aktualisiert: 20.12.2011 10:14 Uhr
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19. bi2 25. November 2011
Kein Eisbär, aber: Danke, Anke!
SONNTAG
Im Idealfall ist der siebte Tag der Woche Familientag. Um 13 Uhr treffen sich Vater, Mutter und Kinder am mehr oder weniger reich gedeckten Tisch, um ihr gemeinsames Mittagessen einzunehmen und auf Familie zu machen. Es sei denn, der Sport ruft. Für Fußballer oder Fußballfans in unseren Breiten ist Sonntag ein normaler Spieltag. Tischtennisspieler dagegen zählen eher zum oben genannten Idealfall. Es sei denn, sie haben es in die Bayernliga geschafft, gehören dem TV Etwashausen an und müssen ein Nachholspiel gegen den TSV Stein bestreiten.
Auch wenn die Tischtennistische eher weniger reich gedeckt und nur mit dem Nötigsten, einem bescheidenen Netz, versehen sind, fallen knurrende Mägen – zumindest bei den Heimspielen des TV Etwashausen – unter die Rubrik „selbst schuld“. Die einen nennen sie die „gute Seele“, andere sprechen von der „Mutter der Kompanie“ und alle meinen dieselbe Person: Anke Sasse, die Mutter des Nachwuchstalents Christoph Sasse, kümmert sich seit Jahren um das leibliche Wohl von Spielern und Zuschauern bei den Spielen der Etwashäuser Ersten. Ob Kuchen oder belegte Brötchen: Danke, Anke!
MONTAG
Fußball-Schiedsrichter sind zur Zeit in aller Munde. Die Bandbreite der Begleitumstände reicht dabei von betrügerisch (Steuersünder) über fehlerhaft (Spielleitung) bis tragisch (Babak Rafati).
Diese Ereignisse sind – obwohl weit weg von uns – selbst in unseren Breiten ein Thema. Aber auch hierzulande gibt es Kritik an den Schiedsrichtern. Dabei wollen wir noch nicht einmal auf die Qualität der Spielleitung eingehen. Schon bevor der Unparteiische erstmals in seine Pfeife geblasen hat, kann es Probleme geben. Beispielsweise in Erlach, wo Schiedsrichter Stefan Volkmann unserem Mitarbeiter Michael Kämmerer untersagte, sich vor dem Spiel vom Spielberichtsbogen die Mannschaftsaufstellungen abzuschreiben. Als Grund für die Ablehnung nannte Volkmann den Datenschutz und verwies auf seinen Ochsenfurter Schiedsrichter-Gruppen-Obmann Helmut Wittiger.
Der hat nach eigenen Worten selbst kein Problem damit, dass Berichterstatter vor dem Spiel (!) die Aufstellungen abschreiben oder fotografieren, und will auch bei der nächsten Schiedsrichtersitzung dieses Thema auf die Tagesordnung setzen. Mit hoffentlich positivem Ausgang für uns. Oder besser für die gedeihliche Zusammenarbeit zwischen Schiedsrichtern und Presse, so wie sie eigentlich seit Jahrzehnten stattgefunden hat.
Selbst Jürgen Igelspacher, der Geschäftsführer des Bayerischen Fußballverbandes, hat nichts gegen die in meinen Augen bewährte Prozedur. Er lässt es aber im Verantwortungsbereich der Schiedsrichter, wie sie ihre Zusammenarbeit mit den Medien gestalten wollen.
Bliebe noch die Frage: Welche datenschutzrechtliche Gründe könnten dafür sprechen, dass sich Schiedsrichter weigern, vor dem Spiel (!) die Aufstellungen an die Berichterstatter weiterzugeben? In der Schiedsrichtergruppe Würzburg ist dieses Thema offensichtlich gar keines, wie zu erfahren war. Die Vermutung eines dort angegliederten Pfeifenmannes: „Vielleicht wollte sich damit nur wieder jemand wichtig machen!“
MITTWOCH
Im verflixten siebten Jahr drohen offensichtlich nicht nur Ehen zu scheitern. Ausgerechnet die für den 7. Januar 2012 geplante siebte Austragung des Winter-Mountain-Bike-Marathons „Ride – der Eisbär“ wird nicht stattfinden. Die zu „geringe Teilnehmerzahl“ führen die Veranstalter als Grund für die Absage ins Feld. Kein Wunder. Welcher Teilnehmer am Eisbär-Marathon hat schon große Lust – wie am 9. Januar dieses Jahres geschehen – nach dem Wettkampf als verschmutzter Braunbär dazustehen?

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