aktualisiert: 10.01.2012 12:11 Uhr
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Fußball: Michael Schaudt ist tot
Der angenehme Unbequeme
Fußballtrainer Michael Schaudt ist im Alter von 49 Jahren verstorben
Als er im Oktober 2010 die schreckliche Nachricht von seiner unheilbaren Erkrankung erhalten hatte, war es sein Wunsch gewesen, „zumindest noch den 50. Geburtstag feiern zu können.“ Doch der Wunsch blieb unerfüllt. In der Nacht zum Montag verstarb Michael Schaudt in Landau/Pfalz, wo er auch seine letzte Ruhestätte finden wird. Er wurde 49 Jahre alt.
Schaudt litt an ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), einer schweren Krankheit des motorischen Nervensystems, die eine zunehmende Muskelschwächung zur Folge hat. Das Schicksal machte ihm zum Pflegefall. Michael Schaudt war seit einem Jahr an den Rollstuhl gefesselt, das Sprechen fiel ihm von Tag zu Tag schwerer. Nur seine Gedanken waren bis zuletzt noch klar.
Am 6. Dezember 1962 geboren, drehte sich bei ihm schon früh beinahe alles um den Fußball. Mit der Jugend des Karlsruher SC spielte er mehrmals um die deutsche Meisterschaft. Später schaffte er es in den Zweitliga-Kader des KSC, wechselte aber zurück zu seinem in der Amateuroberliga spielenden Heimatverein FC Pforzheim.
Die Liebe verschlug ihn dann ins Fränkische, zunächst zu Viktoria Wertheim, dann in den Spessart, wo er mit dem FSV Steinmark und dem FC Karbach als Spielertrainer einige Meisterschaften feierte. Danach hievte er die Würzburger Kickers mit zwei Aufstiegen von der Bezirksliga in die Landesliga. Am Dallenberg verehren sie ihn, den sie nur „Coach“ nannten, noch heute. Als sie im Sommer vergangenen Jahres für ihn im Kickers-Stadion ein Benefizspiel veranstalteten, sorgten die Fans für emotionale Momente. Sie rollten Banner mit der Aufschrift „Wir hatten viele Trainer, aber nur einen Coach“ aus, und sie sangen „Gute Freunde kann niemand trennen.“ Michael Schaudt war zu Tränen gerührt. Von 2003 bis 2007 war er Kickers-Coach. „Es war meine schönste Zeit“, erklärte er später.
Der in Schollbrunn im Hochspessart mit seiner Lebensgefährtin und der gemeinsamen 17-jährigen Tochter beheimatete Schaudt übte seine letzte Trainertätigkeit vor der Haustür aus. Er übernahm im Herbst 2007 den Bezirksligisten SC Schollbrunn und führte den Dorfverein in die Bezirksoberliga. In der letzten Saison konnte er den Trainerjob nur noch stark eingeschränkt ausüben, doch der Trainervertrag wurde deshalb nicht aufgelöst. In den vergangenen Monaten saß Michael Schaudt häufig noch im Rollstuhl neben der Trainerbank, „auf Abschiedstour“, wie er sagte.
Michael Schaudt polarisierte sowohl als Spieler als auch als Trainer. Er war mitunter ein emotionaler Mensch, der sein Herz auf der Zunge trug. Die Fußballer trauern um einen angenehmen Unbequemen – um einen, für den der Fußball immer eine Herzensangelegenheit war. Bis zuletzt.
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Die neuesten Kommentare
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Marcellonr5 (21 Kommentare) am 09.01.2012 22:08
...auf dass du in ewigem frieden ruhest! ein verlust für den fussball wie für die menschheit... |
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