aktualisiert: 29.05.2011 21:36 Uhr
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HOLLFELD
Der ASV Rimpar muss absteigen
Trotz engagierter Leistung beim 0:1 in Hollfeld ist das Abenteuer Landesliga beendet
„Die anderen Spiele interessieren mich nicht. Wir müssen gewinnen. Alles andere liegt nicht in unserer Hand.“ Bereits vor dem Spiel gab sich René Grimm, Trainer des ASV Rimpar, keinen Illusionen hin. Auch nach dem Spiel, dass seine Mannschaft unglücklich 0:1 verloren hatte, blieb er pragmatisch. „Was soll ich mich über die anderen Ergebnisse ärgern? Wir haben unsere Aufgaben nicht erfüllen können.“ Als der Stadionsprecher des ASV Hollfeld kurz nach dem Schlusspfiff die Ergebnisse der anderen Partien bekannt gab, wird sich manch ein Rimparer aber sicher geärgert haben. Ein Punkt hätte gereicht, um in einem Entscheidungsspiel mit Bayern Kitzingen um die Relegations-Chance zu streiten. Dabei wäre an diesem Tag selbst ein Unentschieden für die Gastgeber eher schmeichelhaft gewesen.
Man merkte den Rimparern an, dass sie gewillt waren, ihre letzte Chance zu nutzen. Auch wenn es kein schönes Spiel war, erarbeiteten sich die Grimm-Schützlinge im Laufe der Partie ein Übergewicht. Die erste Großchance hatten jedoch die Gastgeber in der 13. Minute. Nachdem ASV-Keeper René Bayer eine Flanke nicht gezielt abwehren konnte, hatte Rimpar Glück, dass Daniel Heißenstein den Ball aus kurzer Distanz nicht voll traf und Stefan Kapaun so das Leder noch von der Linie kratzen konnte. Auf der anderen Seite war Kapaun ebenfalls zu finden, als er nach einer Ecke von Betzel das Tor nur knapp verpasste (27.). Rimpar versuchte in dieser Phase viel, kam gegen eine sehr kompakte Abwehr aber kaum gefährlich vor das Heim-Tor.
Kurz vor der Pause musste Rimpar dann noch einmal tief durchatmen. Die Gastgeber waren über Konter stets brandgefährlich und kamen durch einen Kopfball von Johannes Veth, den Bayer glänzend parierte, zu einer guten Chance. Auf der anderen Seite trug ASV-Angreifer Maximilian Wunder nach einem Zusammenstoß mit seinem Gegenspieler eine Platzwunde davon, kam kurze Zeit später mit einem Kopfverband aber wieder auf das Feld zurück.
Zur Halbzeit sah's ganz gut aus
Weil Haibach gegen Kitzingen führte, wäre Rimpar zur Halbzeit zumindest punktgleich mit den Bayern auf dem Relegationsplatz gewesen. Auf den Konjunktiv kann man sich allerdings nie verlassen. Hätten Wunder und Simon Schnepf sich nicht gegenseitig beim Abschluss behindert; hätte Patrick Röder freistehend aus sechs Metern seinen Kopfball versenkt; hätte Marcel Heck sich getraut, aus sieben Metern abzuziehen, anstatt erfolglos quer zu legen; hätte Andreas Hetterich mit seinem Freistoß nicht den Torwart, sondern das Tor getroffen – dann hätte der ASV mit Sicherheit einen verdienten Sieg eingefahren und würde sich nun auf die Relegation vorbereiten. Am Ende wurde Rimpar für seine leichtsinnige Chancenverwertung bestraft: Timo Jahrsdörfer nutze in der 79. Minute eine Unaufmerksamkeit in der Rimparer Verteidigung und die bis dato einzige gute Chance der Gastgeber in der zweiten Hälfte zum 1:0.
„Dieses Spiel war ein Spiegelbild der gesamten Saison“, klagte Trainer Grimm nach dem Spiel. „Wir haben oft knapp und unglücklich verloren. Trotzdem liegt es nicht nur daran. Die Mannschaften, die vor uns stehen, haben es verdient, drin zu bleiben.“ In der nächsten Saison wird Rimpar nach drei Jahren also wieder in der Bezirksoberliga zu Hause sein. Automatisch als Favorit sieht Grimm sein Team jedoch nicht: „Unsere Mannschaft bleibt größtenteils zusammen und die Neuzugänge sind fix, aber wir müssen trotzdem aufpassen, dass wir nicht abrutschen. Ein Selbstläufer wird der Aufstieg nicht.“
Hollfeld: Eck – Pfister, Goller, Fuchs, Veth (55. Jahrsdörfer) – Sommerer, Martin Taschner, Schorn, Markus Taschner (86. Balmert) – Heißenstein, Eberlein (53. Michael Taschner). Rimpar: Bayer – Kapaun, Moskwiak, Jäger – Betzel, Laschzok (84. Redelberger), Dörschner, Heck, Röder – Wunder (66. Hetterich), Schnepf. Tor: 1:0 Jahrsdörfer (79.). Schiedsrichter: Müller (Weinberg). Zuschauer: 310.
Abstiegskampf im Zeitraffer
16 Uhr: Der ASV Rimpar steht auf einem Abstiegsplatz. Ein Sieg muss her, um die Chancen auf den Klassenerhalt am Leben zu erhalten. Außerdem hofft man auf Patzer von Kahl, Kitzingen und Burgkunstadt.
16.45 Uhr: Haibach führt gegen Kitzingen, in Kahl ist noch kein Tor gefallen und bei Coburg gegen Burgkunstadt steht es 1:1. Die anderen Partien laufen für die Rimparer. Das Remis reicht für den geteilten Relegationsplatz, bei einem Sieg würde man sogar zu Burgkunstadt aufschließen.
17.25 Uhr: Coburg geht gegen Burgkunstadt unter. Jetzt geht es für Rimpar nur noch darum, Kitzingen einzuholen. Die Bayern liegen nach wie vor zurück. Beide Vereine teilen sich mit 32 Punkten den Relegationsplatz. Außerdem hilft Pascal Bloemer den Rimparern und bringt Höchberg gegen Kahl in Führung.
17.35 Uhr: Hollfeld geht in Führung. Kitzingen liegt mittlerweile mit 1:3 zurück, kann aber aufatmen, da Rimpar nun wieder ein Punkt fehlt.
17.45 Uhr: Nichts geht mehr. Die Konkurrenz patzt, Rimpar kann das nicht nutzen. Die längste Zeit stand der ASV an diesem letzten Spieltag auf dem Relegationsplatz. Jetzt steht er mit leeren Händen da. Der Gang in die Bezirksoberliga ist besiegelt.
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