungnahme zu bekommen. Entweder kein Anschluss oder ein verschlafenes „Da weiß ich nichts davon“. Im Lauf des Tages konkretisiert sich dann, dass Frank Munoz beim Derby in Waldbüttelbrunn nicht auf der Bank sitzen wird. Aber nicht deshalb, weil er vom Verein gefeuert wurde.
Beim Spiel bestätigt sich die Vermutung. Etwashausen tritt ersatzgeschwächt und ohne Trainer oder Betreuer auf der Bank an. Der verletzte Torwart Maximilian Murray und der angeschlagene Kapitän Andreas Trabold übernehmen diese Funktion. Am Zeitnehmertisch sitzt Hans Sauer. Unter den Zuschauern befinden sich auch Vereins-Vorsitzender Werner May und Ehrenvorsitzender Erwin Müller. Auf der Bank wäre Platz gewesen.
„Die Spieler haben mir leid getan, weil man sie allein gelassen hat“, verrät Körner. Die Aussage kann man unterschreiben, vielleicht ergänzt um den Namen Frank Munoz. Auch der Trainer, der sonst immer predigt, dass die Mannschaft mehr zählt als der Einzelne, hat die Gemeinschaft im Stich gelassen und stattdessen sein Einzel-Schicksal in den Vordergrund geschoben.
SONNTAG
Gegenüber unserem Handball-Berichterstatter Andreas Stöckinger erklärt Munoz seine Entscheidung. Was aber am Donnerstag vorgefallen ist und ihn letztlich zum Rücktritt bewogen hat („Arg enttäuschend. Deshalb habe ich den Schlussstrich gezogen.“), verschweigt er. Stattdessen rollt er den Fall Lukas Möslein wieder auf, von dem er als „Vollidiot“ bezeichnet wurde. Der Verein aber wollte, dass der Spieler wieder mittrainieren dürfe. Damals habe sich die Mannschaft für den Trainer entschieden. Man habe sich darauf eingeschworen, den schwierigen Weg gemeinsam weiterzugehen. „Komme, was wolle.“ Und jetzt fällt Munoz um. Warum wird er wortbrüchig gegenüber der Mannschaft?
MONTAG
Jochen Seuling, Trainer des Fußball-Bezirksoberligisten FC Leinach, stellt klar, dass seine Mannschaft kein Landesliga-Absteiger sei, wie in unserem Spielbericht von der Partie gegen Abtswind geschrieben, sondern bereits im Vorjahr in der Bezirksoberliga gespielt habe. Das stimmt natürlich. Entschuldigung!
Bei der Gelegenheit: Würde er sich eigentlich auch das Traineramt beim Handball-Landesligisten TV Etwashausen zutrauen? Seuling: „Nein, davon habe ich ja noch weniger Ahnung als vom Fußball.“ Schön, wenn Trainer über sich selbst lachen können. Wer Erfolg hat – Seuling ist mit seiner Mannschaft Tabellenführer –, dem fällt das natürlich auch leichter.
FREITAG
Das Thema „Handballtrainer Etwashausen“ wollten wir eigentlich abschließen, können es aber noch nicht. Aus – je nach Standpunkt – erfreulichen oder unerfreulichen Gründen. Frank Munoz ist sich nicht zu schade, den Rücktritt vom Rücktritt zu praktizieren und wieder das Traineramt beim TV Etwashausen zu übernehmen. Munoz ist es egal, wenn ihm jetzt Wortbruch oder Unglaubwürdigkeit vorgeworfen werden. Die Mannschaft habe ihn gewollt, und das Gespräch mit Sponsor Florian Pfnausch sei positiv verlaufen. Diese Gründe hätten für ihn den Ausschlag gegeben, weiterzumachen.
Bei aller Freude bleibt aber auch die Frage: Wie schlecht muss es um die Kommunikation zwischen Trainer und Vereins-Verantwortlichen bestellt sein, wenn offensichtlich nur ein Außenstehender die Sprachlosigkeit überwinden kann?

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