publiziert: 08.01.2008 17:21 Uhr
aktualisiert: 08.01.2008 17:26 Uhr
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Club-Manager: „Jeder blamiert sich, so gut er kann“

Schwacher Hallenauftritt des 1. FCN – Schweinfurter Stephan Schröck glänzt

Während die Zweitliga-Kicker der SpVgg Greuther Fürth beim Hallenturnier in Bamberg kräftig feierten, blamierte sich Nachbar und Bundesligist 1. FC Nürnberg und schied schon nach der Vorrunde aus.

  • Kleiner Mann ganz groß: Der Schweinfurter Stephan Schröck (ganz rechts) präsentiert seinen Teamkollegen von Greuther Fürth die Trophäe für den besten Spieler des Bamberger Hallen-Turniers.
    FOTO sportpress
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So viele Interviews musste Stephan Schröck in seiner Karriere noch nie geben. Der Schweinfurter, seit dreieinhalb Jahren im Profi-Kader der SpVgg Greuther Fürth, nutzte das dritte Hallenturnier um den Karstadt-Quelle-Versicherungen-Cup in Bamberg aber auch zu bestmöglicher Eigenwerbung: Fünf Tore, reihenweise starke Aktionen, praktisch in allen vier Auftritten der Mittelfranken auffälligster Mann. Logische Konsequenz: Platz eins mit der Mannschaft nach einem 6:4 im Finale gegen den praktisch nur mit seiner Regionalliga-Mannschaft angetretenen Bundesligisten Karlsruher SC und die Wahl zum besten Spieler des Turniers.

Von solchen Erfolgserlebnissen kann der 21-jährige Offensiv-Dynamiker im Zweitliga-Alltag nur träumen. Auf 26 Einsätze brachte er es zwar in der Saison 2006/07, aber meistens blieb es bei Kurz-Auftritten. Schröck, mit 1,68 Meter Körpergröße nicht gerade der Jan Koller vom Ronhof, scheint dafür unterm Dach umso besser zurecht zu kommen. „Das ist meine Welt, alles ein bisschen kleiner“, gab er zum Besten. Seine gelungene Vorstellung als den lang ersehnten Durchbruch beim aktuellen Zweitliga-Fünften zu werten (oder zumindest als ersten Schritt dahin), verbietet sich für ihn von selbst: „Meine Lage war beschissen und bleibt beschissen, da hätte ich auch zum schlechtesten Spieler des Turniers gewählt werden können.“ Harsche Worte – dabei sieht sein Trainer Bruno Labbadia Schröcks Perspektive gar nicht so mies: „Stephan hat hohes Potenzial, er muss es nur konstant umsetzen. Zuletzt hat er sich gesteigert – und heute auch mal Ergebnisse geliefert.“

Für positive Resultate sorgte anfangs auch Lokalmatador FC Eintracht Bamberg. Der Bayernliga-Fünfte besiegte erst den enttäuschenden Pokalsieger 1. FC Nürnberg 2:0 und schlug hernach in einem spektakulären Match Erfurt 7:5. In der K.o.-Runde war aber für die entkräfteten Oberfranken nichts mehr drin: 1:5 im Halbfinale gegen Fürth und 4:6 im kleinen Finale gegen Erfurt.

Die Clubberer erzielten zwar gegen Erfurt schon nach zehn Sekunden durch Berti Glauber das erste Tor des Turniers, waren aber gegen die unterklassige Konkurrenz chancenlos: 2:5 gegen Erfurt, 0:2 gegen Bamberg. Noch schlechter war nur Titelverteidiger FC Winterthur, der nicht einmal ein einziges Törchen zustande brachte. Die Kicker aus der Noris, betreut von Co-Trainer Jürgen Raab, kamen mit neun Akteuren aus dem Profi-Kader, waren aber den Amateuren sportlich irgendwie ausgeliefert. Hatte Trainer Hans Meyer, der nur als Zuschauer an der Bande saß und fleißig Autogramme schrieb, am Ende die Losung ausgegeben, sich angesichts des kommenden Abstiegskampfs in der Bundesliga körperlich zurückzuhalten?

FCN fehl am Platz

Davon wollte FCN-Manager Martin Bader nichts wissen: „Jeder blamiert sich halt, so gut er kann.“ Und Abwehrrecke Dominik Reinhardt ergänzte: „Man muss sich darauf einstellen, dass die unterklassigen Mannschaften voll drauf gehen, sonst ist man fehl am Platz. Und insofern waren wir heute alle fehl am Platz.“

 

Daten & Fakten

Hallenturnier in Bamberg Halbfinale: FC Eintracht Bamberg – SpVgg Greuther Fürth 1:5, Karlsruher SC – Rot-Weiß Erfurt 5:2. Spiel um Platz drei: FC Eintracht Bamberg – Rot-Weiß Erfurt 4:6. Finale: SpVgg Greuther Fürth – Karlsruher SC 6:4.

Aus der Jako-Arena berichtet Sandro Anderlini
    
    

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