publiziert: 20.05.2010 20:33 Uhr
aktualisiert: 20.05.2010 20:49 Uhr
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Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?

Interview mit ehemaligem Sportschau-Moderator Obermann

Wenn das mit der Klimaerwärmung so weitergeht, erfrieren wir irgendwann noch alle. Oder ertrinken. Bin am Donnerstag auf dem Weg zu Holger Obermann durch den Spessart gefahren, und wenn das Display am Armaturenbrett nicht 20.05.2010 angezeigt hätte, ich hätte den Tag für original November gehalten.

  • Obermann Fußballlehrer in Afgahnistan Der deutsche Fußballlehrer Holger Obermann ist in Cherikat, 60 Kilometer nördlich der afgahnischen Hauptstadt Kabul, von einer Gruppe Nachwuchs-Fußballern umringt. (undatiertes Archivfoto). Nach über 15 Jahren als Entwicklungshelfer in Asien, hat Obermann im vergangenen Jahr über 200 Übungsleiter in ganz Afgahnistan ausgebildet, die nun nach dem Krieg dafür sorgen sollen, dass die Kinder und Jugendlichen im Land wieder unter Anleitung Fussball spielen können. 20 000 Euro Geldspenden, die zu dem 70. Geburtatg von Manfred von Richthofen (Präsident des Deutschen Sportbundes) zusammen kamen, sowie 1 000 Bälle der Sepp Herberger Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes haben den Start des Projektes möglich gemacht. Foto: NOK dpa (zu dpa KORR: "Fußball heilt Wunden - Trainer Holger Obermann hilft in Afgahnistan" vom 11.10.2004)
    Nationales Olympisches Komittee (Nationales Olympisches Komittee)
Bild von
Regen, Nebel, Bäh. Ich musste an Rudi Carrell denken, der zu seligen Hitparaden-Zeiten mal das Lied gesungen hat: „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“

Mit dem ehemaligen ARD-Sportschau-Moderator Holger Obermann, der in der Nähe von Bad Homburg lebt, habe ich ein interessantes Interview geführt. Der mittlerweile 73-Jährige ist seit nahezu 25 Jahren als Fußball-Entwicklungshelfer in aller Welt tätig und hat schöne Geschichten erzählt aus Malaysia, Nepal, Afrika. Vor allem war ihm anzusehen, wie sehr er den Fußball und die Arbeit mit Kindern liebt: „Fußball ist das einzige Spiel der Welt, das Menschen aller Rassen, Kulturen und Farben verbindet.“

Er wird übrigens auf Einladung der FIFA auch zur WM nach Südafrika fliegen, er sieht das Turnier als große Chance für den Kontinent: „Nicht nur für die Wirtschaft, sondern vor allem für das Bewusstsein der Afrikaner ist die WM enorm wichtig.“ Das ausführliche Interview erscheint am Samstag, 5. Juni, im Reportteil der „Main-Post“ und wird anschließend natürlich auch hierher verlinkt.

So langsam steigt auch bei mir die Anspannung. Am Mittwoch ist der A 380 in Frankfurt gelandet, jener Riesenvogel, der uns am 6. Juni nach Johannesburg bringen wird, nach Afrika, in eine fremde Welt. Ich habe mich jetzt auch mit dem Thema Impfen auseinandergesetzt. Südafrika-erfahrene Freunde aus Düsseldorf, die auf der Rückfahrt von Oberammergau Station bei uns gemacht haben, rieten mir dazu.

In einem alten Leitz-Ordner fand ich tatsächlich meinen kleinen, gelben Impfpass. Der letzte Eintrag allerdings datiert aus dem Jahre 1978. Eine Nachfrage bei meinem Hausarzt brachte auch nicht viel Neues zu Tage: 1998 war noch eine Tetanus-Impfung erfolgt, das war’s. Mit diesen spärlichen Infos bin ich ins Tropeninstitut der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg. Dort klärte mich ein netter Arzt auf. Von einer Malaria-Prophylaxe riet er mir ab, weil ich mich voraussichtlich nicht in Malaria-Gebieten wie dem Krüger-Nationalpark aufhalten werde. Empfohlen wurden mir dagegen Impfungen gegen Hepatitis A und B sowie eine Mehrfachspritze gegen Tetanus, Polio usw.

Nach eineinhalb Stunden fühlte ich mich sicher, hatte zwei kleine Pflaster auf dem linken Oberarm und war 160 Euro los. Meine Krankenkasse wird bald einen kleinen Antrag bekommen. Bei dem nasskalten Wetter hätte ich mich am besten auch gleich gegen Grippe schützen lassen sollen, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf: Für Pfingsten jedenfalls ist sogar etwas Sonnenschein gemeldet.

Ich werde dann schon in Eppan sein. Im Trainingslager in Südtirol stoße ich ein paar Tage zur Nationalmannschaft, die Vorbereitung bietet erfahrungsgemäß die beste Möglichkeit für ein paar Interviews. Läuft das Turnier erstmal, ist oft die Nachfrage der Journalisten und die Anspannung bei den Spielern zu groß. Ich hoffe, einen Termin mit dem Schalker Heiko Westermann zu bekommen. Er ist ja der einzige Unterfranke im Kader und könnte nach dem Ausfall von Michael Ballack eine Alternative im defensiven Mittelfeld sein.

Gerade ging noch eine Mail des FC Bayern München ein: Die Mannschaft hat vor dem Champions-League-Finale gegen Inter Mailand einen offenen Brief an die Fans verfasst, den ich hier einfüge. Ein Münchner Sieg in Madrid könnte auch der Nationalmannschaft einen Schub verpassen.

Offener Brief
  
Offener Brief


Es wird jedenfalls ein interessanter Fernsehabend – auch für Bundestrainer Joachim Löw (hier ein Interview mit ihm - warum der Bayern-Sieg Auftrieb gibt). Er hofft, dass sich keiner seiner sieben nominierten Bayernkicker verletzt und dazu passt auch unser Main-Post-Comic, für alle Häringer-Fans eine Pflichtlektüre am Samstag.

Ciao! 
Achim Muth
    
    

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