aktualisiert: 13.11.2011 21:35 Uhr
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Fußball: Bayernliga
Der WFV schießt sich den Frust von der Seele
Mit dem bis dato höchsten Saisonerfolg glauben die Zellerauer die Wende zum Positiven eingeläutet zu haben
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Die Würzburger Lach- und Schießgesellschaft: Hier feiern Peter Deißenberger (links) und Christian Steinmetz ihren freudig strahlenden Kollegen Daniel Drenkard (rechts), der nicht nur wegen seiner beider Tore bester Akteur beim 5:2-Erfolg des WFV gegen die DJK Rosenheim war.Foto: Fabian Frühwirth
Am Ende fehlte nur noch das gemeinsame Adventssingen, um die Glückseligkeit an der Mainaustraße komplett zu machen. Alle lagen sich in den Armen, aus dem Publikum regnete es trotz eisiger Temperaturen warmen Applaus und auch das Resultat passte – der 5:1 (3:1)-Erfolg gegen die DJK Rosenheim, so schien es, hätte mit einem Mal all den Frust der Vorwochen beim Fußball-Bayernligisten Würzburger FV weggespült. Doch Vorsicht! Weder ist schon die Vorweihnachtszeit angebrochen, noch hat der WFV bereits den nächsten Beleg geliert, das Schluss ist mit dem zuletzt doch recht drögen und wenig erquicklichen Gekicke. Aber immerhin, dieser bis dato höchste Saisonsieg dürfte zumindest als Signal zu verstehen sein, dass der Patient auf dem Wege der Genesung ist. „Wir hoffen, dass damit auch im Umfeld wieder eine positive Stimmung einzieht und das negative Gerede ein Ende hat“, freute sich Kapitän Andreas Bauer nach anderthalb unterhaltsamen Stunden in der Zellerau: „Dass wir's noch können, haben wir gewusst. Jetzt haben wir es auch gezeigt“, sagte der 28 Jahre alte Innenverteidiger, der die Binde für den verletzten Spielführer Tobias Riedner trug und wohl auch deswegen immer wieder anfeuernd in die Hände klatschte und seine Kameraden aufs Wesentliche fokussierte.
Überragender Daniel Drenkard
Das freilich war in der ersten Halbzeit gar nicht nötig, denn der WFV bot eine starke Vorstellung, trat mit breiter Brust und wenig Mitleid für die schwachen Gäste aus Oberbayern auf: Pascal Kamolz per Strafstoß (11.), der überragende Daniel Drenkard nach Kopfball-Verlängerung durch Christian Steinmetz (13.) und Steinmetz selbst nach einem Zuckerpass von Steffen Krautschneider (25.) hatten mit ihren Treffern binnen 14 Minuten die Weichen auf Sieg gestellt. Und alleine die Tatsache, dass Krautschneider (14.), Benjamin Schömig (28.), Drenkard (29.) und Steinmetz (33.) vier weitere Möglichkeiten der besten Sorte verbucht hatten, unterstrich die Dominanz der Würzburger auf eindrucksvolle Weise.
„Eine tolle erste Hälfte, an der es wenig auszusetzen gab“, sagte auch Trainer Michael Hochrein, der allerdings das Haar in der fein schmeckenden Suppe erst gar nicht suchen brauchte, denn seine Schützlinge stellten sich dann doch noch einmal alles andere als genial an – und schenkten dem Sportbund aus Rosenheim 42 Tage vor Heiligabend bereits ein Präsent: Markus Bauer brachte die Kugel nicht aus der Gefahrenzone, Manuel Ring zog ab und ließ WFV-Keeper Jan-Peter Grunz vor Scham im Boden versinken, als der den Ball nicht zu fassen kriegte (43.). „Ganz klar, mein Ding“, lud Bauer im Stile eines verantwortungsbewussten Kapitäns die Schuld auf sich und fügte an, was später alle sehen konnten: „Danach waren wir nicht mehr konzentriert genug, haben nicht mehr unser Spiel gemacht und hatten das verdiente Glück auf unserer Seite.“ Rosenheim kam besser auf, was vornehmlich an der Würzburger Zurückhaltung lag, und kam dem Anschlusstreffer gefährlich nahe. Die beste Möglichkeit vergab Robert Rakaric bei einem indirekten Freistoß aus sechs Metern, der sich im vielbeinigen Dickicht der WFV-Hintermannschaft verfing (63.).
Der Trainer hätte es lieber anders
Doch die Knie der Zellerauer schlotterten nicht länger, schon mit ein wenig mehr Druck waren sie wieder Herr der Lage, erspielten sich wieder Möglichkeiten: Joker Tobias Rosenberger per Strafstoß (72., Foul am starken Kamolz) und Matchwinner Drenkard per Flachschuss (75.) sorgten für ein Schützenfest, das Michael Hochrein zwar registrierte, aber „lieber ein souveränes 3:0“ gesehen hätte: „So gab's aber den Durchhänger vor und nach der Pause und wir mussten wieder einmal ein paar Minuten lang trotz eines starken Spiels zittern.“
Der Auftakt zur Wende ist gemacht, doch all das nutzt nichts, legen die Würzburger in den noch verbleibenden beiden Partien vor der Winterpause nach: „Darauf“, sagte Kapitän Bauer, „müssen wir aufbauen. So ein Sieg tut gut, taugt aber nicht, jetzt zu denken, dass wieder alles gut ist.“ Dafür, das wissen Bauer und Co., ist mehr vonnöten, als ein überzeugender Heimsieg wie dieser gegen Rosenheim. Sonst werden die, die jetzt schon wieder voller Euphorie ihre Mannschaft gefeiert haben, in ein paar Tagen wieder nur von einer Eintagsfliege reden . . .
Die Statistik zum Spiel
Würzburger FV – SB DJK Rosenheim 5:1 (3:1)
Würzburg: Grunz – Dees, Steinmetz, Bauer, Ganzinger – Kirchner (23. Schäffer), Schömig – Drenkard, Deißenberger (74. Babanatsas), Krautschneider (61. Rosenberger) – Kamolz.
Rosenheim: Preußer – Ishii, Maric, Sollinger (64. Börtschök), Spreitzer – Eyrainer (74. Hofer) – Poschauko, Ring, Rakaric – Kaya (56. Tot), König.
Tore: 1:0 Kamolz (11., Foulelfmeter), 2:0 Drenkard (13.), 3:0 Steinmetz (25.), 3:1 Ring (43.), 4:1 Rosenberger (72., Foulelfmeter), 5:1 Drenkard (75.). Schiedsrichter: Hoffmann (Pfarrweisach). Zuschauer: 443.
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