publiziert: 25.11.2011 18:12 Uhr
aktualisiert: 25.11.2011 19:52 Uhr
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„Einige werden sich warm anziehen müssen“

Trainer Michael Hochrein über seine und die Zukunft des Würzburger FV, Enttäuschungen und einen heißen Januar
  • „Momentan kann ich mir alles vorstellen – aufhören genauso wie weitermachen“: Michael Hochrein will sich zu Beginn des neuen Jahres entscheiden, ob er weiter Trainer beim WFV bleiben will.
    Foto: Fabian Frühwirth
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Mit dem Heimspiel an diesem Samstag gegen den TSV Aindling (14 Uhr, Sepp-Endres-Sportanlage) endet für Fußball-Bayernligist Würzburger FV eine sportlich eher durchwachsene Hinserie. Der Klub aus der Zellerau liegt aktuell vier Zähler hinter Rang neun zurück, der am Rundenende zur direkten Teilnahme an der reformierten Regionalliga berechtigt. WFV-Trainer Michael Hochrein (47) spricht im Interview über Enttäuschungen, seine persönlichen Ziele als Coach an der Mainaustraße und das, was er in der Winterpause auf alle Fälle ändern wird.

Frage: Wie froh sind Sie darüber, dass nach dem Heimspiel gegen Aindling erst einmal Schluss ist?

Michael Hochrein: Verdammt froh sogar. Nicht nur ich, wohl auch alle Spieler und die Verantwortlichen der meisten anderen Bayernligisten auch. Denn diese Vorrunde mit dann 22 Spielen hat doch an den Kräften gezehrt. Und bei uns im Besonderen. Wir hatten – wohlgemerkt aus den unterschiedlichsten Gründen – quasi durchgängig zu viele Ausfälle zu verkraften. Das war schwer.

Sind Sie trotzdem zufrieden mit dem, was bislang herausgekommen ist?

Hochrein: Mit Sicherheit nicht. Uns fehlen vier, fünf Punkte. Die hätten wir auch erreichen können. Aber für das, was wir bis dato abgeliefert haben, stehen wir in der Tabelle durchaus leistungsgerecht dort, wo wir jetzt auch sind.

Im Hinblick auf eine direkte Regionalliga-Qualifikation ist das aber zu wenig.

Hochrein: Klar, ich bin auch entsprechend enttäuscht, denn es wäre für uns mehr dringewesen.

Die Begründung, dass stete Ausfälle für die Leistungsschwankungen gesorgt haben, mag stimmen. Letztlich aber ist dieses Problem doch zum größten Teil hausgemacht. Dass Spieler während der Saison Urlaub machen, dürfte für einen Bayernligisten in dieser so besonders richtungsweisenden Saison ziemlich einmalig sein.

Hochrein: Das stimmt nur teilweise. Die Urlaubsgeschichte, ja, die hätte nicht sein dürfen. Aber wir hatten auch durch Verletzungen und vor allem berufliche oder studienbedingte Termine zahlreiche Ausfälle. Das ist unser Manko. Man merkt doch gleich, wenn Spieler fehlen und dann wieder ins Training einsteigen. Diesen Rückstand holst du in der Bayernliga so schnell nicht auf. Das ist unser Hauptproblem.

Wie wollen Sie das abstellen?

Hochrein: Eines steht nach dem Sommer fest: Es gibt nur noch in absoluten Härtefällen Urlaub während der Saison. Da sind wir uns alle, also auch die Spieler, einig. Zudem werden wir früher in die Vorbereitung einsteigen und es diesmal auch etwas anders handhaben. Zuletzt war es immer so, dass die Spieler selbst ins Fitnessstudio oder zum Laufen gegangen sind. Jetzt aber werden wir auch das gemeinsam machen. Damit beginnt für uns theoretisch mit dem 4. Januar die Vorbereitung. Das ist unsere Konsequenz daraus, dass nicht alle Spieler zuletzt die nötige Fitness mitgebracht haben, um in der Bayernliga besser dazustehen.

Auch für den Verein und Sie selbst stehen Entscheidungen an: Der Verein muss, wenn er denn will, im Frühjahr die Teilnahme an der Regionalliga beantragen. Und Sie sich entscheiden, ob Sie auch noch ein neuntes Jahr den Trainerjob beim Würzburger FV machen.

