aktualisiert: 10.03.2009 17:43 Uhr
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KRAFTDREIKAMPF: Bundesliga
Auf der Jagd nach dem Uraltrekord
Die Randersackers Kraftdreikämpfer beenden ihre Erstliga-Saison als Vierte
Kraftdreikampf
Die Kraftdreikämpfer der SG Randersacker haben am letzten Bundesliga-Wettkampftag einen klaren Sieg eingefahren. Das Team um Abteilungsleiter Janos Geerhardt siegte in der Sportanlage am Sonnenstuhl vor rund 250 Zuschauern gegen Erfurt und Fellbach und belegt zum Abschluss seiner mittlerweile elften Erstliga-Saison in Folge den vierten Tabellenrang. Für das Finale um die deutsche Meisterschaft konnten sich die Gastgeber erwartungsgemäß aber nicht qualifizieren. Bester Heber war Randersackers Marcus Hofmeister, der es auf 472,5 Relativpunkte brachte.
Für Christian Henneberger war der Wettkampf der Abschluss einer besonderen Saison. Seit nunmehr 20 Jahren befindet sich der 35-Jährige im Clinch mit dem Eisen, wie die Kraftdreikämpfer die Gewichte, die es zur Hochstrecke und so zu besiegen gilt, nennen: „Vorher war ich Fußballer. Aber eigentlich konnte ich nur fest Schießen. Da hat mich mein Bruder mal mitgenommen zu den Kraftsportlern.“ Das war noch in der alten Randersackerer Halle, 15 Jahre jung war Henneberger damals: „Das war eine richtige Mucki-Bude, wie man sie sich eben klischeehaft vorstellt. Da hast du nach dem Heben noch rostige Hände gehabt.“ Mittlerweile gehört das längst der Vergangenheit an. Er hat sich längst als einer der stärksten Heber der SG Randersacker erwiesen. „In den letzten Jahren haben wir ihn sogar für unsere Kämpfe eingeflogen“, verrät Geerhardt. Henneberger hatte beruflich viel im Ausland zu tun. Seit dieser Saison ist der technische Angestellte aber wieder „im Lande“ – und natürlich für die SGR an den Eisen. „Ich habe hier viele kommen und gehen sehen. Ich bin immer noch da. Und werde es wohl auch noch eine Weile sein, wenn ich von Verletzungen verschont bleibe.“
Die allerdings hatten ihn zuletzt immer wieder geplagt, auch im Vorfeld des letzten Kampftages: „Aber wenn es einigermaßen geht, dann will man der Mannschaft helfen und geht an den Start“, gesteht der ehemalige WM- und EM-Teilnehmer, der 1991 zudem den deutschen sowie insgesamt drei bayerische Meistertitel holte und 1995/96 in die Nationalmannschaft berufen worden war.
Henneberger will jeden Wettkampf gewinnen. Will die Herausforderung der schweren Gewichte. Sucht den Zweikampf gegen das Eisen. „Wenn ich mich voll konzentriere, höre ich nur noch ein Geräusch, keine einzelnen Anfeuerungsrufe oder Stimmen. Alles ist ein Wabern. Ich sehe auch niemanden“, beschreibt er den Moment auf dem Podium, wenn er das Eisen bezwingen will. Fast wie ein Getriebener wirkt er dann. Tatsächlich: Henneberger ist auf der Jagd. Auf Rekordjagd, um genau zu sein: „Ich will unbedingt noch den Vereinsrekord von Hans-Otto Wöhrle knacken!“
501 Kilogramm hat der 1984 in einem Kraftdreikampf einmal bewegt. Es scheint ein Rekord für die Ewigkeit. Doch der elfmalige Frankencup-Gewinner Henneberger ist da ganz anderer Meinung. „Man sagt, dass man um die 40 im besten Alter für unseren Sport ist, auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit.“ Er macht eine kurze Pause: „Ich weiß zwar noch nicht, ob da was dran ist, schließlich bin ich noch nicht so alt. Aber eines weiß ich genau: Den Rekord kann ich schaffen!“
Ergebnisse
Randersacker: Hofmeister 875 kg gesamt, 472,50 kg/relativ (176 kg Körpergewicht/345 kg Kniebeuge/235 kg Bankdrücken/295 kg Kreuzheben)
Henneberger 622,5/448,63 (73,8/237,5/140/245,0).
Dömling 602,5/412,95 (225/147,5/230).
Geerhardt 545/388,69 (74,9/195/125/225).
Kiesl 565/340,07 (102,9/215/135/215).
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