publiziert: 04.03.2010 17:01 Uhr
aktualisiert: 04.03.2010 20:31 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text KRAFTDREIKAMPF
Geerhardts großes Jubiläum

Der Kraftdreikämpfer aus Randersacker bestreitet am Samstag seinen 100. Wettkampf
  • Er geht am Samstag wieder ans Eisen: Randersackers Abteilungsleiter Janos Geerhardt bestreitet beim Bundesliga-Kampftag seinen 100. Einsatz.
    Foto: Matthias Demel
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Kraftdreikampf

Bundesliga Kampftag mit SG Randersacker, ASC Darmstadt, ESV München (Samstag, 17.45 Uhr, Sportanlage am Sonnenstuhl)

Am Wochenende empfängt die SG Randersacker den ASC Darmstadt und den ESV München zum Bundesligawettkampf Nummer zwei in dieser Saison. Mit dieser Runde hat das Team aus dem Winzerort das Dutzend voll gemacht. Seit zwölf Jahren gehört die SG nun der nationalen Eliteklasse an. Bundesliga ist also längst auch zu einem Stück Routine geworden. Doch für einen aus dem Randersackerer Team ist der anstehende Wettkampf ein ganz besonderer: Janos Geerhardt wird zum 100. Mal für Randersacker in Einzel- oder Dreikampf-Wettbewerben ans Eisen gehen – das hat vor ihm noch keiner geschafft.

Dabei war es eigentlich eher ein Zufall, dass der mittlerweile 42-jährige Geerhardt beim Kraftsport landete. „Ich habe vorher Judo und Leichtathletik gemacht. Wollte mich dann irgendwann fit halten, aber nicht in einem klassischen Bodybuilder-Studio, sondern eher leistungsorientierte Ziele verfolgen.“ Sporthalle statt Mucki-Bude sozusagen. Fortan begann eine Liebe zum Kraftsport, der aus den Disziplinen Bankdrücken, Kniebeuge und Kreuzheben besteht. Letzteres ist Geerhardts Lieblingsdisziplin. Da hat er es gar bis zur deutschen Meisterschaft gebracht(2008). „Kniebeuge ist dagegen eher meine Quäldisziplin“, lacht der gebürtige Madgeburger, der 1989 in den Westen kam – auch das war übrigens eine Quälerei.

Geerhardt war einer der Prager Botschaftsflüchtlinge. „Ich bin damals mit dem Auto hin, habe die Tasche übern Zaun geworfen und bin hinterher in den Botschaftsgarten in Prag geklettert“, erinnert er sich. „Tja und dann habe ich irgendwann den Genscher da oben auf dem Balkon gesehen.“ Per Zug ging's in die Freiheit, per Zufall nach Mainfranken. „Ich stand mit einem Freund in einer Telefonzelle in München. Wir wussten nicht wohin. Waren auf der Suche nach einem Job. Und dann lag da ein aufgeschlagenes Telefonbuch. Das war eben das Würzburger.“

Und das führte Geerhardt nach Mainfranken – und ziemlich schnell zur SG Randersacker. Dort bestritt er 1992 seine ersten Wettkampf. Mittlerweile ist das Wettkampfbuch voll gestempelt. „Da muss nächstes Jahr wohl eine neues her“, lacht Geerhardt, der mittlerweile als Abteilungsleiter, als der er seit 14 Jahre agiert, mehr mit Organisation und Nachwuchsförderung beschäftigt ist, als selbst „ans Eisen“ zu gehen. Vor allem die Nachwuchsförderung liegt ihm am Herzen. „Dafür habe ich auch persönliche Ziele zurückgesetzt.“

Die Faszination „Mensch gegen Gewicht“ treibt ihn trotzdem weiter an. Längst ist auch unter seiner Regie Randersacker zu einer Topadresse des Kraftsports in Deutschland geworden, richtete bereits dreimal die nationalen Titelkämpfe aus. Zudem hat Geehardt den Franken-Cup-Wettbewerb etabliert (und neun Mal gewonnen), ein Open-Air-Kreuzheben mitten in Randersacker, zu dem sich alljährlich die besten der Zunft treffen. „Wir müssen neue Wege gehen, raus aus dem Hallenmief zu den Leuten.“ Die will er begeistern, motivieren. Auch mit Erfolgen. Einmal WM-Silber, zweimal WM-Bronze, Militär-Welt- und –Europameister, sechs nationale Titel: Die Erfolge der SGR-Aktiven sind eng mit Geerhardt verknüpft. Wie lange er selbst noch „ans Eisen“ gehen will? Er weiß es nicht. „30, 40 Jahre könnte ich das schon noch machen“, witzelt er. Aber im Ernst – zuzutrauen wäre Geerhardt das . . .

Von unserem Mitarbeiter Kai Dunkel
    
    

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