aktualisiert: 07.08.2011 20:46 Uhr
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Einwurf: Mit dem Zweiten schläft man besser
Der erste Absteiger der Saison steht schon fest: Die Mainzer boten zum Bundesliga-Auftakt eine ganz schwache, weil alt- und hausbackene Leistung, die mit den Worten zweitligareif treffend beschrieben ist. Stieß schon eine Entscheidung aus der vergangenen Saison – die Anstoßzeit wurde auf zuschauerunfreundliche 23 Uhr verschoben – bei einigen Fans auf reichlich Unverständnis, ärgerte sich nun am späten Samstagabend so mancher Fußball-Anhänger auf den Sofa-Rängen über eine unterirdische Darbietung des ZDF-Teams von Trainerin Katrin Müller-Hohenstein: Sportstudio 21.
Da wurde allen Ernstes als bahnbrechende Neuerung zur neuen Erstliga-Saison angepriesen, von der Abendpartie zwischen Hertha BSC und dem Club eine ausführliche Spielstatistik anbieten zu können: mit Ballbesitz, Torschüssen, Zahl der angekommenen Pässe, Zweikampfverhalten und, man glaubt es kaum, sogar auf dem Rasen zurückgelegten Mannschaftskilometern. Eine wahrlich unglaublich neue Idee . . .
Als Frau Müller-Hohenstein dann noch stolz verkündete, dass Studiogast Christian Fuchs vom FC Schalke 04 während der 0:3-Niederlage in Stuttgart eigens, speziell und höchstpersönlich von zwei Kameras gefilmt worden sei, welche Laufwege und zurückgelegte Strecke des österreichischen Abwehrspielers exakt ermittelt hätten, hatte uns das ZDF endgültig gefesselt. Innovative Ideen, nie da gewesenes Zahlenmaterial – vielleicht sollte die Spät-Sport-Sendung künftig mit diesem Slogan werben: Mit dem Zweiten schläft man besser!
Doch es kam noch schlimmer: der Neu-Schalker Fuchs, bekennender Reptilien-Fan und Schlangen-Halter, durfte/musste im Studio noch eine Königspython nebst einer Boa constrictor in die Kamera halten. Bernhard Grzimeks Fernseh-Klassiker „Ein Platz für Tiere“ lässt grüßen. Wir freuen uns schon darauf, in der nächsten Woche Manuel Neuer und seine Weberknechte im „aktuellen Schlafstudio“ begrüßen zu dürfen.

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