aktualisiert: 31.03.2011 20:45 Uhr
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Einwurf: Kein Mann fürs Schrille
Es gibt Schlagzeilen-Produzenten in der Fußballszene, die uns mit ihrem Wirken viel Kurzweil beschert haben. Etwa Lothar Matthäus mit seinem Liebesleben, Stefan Effenberg mit seinem Liebesleben oder aber Franz Beckenbauer mit seinem Liebesleben. Doch nicht allein Scheidungen und Seitensprünge bringen Sportler oder solche, die's mal waren, auf die Seiten bunter Blätter, auch Wettbetrügereien, Alkohol- oder Drogenabusus können den Bekanntheitsgrad erhöhen. Und wer es mit all diesen Dingen nicht geschafft hat, auf sich aufmerksam zu machen, der kann es auch eine Nummer kleiner haben – kann Medien nutzen, etwa um die Unfähigkeit seines Trainers oder die Leidenschaftslosigkeit des eigenen Publikums zu geißeln.
Wer es nicht fertig bringt, auf angesprochene Art auffällig zu werden, dem wird schnell das Etikett „Langweiler“ umgehängt. Ein Vertreter dieser leisen Zunft ist Hans-Jörg Butt. Die aktuelle Nummer zwei des FC Bayern hat es in seiner Karriere nie geschafft, für medialen Wirbel zu sorgen. Dabei hätte Butt durchaus Gelegenheit dazu gehabt. Als er in Leverkusen und unlängst auch in München trotz guter Leistungen von den Trainern Skibbe und van Gaal zur Nummer zwei degradiert wurde, ertrug er das ohne öffentliche Klagen. Als Bayern-Spieler Elfmeterchancen vergaben, hätte er mit Fug und Recht drauf verweisen können, dass er vom Punkt aus ein sicherer Schütze ist. Tat er aber nicht. Und im Vorfeld der WM in Südafrika verzichtete er auch darauf, im Nationalteam einen Stammplatz einzufordern.
Kurz und gut – Butt ist ein gelassener und in sich ruhender Zeitgenosse, um den es nie Wirbel gab. Auch nicht, als der mittlerweile 36-Jährige, dessen Vertrag am 30. Juni ausläuft, am Dienstag ankündigte, bei den Münchnern vielleicht noch ein Jährchen draufzusatteln. Ein Karriereende als beleidigte (Ersatzkeeper-)Leberwurst hätte auch nicht zu Hans-Jörg Butt gepasst.

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