aktualisiert: 30.08.2011 17:01 Uhr
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Fair ist mehr
Der Kapitän als Vorbild
Oberdürrbachs Christian Oppel verzichtet auf Tor
Der SV Oberdürrbach ist in dieser Saison in der Würzburger Fußball-A-Klasse 1 der große Favorit. Dementsprechend war für die Kicker aus dem Würzburger Stadtteil bei der Partie gegen den SV Kürnach II auch der dritte Saisonsieg fest eingeplant. Doch die Angelegenheit gestaltete sich am Sonntag deutlich schwerer als erwartet. Zehn Minuten vor Schluss stand es noch immer 1:1, als ein langer Ball der Oberdürrbacher im Aus landete. Es hätte also Einwurf für Kürnach geben müssen. Doch denkste – die Oberdürrbacher schalteten gedankenschnell, schnappten Ball und Einwurf dem Gegner einfach weg. „Mir war in diesem Moment der Blick versperrt“, berichtet Schiedsrichter Elmar Rumpel (Schraudenbach).
Die Kürnacher ließen sich von den fixen Oberdürrbachern tatsächlich übertölpeln. Es ging zack-zack und schon lag der Ball im Netz – Tor für Oberdürrbach, die erlösende Führung. „Auch ich habe zunächst gejubelt“, gibt SVO-Kapitän Christian Oppel zu: „Aber ein gutes Gefühl hatte ich nicht dabei. Es war ja offensichtlich, dass es Einwurf für Kürnach geben sollte.“ Als Oppel dann die protestierenden Gegenspieler sah, fasste er den Entschluss: „Ich habe mich daran erinnert, dass im Frühjahr bei unserem Relegationsspiel um den Kreisklassen-Aufstieg gegen Maidbronn ein Maidbronner Spieler in der letzten Minute vor einen Eckball zugegeben hatte, dass er den Ball berührt hatte und wir dadurch ein Tor erzielt hatten. Das fand ich damals richtig gut.“ Also ging Oppel zum Schiedsrichter und erklärte ihm, dass das Tor nicht regulär zustande kam. Der verweigerte daraufhin dem Tor die Anerkennung. „Das fanden nicht alle Mitspieler gut“, sagt Oppel: „Mit einem Mitspieler gab es einen kurzen Disput. Aber ich finde, dass ich als Kapitän ein Vorbild sein sollte. Ich bin ein harter Spieler, aber letztlich sollte man in solchen Dingen fair bleiben.“
Dass Oberdürrbach kurz darauf doch noch das erlösende 2:1 gelang, mag man als ausgleichende Gerechtigkeit verstehen, für eine Situation für die auch Schiedsrichter Rumpel ein besonders Lob spendet: „So etwas würde ich mir von viel mehr Spielern wünschen.“
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