aktualisiert: 20.12.2011 10:12 Uhr
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26. November bis 2. Dezember 2011
Spielertrainer als Volltreffer
SONNTAG
Es ist schon erstaunlich, welche Geschichten der Sport schreibt. Da muss beispielsweise Fußballspieler Tim Reiner den Weg über den TSV Karlburg gehen, um als Torjäger so richtig ins Blickfeld zu rücken. Vor der Saison von Bayern Kitzingen zum Ligarivalen gewechselt, hat er mittlerweile 15 Mal getroffen und damit die Spitzenposition in der Liga-internen Torjägerliste übernommen.
Dass er in der Landesliga-Mannschaft nicht so zum Zug kam, lag an seiner Spielweise, glaubt einer, der ihn seit Jahren kennt. Tim Reiner ist ein Strafraumspieler, keiner der sich viele Bälle außerhalb erarbeitet und behauptet. Ihm fehlt ein bisschen die Spritzigkeit. Heuer spielt er in einer Spitzenmannschaft, die offensiv agiert. Er steht im Strafraum, wird bedient und trifft. Das ist seine Stärke. Die könne er immer dann ausspielen, wenn er in einer offensiven Mannschaft spiele, urteilt der Experte. Das könne durchaus auch in der Landesliga sein. Gleichzeitig gelte aber auch im Umkehrschluss. Wenn der Torjäger in einer defensiv eingestellten Kreisklassenmannschaft spiele, hätte er so seine Probleme.
DIENSTAG
„Ober sticht Unter.“ Der Vergleich aus dem Kartenspiel lässt sich auch auf den Sport übertragen. Nehmen wir beispielsweise Christian Rasp. Der Mainbernheimer Sprinter, groß geworden bei der TG Kitzingen, dann zum TV Etwashausen gewechselt und von dort zur LG Karlstadt-Gambach-Lohr zieht weiter. Er schließt sich der LG Stadtwerke München an, dem FC Bayern der bayerischen Leichtathletik. Glückwunsch und viel Erfolg!
MITTWOCH
Die Marktgemeinde Geiselwind ist unter anderem bekannt für ihr Freizeitland, Strohofer-City, ihre idyllische Lage im Steigerwald und ihre Wetterkapriolen. Überspitzt formuliert: Während in Rest-Unterfranken Fußball gespielt werden kann, kommt es schon vor, dass im bekanntesten Wintersportort des Landkreises Kitzingen die Partie abgesagt wird. Dies hat nicht selten ungläubiges Staunen bei den zuständigen Spielgruppenleitern hervorgerufen.
Mag auch manche Absage eher der schlechten Verfassung der Mannschaft als der des Platzes geschuldet gewesen sein, ist eines klar: Die Witterung in Geiselwind ist anders als im übrigen Bezirk.
Am Sonntag sollte nun die mittlerweile in den Niederungen der Kreisklasse angekommene Fußballmannschaft ihr Nachholspiel gegen den TSV Schwebheim austragen, was aber nicht geschieht. Der Gegner der wegen eines Geiselwinder Todesfalles vor ein paar Wochen ausgefallenen Partie hat den Termin abgelehnt. Rudi Hummel, graue Eminenz im TSV-Hintergrund, glaubt auch den Grund zu kennen. „Deren gefährlicher Stürmer Tobias Bähr fällt aus.“ Das sei nur einer der Absagegründe, berichtet Schwebheims Informant Konstantin Willacker, Weihnachts- und Geburtstagsfeiern die anderen.
FREITAG
Das Thema ist so alt wie die Funktion selbst. Was muss ein Spielertrainer im Fußball können, um ein wirklich guter zu sein? Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Tätigkeit ist die sportliche Unangreifbarkeit. Sobald seine eigene Leistung zu wünschen übrig lässt, sind in Umfeld und Mannschaft nach Aus-/Einwechslungen kritische Stimmen hörbar, es sei denn, er geht selbst vom Platz. Womit wir schon beim nächsten Problem wären. Es gibt Spielertrainer, die nur durch ihr aktives Eingreifen als Torschützen, Spielgestalter oder dergleichen Erfolg garantieren. Sobald sie verletzt auf der Bank Platz nehmen müssen, ist es mit ihrer Herrlichkeit vorbei. Dann trennt sich die Spreu vom Weizen und man erkennt, das gute Spielertrainer nicht unbedingt auch gute Trainer sein müssen.

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