publiziert: 06.05.2011 17:45 Uhr
aktualisiert: 06.05.2011 19:18 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text Fußball: Landesliga
„Das Spiel gegen die Kickers ist für uns ein Endspiel“

Rimpars Spielführer Christian Betzel über den Absturz auf den letzten Tabellenplatz und die verbliebene Hoffnung auf den Klassenerhalt
  • Klassenkämpfer: Christian Betzel hofft mit dem ASV Rimpar noch auf den Liga-Verbleib in der Landesliga.
    Foto: Uwe Beck
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Christian Betzel (32) ist beim ASV Rimpar nicht nur Abwehrchef, Freistoß-Spezialist und einer der vier Kapitäne, sondern nach René Laschzok auch der älteste Spieler im Kader. Vor dem Derby gegen den FC Würzburger Kickers (Sonntag, 15 Uhr, Sportanlage Neue Siedlung) spricht er über den Absturz des ASV und die Situation beim Letzten der Fußball-Landesliga.

Frage: Sie haben in Ihrer Karriere genug Erfahrung im Abstiegskampf gesammelt. Was hat die überwiegend junge Mannschaft aus dieser misslichen Situation gelernt?

Betzel: Das ist sehr schwer zu sagen. Natürlich wäre es besser gewesen, wenn wir die jungen Spieler aus den unteren Klassen in einem normalen Jahr hätten integrieren können. Ein Andreas Hetterich, der aus der Kreisklasse zu uns kam, spielt auf einem sehr guten Niveau. Aber wenn es nach diesem krassen Sprung nicht sofort gegen den Abstieg gegangen wäre, hätte er mindestens doppelt so oft getroffen. Ohne diesen Druck ist man gerade als junger Spieler einfach abgeklärter.

Trainer René Grimm hat zuletzt kritisiert, dass der eine oder andere Spieler mitten in der Rückrunde in den Urlaub gefahren ist.

Betzel: Da möchte ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, weil ich deshalb selbst ein Spiel gefehlt habe. Das war aber aus familiären Gründen, weit vorher abgesprochen und gegen Spitzenreiter Frohnlach. Ansonsten würde ich mir schon wünschen, dass die Kritik vor allem den jungen Spielern die Augen geöffnet hat. Wir können so etwas mit unserem Kader nicht einfach wegstecken. Urlaubsbedingte Ausfälle während der Runde hätte es auf diesem Niveau früher auch nicht gegeben. Da haben sich die Werte offensichtlich gewandelt.

Sie selbst gelten als Führungsspieler und sind sogar ein paar Monate älter als René Grimm. Wie fühlt es sich denn an, die Anweisungen eines jüngeren Übungsleiters zu befolgen?

Betzel: Das ist überhaupt kein Problem. Wir pflegen einen offenen und ehrlichen Umgang. Der Trainer ist für mich eine Bezugsperson und er sieht mich, hoffe ich zumindest, als Bindeglied zur Mannschaft.

Was ist denn beim ASV – mal abgesehen von den urlaubs- und verletzungsbedingten Ausfällen – in den letzten Wochen falsch gelaufen?

Betzel: Da ist einiges zusammengekommen. Ein Knackpunkt war die 1:2-Niederlage gegen das Spitzenteam aus Selbitz, wo wir mit dem Schlusspfiff das entscheidende Gegentor hinnehmen mussten. Das hat uns alle extrem runtergezogen. Auch in Aubstadt haben wir eine Halbzeit lang überragend gespielt und schlussendlich wieder 1:2 verloren. Das brennt sich in die Köpfe rein. Wir sind vielleicht auch aus diesem Grund vorne nicht kaltschnäuzig genug.

Aber auch in der Abwehr klemmt es, obgleich sie in der Winterpause mit Christian Dierl und Tobias Jäger ordentlich verstärkt wurde. Der ASV hat 80 Gegentore in 30 Spielen kassiert – so viele, wie keine andere Mannschaft in der Landesliga.

Betzel: Da sollte man ergänzen, dass wir alleine in vier Partien fast 30 Gegentreffer bekommen haben. Aber es ist richtig, dass unsere Defensive kein Prunkstück mehr ist wie noch im ersten Jahr nach dem Aufstieg. Man spürt natürlich auch hier eine große Unsicherheit.

Nicht nur die Zahl der Gegentore, sondern auch der Trend spricht im Abstiegskampf gegen den ASV. Zuletzt gab es sechs Niederlagen in Serie. Gibt es noch Hoffnung auf den Klassenerhalt?

Betzel: Auch wenn es abgedroschen klingen mag: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Zudem haben wir noch zwei Spiele gegen direkte Konkurrenten. Natürlich muss man andererseits auch zur Kenntnis nehmen, dass der schlimmstmögliche Fall eingetreten ist: Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand, sondern sind auf die Hilfe anderer Teams angewiesen.

Wie viele Punkte werden in den verbleibenden vier Spielen notwendig sein, um die Liga zu halten?

Betzel: Wir brauchen mindestens drei Siege. Das Spiel gegen die Kickers ist für uns ein Endspiel. Ich bin mir sicher, dass jeder Einzelne alles auf dem Platz geben wird und dann reicht es mit dem notwendigen Quäntchen Glück auch für drei Punkte.