Hochrein: Logisch werde auch ich mir meine Gedanken machen. Erst aber wollen wir mit dem Spiel gegen Aindling einen versöhnlichen Jahresabschluss hinbekommen. Da zählt nur ein Sieg. Danach ist erst einmal Urlaub. Den werden alle Beteiligten nutzten, um für sich zu entscheiden, was der richtige Weg sein wird. Ab dem 4. Januar werden wir diese Dinge dann auch erörtern. Sie sehen, der Januar wird nicht nur für die Spieler in Sachen Fitness ein entscheidender Monat, sondern auch für den Verein, um die Weichen zu stellen.

Sie knüpfen ein weiteres Trainer-Engagement also nicht daran, ob der Weg den WFV in die Regionalliga führt?

Hochrein: Auch für mich gilt, dass ich die nächsten drei, vier Wochen nutze, um mir alles nochmal durch den Kopf gehen zu lassen. Es wird nicht gehen, dass ich so lange warte, bis klar ist, wohin die sportliche Reise geht. Leider. Denn das wird wohl erst im Mai abzusehen sein. So lange werde ich keine Entscheidung hinauszögern. Für mich wird es wichtig sein, zu wissen, was der Verein vorhat und wie er das umsetzen möchte. Da geht es um ein Gesamtkonzept für die nächsten Jahre und auch darum, was passieren würde, sollten wir es nicht in die Regionalliga schaffen.

Sie können sich also nach jetzt fast acht Jahren noch vorstellen, weiter WFV-Trainer zu bleiben?

Hochrein: Momentan kann ich mir alles vorstellen – Aufhören genauso wie Weitermachen. Ich muss ganz klar sagen, dass ich mit einigen Dingen in dieser Saison bislang gar nicht zufrieden war.

Zum Beispiel?

Hochrein: Es war in den letzten fast acht Jahren hin und wieder mal aus meiner Sicht so, dass ich das Gefühl hatte, der Vereine hätte hier oder da etwas anders oder besser machen können. Das ist diesmal nicht der Fall. Der Verein hat alles dafür getan, dass es bei uns aufwärts geht, ist auf Spielerwünsche eingegangen und hat Verbesserungsvorschläge auch umgesetzt. Anders bei einigen Spielern. Da bin ich aus den vorgenannten Gründen einfach enttäuscht.

Gibt es im Winter personelle Konsequenzen?

Hochrein: Nicht in dem Sinne, dass wir jetzt mit dem Ausmisten beginnen. Wir werden aber in der Vorbereitung ganz genau hinsehen, welche Spieler sich wie engagieren und ins Zeug legen. Für den Fall, dass es welche gibt, die es schleifen lassen, werden wir reagieren. Da gibt es verschiedene Überlegungen. Unsere A-Jugend steht etwa in der Landesliga perfekt da oder aber auch unsere Reserve macht als Bezirksoberliga-Aufsteiger eine gute Figur. In beiden Teams sehe ich Spieler, die wir ganz sicher nach oben ziehen können. Damit können wir den Druck stark erhöhen und es wäre kein Vergleich zu jetzt, wo wir im Training mehr Gruppentherapie anbieten müssen. Ab Januar werden sich einige ganz schön warm anziehen müssen.

Würzburger FV – TSV Aindling (Samstag, 14 Uhr, Sepp-Endres-Sportanlage)

Für Michael Hochrein gibt es gegen den TSV Aindling (16./23) nur ein Ziel: „Wir müssen daheim gewinnen, sonst ist der Anschluss zu Platz neun erst einmal abgerissen“, sagt der Trainer des Würzburger FV (13./26), der bereit ist, ein hohes Risiko zu gehen. Denn während Jürgen Walther, Andreas Kirchner Tobias Riedner (alle verletzt) und Benjamin Schömig (Rot-Sperre) definitiv ausfallen, sind Marcello Asta, Pascal Rausch und Kevin Dees allesamt angeschlagen: „Gut möglich, dass wir es mit dem einen oder anderen trotzdem probieren. Danach ist Pause, da können Verletzungen dann auskuriert werden.“ Nicht wirklich rund läuft es aktuell auch beim TSV Aindling, der in den vergangenen acht Spielen nur einen einzigen Sieg gelandet hat und sich wenigstens mit einem Remis in die Pause retten möchte.

Das Gespräch führte Fabian Frühwirth
    
    

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Die neuesten Kommentare

baer (176 Kommentare) am 25.11.2011 23:55

also dann...

die verbleibenden jungs, die dat vertrauen vonnen trainer genießen: zahlt et zurück, haltet zusammen und kämpft die aindlinger nieder. mögen dabei die lahmen die gehenden stützen, die blinden die sehenden lotsen, die tauben die hörenden steuern und die jungen die alten anführen, oder äääh so ähnlich, dann klappt et auch mitm siech, woll... zwinkern
(1)
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