publiziert: 08.04.2011 16:30 Uhr
aktualisiert: 08.04.2011 17:15 Uhr
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Boxengeflüster: Frauen denken praktischer!

Frauen spielen in den meisten Formel-1-Teams nur eine untergeordnete Rolle, tauchen eher im Catering, maximal in der PR- und Pressearbeit auf, aber nicht im oberen Management. Eine Ausnahme bildet Monisha Kaltenborn, die Anwältin mit österreichisch-indischen Wurzeln ist seit gut eineinhalb Jahren Geschäftsführerin des Schweizer Sauber-Teams, vertritt auch oft Teamchef Peter Sauber an der Strecke, so wie jetzt in Malaysia – und ist dann eine große Ausnahme bei Pressekonferenzen oder auch gemeinsamen Sitzungen der Teambosse.

 

Was sie selbst schade findet. „Ich glaube, wenn es in der Formel 1 mehr Frauen in den entscheidenden Positionen gäbe, dann würde manchmal viel weniger lange und emotional diskutiert und viel schneller und pragmatischer entschieden.“ Die Top-Männer in der Formel 1, so ist ihr aufgefallen, hätten ein extrem emotionales Verhältnis zu der gesamten Materie – sie selbst sieht die Dinge eben eher aus der Business-Position. Was sie nicht sagt, aber wohl denkt: Bei vielen ihrer Teamchef-Kollegen kommt dann noch das Thema „Alpha-Männchen“ mit dazu.

Eine weitere Frau, die eine wichtige Position inne hat, ist Oksana Kosachenko, Managerin von Lotus-Renault-Fahrer Witali Petrow. Der Russe war mit seinem dritten Platz der Überraschungsmann beim Auftaktrennen in Melbourne. Dass er letztes Jahr überhaupt in den Renault kam und dort auch nach einem nicht gerade überzeugenden ersten Jahr auch bleiben durfte, ist nicht zuletzt ihren guten Verbindungen in höchste Wirtschafts- und Regierungskreise zu verdanken – sie reichen bis in den engsten Zirkel um Wladimir Putin.

Anfangs nahmen viele die blonde Oksana, die gern in langen Flatterkleidern durchs Fahrerlager flaniert, nicht richtig ernst, inzwischen schon. Dass die Lotus-Renault-Piloten in Malaysia statt in den gewohnten schwarzen in goldenen Overalls antreten, geht auf sie zurück. „Meine Idee“, lacht sie, „ich habe vorgeschlagen, sich was zu überlegen, weil die Hitze in den schwarzen Dingern ja absolut unerträglich sein muss. Wir Frauen denken eben praktischer!“

    
    

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