ASV Rimpar – FC Würzburger Kickers (Sonntag, 15 Uhr)

Die Lage beim ASV: Vor dem Derby gegen die Würzburger Kickers (5./53) kehren beim ASV (18./25) der zuletzt gesperrte Patrick Röder und der wiedergenese Verteidiger Nicolas Moskwiak in die Mannschaft zurück. Dafür wird neben den Langzeitverletzten Thomas Eisenbacher, Igor Mikic und Jens Kollert auch Abwehrspieler Tobias Jäger wegen eines Trainerlehrgangs fehlen. „Wenn wir nochmal in den Abstiegskampf eingreifen wollen, müssen Punkte her, egal gegen wen“, fordert ASV-Trainer René Grimm unmissverständlich einen Dreier. Die Lage bei den Kickers: Mit den Rot-gesperrten Dominik Schlessmann und Konstantin Sokolowski sowie dem verletzten Innenverteidiger Daniel Donaldson fehlen drei Spieler aus der Viererkette der Rothosen vom letzten Wochenende. Zudem steht hinter dem Einsatz von Defensivmann Benjamin Zierold ein Fragezeichen. Immerhin ist Peter Suchy wieder fit, Thomas Popp kehrt zudem in die erste Mannschaft zurück. Beide dürften zur Startformation gehören. „Nachbarschaftshilfe wird es keine geben,“ kündigt Trainer Dieter Wirsching an.

Provokation im Internet

Die Fans der Kickers haben die Derby-Stimmung vor dem Gastspiel der Rothosen in Rimpar mit einer Collage im Internet angeheizt. Auf der Fan-Seite der Kickers-Anhänger im weltweiten Netz – wohlgemerkt keiner offiziellen Vereinsseite – ist das Logo der Fernsehsendung „Bauer sucht Frau“ zu sehen. Der dazugehörende Text ist verändert: „Bauern-Ligafans suchen Radau“ ist dort zu lesen. Darunter steht: „Mit dem Traktor nach Rimpar.“ Eine eher unnötige Provokation!

Das Gespräch führte Jörg Rieger
    
    

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Die neuesten Kommentare

dalle (82 Kommentare) am 08.05.2011 10:57

dachlatte

Gut das ich noch den Kommentar von 1907 gelesen habe, denn ich als alte Rotsocke habe gedacht das Ernst gemacht wird mit Rimpar und habe meine Dachlatte schon zurecht gelegt. Lasse ich heute am Dalle bei meinem Freund Kalle.
(0)
Atego (52 Kommentare) am 07.05.2011 21:20

Rote Heulsusen

Jetzt schreibt ihr(1907) wieder ein Spruchband wie böse wir doch alle gegen die Kickers sind,sie nicht verstehen bla,bla,bla.
(3)
1907 (8 Kommentare) am 07.05.2011 17:18

Nur Kopfschütteln

Selten wurde mir so deutlich bewusst, in welch ignoranter und leichtgläubiger Welt wir leben, als beim Lesen dieses Artikels und des dazugehörigen Kommentars.
Es handelt sich bei der "Collage" um einen Flyer der zum Besuch des Spieles und der gemeinsamen Anreise aufrufen sollte. Tatsächlich war eine Fahrt mit Traktor und Leiterwagen geplant. Der Ausdruck "Radau" entstand lediglich des Reimes wegen. Ein wenig Ironie und Spass ist im heutigen Alltag aber scheinbar nicht mehr angebracht.
Nie kam jemandem der Gedanke mit dieser "Collage" zur Gewalt aufzurufen oder ähnliches, aber leider wurde wohl der Fehler gemacht, den doch recht beschränkten Horizont der Mainpostredakteure außer Acht zu lassen. Ich hoffe inständig, dass wir Ihnen, Herr Rieger, nicht den Schlaf geraubt haben und sie das Land noch nicht aus lauter Panik und Angst verlassen haben...
Im Endeffekt könnte ich hier noch lange weiter schreiben, aber mehr als ein Kopfschütteln ist diese unnötige Provokation einer Provinzzeitung, denn auf diesem Niveau wird hier teilweise geschrieben, dann doch nicht wert.
(0)
H.Yundai (91 Kommentare) am 07.05.2011 14:30

Blaue Heulsusen!

Ohhhhh da hat der kleine aber bubu gemacht! Dank euch blauen samt Kommentare habe ich jede Woche etwas zu lachen beim Mainau-Post lesen!
Danke dafür!
(0)
kirchnerhab (151 Kommentare) am 07.05.2011 11:48

Kickers - einfach armselig

Das die Kickersanhänger grundlos arrogant sind ist ja bekannt. Sie sollten sich darüber hinaus mal fragen gegen wieviele Dorfvereine sie schon verloren haben und warum sie mit diesen von ihnen so verachteten Dorfvereine in einer Klasse spielen- trotz großen Sponsor ??? Zudem diese Dorfvereine mehr Zuschauer haben als die Kickers. Für mich sind diese Kickersanhänger eine Schande für unser schöne Stadt Würzburg - ja für unsere ganze Region.
(4)
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