publiziert: 31.03.2011 20:45 Uhr
aktualisiert: 31.03.2011 21:29 Uhr
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Einwurf: Sportlich top, Sponsor Flop!

Sportlich top, Sponsor Flop! Der 1. FC Nürnberg ist trotz des Bundesliga-Höhenflugs in die Kritik geraten. Der Grund ist Hauptsponsor „Areva“, für den der Tabellensechste auf seinen Trikots wirbt. Der französische Energiekonzern – größter deutscher Standort ist Erlangen – ist Weltmarktführer auf dem Gebiet der Nukleartechnik, Zulieferer für Kernkraftwerke, baut Reaktoren, betreibt in Frankreich die Wiederaufbereitungsanlage La Hague und ist auch für die Castor-Transporte zuständig, die von dort nach Gorleben rollen.

Ein Kernkraft-Unternehmen als Geldgeber: Nach dem Super-GAU im japanischen Fukushima und der aktuellen Atomausstiegsdebatte hat der Club ein Image-Problem. Am Mittwoch protestierten Atomkraftgegner unweit des Club-Geländes am Valznerweiher gegen die Zusammenarbeit des Vereins mit dem Atomkonzern, das Energiewendebündnis Nürnberg wirft dem FCN vor, „Werbung für die Atomkraft“ zu betreiben. Ralf Woy, Finanz-Vorstand des 1. FC Nürnberg, warb in einem Interview um Verständnis dafür, dass es keinen sofortigen Atomausstieg des Club geben könne: „Vertrag ist nun mal Vertrag, und der läuft mit Areva noch bis zum 1. Juli 2012.“

Greenpeace setzte den Club in der Bundesliga übrigens schon vor dem verhängnisvollen Atom-Unfall auf den letzten Tabellenplatz. Die Umweltorganisation erstellte in ihrem Magazin anhand der Hauptsponsoren der Vereine jüngst eine „grüne Tabelle“, in der Nürnberg – „radioaktiv kontaminiert“ – Schlusslicht ist. Weiter auf den Abstiegsplätzen: Borussia Dortmund als 17. (Sponsor Evonik – „betreibt in Deutschland neun Kohlekraftwerke“) und die Frankfurter Eintracht auf Rang 16 (Großflughafen Fraport, „für dessen Expansion schon jede Menge Bäume gerodet und üble Fouls begangen wurden“).

Greenpeace-Tabellenführer ist übrigens Mainz 05. Der FSV wirbt nicht nur für den Ökostromanbieter „Entega“, sondern auch damit, der „erste klimaneutrale Verein der Bundesliga“ zu sein. Geschäftsstelle und Fanshop werden mit Ökostrom beliefert, das Lüftungssystem des Stadions wurde stromsparend optimiert und die Klimabilanz wird durch Aufforstungen in Kanada ausgeglichen.

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Mewis
    
    

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