publiziert: 02.08.2011 21:47 Uhr
aktualisiert: 02.08.2011 22:03 Uhr
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Einwurf: Warum uns Poldi nicht wurscht ist

Das kann ja heiter werden. „Prinz Poldi kein Kapitän mehr“, „Oliver Pocher als Moderator zu Sky“ und – als hätte das nicht schon gereicht – jetzt auch noch „Großkonzerne drängen regionale Caterer aus den Bundesliga-Stadien“. Die Schlagzeilen vor dem Start in die 49. Bundesliga-Saison lassen einiges befürchten. Aber immer schön der Reihe nach.

Stale Solbakken, mit vielen Vorschusslorbeeren bedachter neuer Trainer, hat die kontrovers diskutierte Kölner K(apitäns)-Frage „Podolski oder Rensing?“ knallhart mit „Geromel!“ beantwortet. Der Norweger nimmt dabei sogar eine Flucht des polnisch-stämmigen deutschen Nationalspielers in Kauf. Legt man Podolskis Rückrundenleistung (mit Kapitänsbinde) zugrunde, bleibt nur ein Kopfschütteln und die Frage, ob der vom norwegischen Fußballverband freigekaufte Solbakken schon jetzt Heimweh nach der Nationalmannschaft hat. Dass Podolski beim 3:0-Pokalsieg gegen den SC Wiedenbrück gute Kritiken bekam, lässt hoffen und beruhigt vielleicht auch den sich Sorgen machenden selbst ernannten Fußball-Experten Mario Basler. „Was hat Poldi bisher geleistet?“, fragt der frech.

Diese Frage ließe sich natürlich auch in Richtung Basler oder Oliver Pocher stellen. Beide haben nämlich eine Gemeinsamkeit: Der bekennende Weißbier-Liebhaber ist zuletzt als Trainer bei Wacker Burghausen gescheitert, der Entertainer bei Sat.1. Während Basler seit einigen Jahren bei einer großen Tageszeitung unter seinem Namen über die Fußball-Bundesliga lästern darf, ist Pocher ab dem Wochenende als Fußball-Moderator beim Bezahl-Sender „Sky“ zu sehen. Er berichtet dann aus den Stadien der Fußball-Bundesliga, in denen immer seltener „Wurst-Willi“ die Besucher füttert, sondern der amerikanische Aramark-Konzern aus Philadelphia (VfB Stuttgart) oder Eurest Sports & Food (Werder Bremen, TSG Hoffenheim).

Das sei alles aber nur halb so schlimm, versichert uns ein altes bayerisches Sprichwort: „Nix is heit so wichtig, dass's morgen ned schon wieda wurscht war!“

Von Wilhelm Roos wilhelm.roos@mainpost.de
    
    

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