publiziert: 11.08.2011 18:12 Uhr
aktualisiert: 12.08.2011 10:38 Uhr
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Einwurf: Eine Antwort auf viele Fragen

Joachim Löw und seine Nationalmannschaft haben in Stuttgart nicht nur gegen Brasilien gewonnen. Sie haben mit ihrem famosen Auftritt auch einige Debatten erstickt, die in den aufgeheizten Tagen vor der Partie hochgekocht waren: Michael Ballack beispielsweise. Über die Art und Weise, wie der einstige Kapitän aus der DFB-Elf komplimentiert worden ist, mag weiterhin trefflich zu streiten sein. Das ändert jedoch nichts am Fakt, dass diese Mannschaft längst ohne ihren alternden Star auskommt. Es ist der Fußball einer anderen Generation, der sich da gerade in die Herzen der Fans spielt.

Ganz nebenbei ist das scheinheilige Geheul der Bundesliga auch verstummt. Abgesehen davon, dass den Klub-Verantwortlichen sowieso nie ein Termin in den Kram passt: Kein Liga-Kick kann den Wert eines Spielers so in die Höhe treiben, wie es solch ein Auftritt gegen den fünfmaligen Weltmeister Brasilien vermag. Die Nationalmannschaft dient somit den Klubinteressen. Das Lamento über verwaiste Übungsleiter, die mit ein paar Amateuren in den Länderspielwochen den Trainingsbetrieb in der Heimat aufrechterhalten, es mag keiner mehr hören. Das ausverkaufte Stadion und die prächtige Stimmung in Stuttgart sowie rund 11,5 Millionen Fernsehzuschauer unterstreichen die Beliebtheit der Nationalelf – und warum sollen die Deutschen ihr Lieblingsteam nicht auch mal in der Ferienzeit geboten bekommen? Wer den Spagat nicht schafft zwischen Brasilien am Mittwoch und Wolfsburg am Samstag, der ist im hoch bezahlten Profibetrieb eben fehl am Platz.

Am meisten aber dürfte den Bundestrainer beim 3:2-Sieg gefreut haben, dass sein Spieler-Reservoir immer größer wird. Allen voran Mario Götze, aber auch Jungs wie André Schürrle, Toni Kroos und Kevin Großkreutz drängen vehement ins Team. „Es ist gut, wenn schon die Jungen die Jungen unter Druck setzen“, sagte Löw. Sein Team lernt dabei offenbar immer besser, mit den gestiegenen Erwartungen umzugehen. Erstmals seit langem galt die DFB-Elf gegen Brasilien als Favorit – und zeigte auf dem Platz weshalb. So verbleibt ein Gegner, an dem sich die Deutschen noch reiben können: Spanien. Über die Fußballkünstler aus Barcelona und Madrid wurde in Stuttgart fast häufiger gesprochen als über die brasilianischen. Kein Wunder: Am amtierenden Weltmeister scheiterte die deutsche Auswahl bei den letzten beiden Turnieren. Aber wenn die Entwicklung der Löw-Schüler so weitergeht wie bisher, dann werden aller guten Dinge drei sein . . .

Von unserem Redaktionsmitglied Achim Muth
    
    

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