aktualisiert: 22.09.2011 18:57 Uhr
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Fußball: Landesliga Nord
„Einige lehnen sich zurück“
Sportleiter Conrad über die Lage bei der TG Höchberg vor dem Derby gegen die Kickers
Während für den Tabellenführer FC Würzburger Kickers (27 Punkte) vor dem Fußball-Landesliga-Derby (Anpfiff 17.45 Uhr am Waldsportplatz) in Höchberg eigentlich alles wie bisher weitergehen kann, hofft die gastgebende TG (15./11 Punkte) auf einen Neuanfang. Nach dem Rücktritt des erst zu Saisonbeginn verpflichteten Horst Gensler und einem Intermezzo mit Assistenz-Coach Johannes Väth soll es nun – bezeichnender Weise ab dem dreizehnten Saisonspiel – Thomas Karl als neuer Übungsleiter bei den Kracken richten (wir berichteten ausführlich).
Karl hat unter der Woche viele Einzelgespräche mit seinen Spielern geführt. „Er ist jetzt vor allem als Psychologe gefragt. Die Spieler sind durchaus selbstkritisch. Viele wissen aber nicht, warum wir so einen schlechten Lauf haben“, sagt TGH-Sportbeauftragter Rudi Hußlein. Immerhin sind er und Sportleiter Klaus Conrad, von den Qualitäten des Neuen überzeugt. „Er ist derjenige, der uns in der momentanen Situation am ehesten weiterhelfen kann“, sagt Conrad. Als „Wunschtrainer“ will er Karl aber nicht bezeichnen. „Das ist eine Floskel, die bedeutet, dass alle anderen zweite oder dritte Wahl wären. Thomas ist ein erfahrener Mann, der die Liga und die Spieler kennt.“ Und genau so einen braucht es offenbar derzeit am Waldsportplatz.
Mangelnde Erfahrung war einer der Hauptgründe, warum die Verantwortlichen nicht mit Väth als Cheftrainer weitergemacht haben, obwohl der laut Hußlein „ja auch nicht aus dem Tal der Ahnungslosen kommt. Aber er hatte nicht das Standing bei der Mannschaft.“ In Sand wurden zuletzt gar Auswechslungen mindestens kommentiert, teils gar kritisiert. „Wir mussten handeln“, sagt Conrad.
Gute Bilanz gegen die Kickers
Jetzt sind die Spieler gefordert. Und darüber, dass nun ausgerechnet der Tabellenführer kommt, ist keiner wirklich traurig: „Wir haben zuletzt immer gut gegen die Kickers ausgesehen“, erinnert Hußlein an die letzten acht Partien. Je zwei gewannen die Kontrahenten, vier endeten remis. „Wenn wir es so machen, wie die Kickers, die auch mal schlecht spielen, aber trotzdem gewinnen, soll es mir recht sein“, so der Sportbeauftragte. „Die Chance auf einen Sieg haben wir. Die Jungs wissen, wie es geht“, hofft er auf eine Initialzündung. Immerhin hatten einige Spieler zuletzt „mehr Power“ im Training eingefordert.
„In den nächsten vier Duellen spielen wir gegen drei Teams, die unter den ersten Vier stehen. Wir müssen trotzdem eine Serie starten – oder unser Saisonziel korrigieren“, blickt Conrad voraus, der bei einigen seiner Akteure eine gewisse Sattheit beobachtet. Immerhin kann der Dino der Liga, Höchberg spielt seit 23 Jahren ununterbrochen in der Landesliga, nicht absteigen. „Das beruhigt natürlich etwas.“ Aber: „Sollte sich bis zur Winterpause nichts ändern, muss ein Umbruch her. Vielleicht hat sich in den letzten Jahren zu vieles eingefahren. Jeder ist irgendwo zufrieden, hat sich eingerichtet. Einige lehnen sich zurück. Vielleicht muss dann frisches Blut her“, vermutet Conrad. Bereits im Oktober gibt es Verstärkung: „Mortimer Richter wird zurückkehren. Der Vertrag ist unterschrieben“, sagt der Sportleiter. Von 2007 bis 2010 spielte Allrounder Richter bereits bei der TGH. „Er ist vielseitig einsetzbar. Das heizt auch den Konkurrenzkampf an“, glaubt Conrad. Und das scheint dringend angesagt. Das Konzept, auf eine eingespielte Mannschaft zu bauen, die nur punktuell verstärkt wurde, geht – zumindest bisher – kaum auf.
Sieben Punkte fehlen zu Rang acht
„Wenn wir gegen die Kickers gut spielen und drei Punkte holen, kann das die Wende sein“, hofft Hußlein. Und verloren ist noch nichts „Wir haben nur sieben Punkte Rückstand auf Platz acht“, rechnet Conrad. „Aber wir müssen endlich mit dem Punktesammeln beginnen.“ Die Kickers freilich geben sich selbstbewusst und wollen ebenfalls siegen. „Fakt ist, dass wir heute als Tabellenführer wieder vom Waldsportplatz wegfahren werden. Die Frage ist nur, mit wie viel Punkten Vorsprung“, sagt Kickers-Trainer Dieter Wirsching. Sorgen, wie sie sie in Höchberg haben, sind am Dallenberg derzeit völlig unbekannt.
Personallage bei der TGH
Thomas Karl muss bei seinem Debüt als Übungsleiter am Höchberger Waldsportplatz gleich auf Torhüter Michael Bätz verzichten, bei dem immer noch nicht klar ist, ob er sich eine Innenbandzerrung oder einen Innenbandanriss im Knie zugezogen hat. Das soll erst nächste Woche endgültig geklärt werden. Für ihn wird Matthias Wohlfart bei der TG Höchberg zwischen den Pfosten stehen. Johannes Stumpf wird nach einigermaßen überstandenen Knieproblemen wohl mindestens auf der Bank Platz nehmen. Philipp Hügelschäffer kann spielen.
Mit welcher Formation Karl, der unter der Woche den Fitness-Zustand seines Teams als nicht gerade optimal bemängelte, beginnt, will er erst heute Nachmittag entscheiden. Auch ob es taktische Veränderungen gibt, lässt der Coach noch offen. Möglicherweise könnte Daniel Bufé neben Pascal Bloemer oder Andreas Ullrich in die Spitze rücken.
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