publiziert: 17.04.2011 18:30 Uhr
aktualisiert: 17.04.2011 18:32 Uhr
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Einwurf: Dem Magier geht die Magie aus

Ein Blick in ein Lexikon ist oftmals hilfreich. Zur Frage, was ein Magier ist, wirft die freie Internet-Enzyklopädie „Wikipedia“ Folgendes aus: Magier ist vom Griechischen „mageia“ abgeleitet, was für Zauberei, Gaukelei und Blendwerk steht. Das Wort stammt aus dem Volk der Mager, die im zoroastrischen Glauben als besonders gute Traumdeuter galten. Zwei Fußball-Träume könnten bald in Wolfsburg und Frankfurt zerplatzen, denn Rituale, Beschwörungsformeln und andere magische Praktiken helfen in der harten Realität des Profifußballs wenig: Am Ende der Saison zählen nur die Punkte. Felix Magath in Wolfsburg und Christoph Daum in Frankfurt wird in der bundesligaüblichen medialen Überhöhung seit längerem „Magier“-Status zugebilligt. Sie wurden bei ihrem Amtsantritt wie die größten Zauberer aller Zeiten gefeiert, bei Christoph Daums Einstieg in Frankfurt übertrug der hessische Rundfunk das Training live, nach Felix Magaths Blitzwechsel von Schalke 04 zurück zum VfL, den er 2009 zum Meistertitel coachte, kamen 1500 Fans, ein Baby wurde ihm auch gleich in den Arm gedrückt als sei er der Papst persönlich. Dass sich in Gelsenkirchen alle vor Magaths schwarzer Magie fürchteten, interessierte vor einem Monat in Niedersachsen keinen.

Doch nun kehrt in Wolfsburg und Frankfurt Ernüchterung ein. Der VfL ist weiter auf dem Relegationsplatz, die Eintracht hat als 15. nur vier Punkte Vorsprung und mit Daum immer noch nicht gewonnen. Felix Magath muss nun ausbaden, dass seine Mannschaft schlecht austrainiert und von Möchtegern-Magier Dieter Hoeneß miserabel zusammengestellt ist. Und Daum ist es trotz aller psychologischen Trainings-Tricks nicht gelungen, die Frankfurter Torflaute nachhaltig zu beseitigen. Außerdem war seine Wechseltaktik in Hoffenheim zumindest fragwürdig. Ob Daum und Magath Erfolgs-Zauberer oder doch nur Blender sind, zeigt sich am letzten Spieltag: Abstieg oder Rettung, schwarz oder weiß. Dazwischen gibt es nichts.

Von unserem Redaktionsmitglied Oliver Schikora
    
    

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