publiziert: 28.03.2010 21:06 Uhr
aktualisiert: 28.03.2010 21:43 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text FUSSBALL: Landesliga Nord
Im Rausch der Tore

WFV-Angreifer Pascal Rausch trifft beim 4:1-Erfolg gegen die Kickers doppelt
  • Rauschender Jubel: WFV-Stürmer Pascal Rausch (rechts) bejubelt seinen Treffer zum 1:0 gegen die Kickers und versetzt damit auch seine Teamkollegen Stefan Reinhard (links) sowie Kapitän Benjamin Schömig (Mitte) in Verzückung.
    Foto: Fabian Frühwirth
  • Der WFV obenauf: Die Zellerauer (links Christoph Buchholz, rechts David Schmieg) besiegten die Kickers (in der Mitte Ricardo Borba).
    Foto: Frühwirth
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Der Matchwinner war nackt, hatte sich nur ein Handtuch um den Bauch gebunden und übte sich nach dem erfrischenden Gang unter die Brause in auffälliger Zurückhaltung. „Das war eine tolle Mannschaftsleistung. Ich bin nur ein Teil dieser Truppe“, sagte Pascal Rausch, der im 30. innerstädtischen Vergleich nicht nur wegen seiner beiden Treffer zum 1:0 (18.) und 2:1 (63.) hervorstach. „Viele Chancen, zu wenige Treffer“, merkte der WFV-Angreifer nüchtern an.

Es hörte sich keineswegs so an, als hätten die Zellerauer Minuten zuvor den Rivalen vom Dallenberg mit einer deftigen 4:1-Packung auf den kurzen Nachhauseweg zurück in die Sanderau geschickt und nach zuletzt drei Niederlagen gegen die Kickers den herbeigesehnten Triumph gefeiert. Zudem ließen die Konkurrenten FC 05 Schweinfurt und TG Höchberg wichtige Zähler im Titelrennen liegen. „Wir haben uns diesmal nicht mit den Konsequenzen beschäftigt und erst gar nicht ausgemalt, dass bei einer Niederlage die Welt untergegangen wäre. Wir haben uns voll auf das Spiel fokussiert. Wir hatten den Kopf frei, das hat jeder sehen können, der Sieg war hochverdient.“

Da wollte auch von den erstaunlich blass gebliebenen Roten niemand widersprechen. „Uns hat der absolute Wille gefehlt. Der Sieg geht voll in Ordnung. Das Spiel ist lange Zeit an uns vorbeigelaufen. Am Ende haben wir uns völlig aufgegeben“, meinte ein ziemlich enttäuschter Kickers-Coach Helmut Zoepffel, der von Beginn an ansehen musste, wie der Tabellenführer von seinem Hausrecht Gebrauch machte: Mit einer Mixtur aus Emotionen, Einsatz und Geradlinigkeit setzten die Zellerauer die Rothosen matt.

Rausch traf als erster Mitten ins Kickers-Herz, als er nach einem Freistoß von David Schmieg alle Zeit der Welt hatte, um sich die Kugel feinsäuberlich zurechtzulegen und zu verwandeln (18.). „Wir hätten nachlegen müssen. Unser Manko bliebt nach wie vor die schwache Chancenverwertung“, spielte WFV-Trainer Michael Hochrein auf die Tatsache an, dass alleine Rausch dreimal im Abschluss die Nerven verzagten (4., 16., 33.). Beim vierten Versuch lag der Ball zwar im Netz, Rausch aber hatte im Abseits gestanden (35.). Die Kickers hatten bis dato nicht stattgefunden, wirkten fahrig und schlüpften so in jene Rolle, die dem WFV bei den letzten drei Derby-Niederlagen zuteil war. „Die roten Hosen sind gestrichen voll“, rief FV-Verteidiger Bastian Götzfried während des Spiels einem Zuschauer zu und lag dabei nicht wirklich falsch, denn erst nach 44 Minuten kam der Ball erstmals überhaupt in Richtung des WFV-Gehäuses: Ricardo Borba aber zielte dann doch weit daneben.

    
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Würzburger FV - Kickers
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Daneben war auch das, was sich Ralf Scherbaum nach der Pause leistete: Grundlos holte der Keeper Kickers-Angreifer Sergey Zimin fast an der Grundlinie von den Beinen. Den Elfer brachte Christian Dan nach 48 Minuten unter, den WFV aber trotzdem nicht ins Wanken. „Klar haben wir fünf, sechs Minuten gebraucht, aber dann haben wir so weitergemacht, wie vor der Pause“, erkannte Hochrein die einzige etwas kritische Phase, in der die Kickers offenbar elektrisiert vom Ausgleichstreffer plötzlich mehr wollten und bei allem Vorwärtsdrang die Abwehrarbeit einstellten. Die Zellerauer hatten da viel Platz, kamen durch Rausch gleich zweimal gefährlich vor den Kickers-Kasten, ehe der 21-Jährige nach schönen Zuspiel von Benjamin Schömig zum 2:1 traf (63.). Nur fünf Minuten danach entschied Tobias Riedner mit seinem 16. Saisontreffer die Partie zugunsten der Gastgeber, die aber noch nicht genug hatten: Kapitän Schömig zauberte ein Riedner-Zuspiel mit den linken Fuß in den Torgiebel. „Ich wollte schon dorthin treffen, aber dass der Ball auch dahin geht, ist geil. So geil, wie der Sieg verdient war“.

Das Spiel in Zahlen

Würzburger FV – FC Würzburger Kickers 4:1 (1:0)

Würzburger FV: Scherbaum – Drenkard, Steinmetz, Bauer, Götzfried – Reinhard (61. Stahl), Buchholz, Schieg, Schömig – Riedner (74. Lützler), Rausch (86. Hochrein).
Würzburger Kickers: Tsiflidis – Hörner, Spizak, McGarry (38. Popp), Zierold (46. Dan) – Boarna, Eichler (88. Wolf), Wirsching, Azizi – Borba, Zimin.
Tore: 1:0 Rausch (18.), 1:1 Dan (48., Foulelfmeter), 2:1 Rausch (63.), 3:1 Riedner (68.), 4:1 Schömig (72.).
Rot: Bauer (90.+2, WFV), Dan (90.+2, Kickers, beide Tätlichkeit). Schiedsrichter: Färber (Augsburg). Zuschauer: 2000 (1520 Zahlende).


Von unserem Redaktionsmitglied Fabian Frühwirth
    
    

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