publiziert: 23.10.2011 20:47 Uhr
aktualisiert: 23.10.2011 21:11 Uhr
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Einwurf: Ein Bayern-Sieg für 12,50 Euro?

Was kostet eigentlich ein Bayern-Sieg? Vereinspräsident Uli Hoeneß hat diese Frage in der vergangenen Woche in einem Interview unmissverständlich beantwortet: schlappe 12,50 Euro! „Wir hatten mal einen Trainer namens Jürgen Klinsmann. Da gab es Mannschaftssitzungen mit einer Powerpoint-Präsentation. Da haben wir für zigtausend Euro Computer gekauft. Heynckes hat eine Flipchart und fünf Edding-Stifte. Da kostet einer 2,50 Euro. Und da malt er auf die Tafel die Aufstellung des Gegners und sagt ein paar Takte dazu. Mit Heynckes gewinnen wir Spiele für 12,50 Euro.“

Wer jetzt auf die Idee kommt, sich bei diesem Schnäppchen-Preis schnell mal einen Bayern-Sieg kaufen zu wollen, dem sei gesagt, dass es sich hier um die Milchmädchenrechnung eines Bratwurstverkäufers handelt. Schließlich unterschlägt der Vereinsboss dabei das eine oder andere Milliönchen an Trainer-Verdienst und Spieler-Gehältern.

Über den aktuellen Jahresetat des FC Bayern kursiert die Zahl von 100 Millionen Euro. Somit käme ein Bayern-Erfolg in einem Pflichtspiel – wir gehen mal von 53 möglichen siegreichen Partien (34 Bundesliga, 13 Champions League, sechs beim DFB-Pokal) aus – 1 886 792,40 Euro. Aber halt! Jetzt haben wir in der Eile die Edding-Stifte vergessen: 12,50 Euro pro Partie. Somit korrigieren wir die Hoeneßsche Sieg-Konstante auf folgenden Wert: 1 887 454,90 Euro für einen Bayern-Sieg. Nach dem gestrigen Spieltag sei der Vollständigkeit halber hinzugefügt: eine Niederlage ist auch nicht billiger.

Im Zusammenhang mit Hoeneßscher Bayern-Mathematik drängt sich jedoch auch noch eine andere Frage auf. Wo in aller Welt besorgt sich ein – von Neidern gern als großkopfert bezeichneter – Verein wie der FCB eigentlich seine Textmarker für 2,50 pro Stück? Das wäre ein echtes Beispiel schlechten Wirtschaftens. Schließlich kostet das Stück auf der Edding-Internetseite gerade mal 1,79 Euro, bei einem anderen Internet- Anbieter – bei Abnahme von über 100 Stück – sogar nur 1,19 Euro.

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Mewis
    
    

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