aktualisiert: 11.11.2011 19:19 Uhr
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Fußball: Bayernliga
Leidenschaft und Leidensweg
WFV-Angreifer Tobias Rosenberger auf seinem steinigem Pfad zurück zu alter Stärke
Es gab Zeiten, da war Tobias Rosenberger nicht wegzudenken von der Mainaustraße. In seiner ersten Saison beim Würzburger FV etwa, als der vom FC Schweinfurt 05 gekommene Stürmer mit 17 Saisontoren half, den Klub aus der Zellerau wieder in die Bayernliga zu hieven. Was folgte, war eine lange Leidenszeit. Kreuzbandriss, mehrere Monate kein Fußball. Rosenberger fand danach nicht wieder richtig in Tritt, war lange auf der Suche nach seiner Form und unzufrieden. „Ans Aufgeben habe ich nie gedacht. Da hätte mehr passieren müssen“, sagt der 22-Jährige aus Ruppertshütten im Landkreis Main-Spessart, der momentan Wirtschaftsingenieurswesen an der Fachhochschule in Schweinfurt studiert.
Rosenberger wollte immer zurückkommen, nahm dabei auch den nicht einfachen Umweg über die Reserve. Er setzte immer wieder mal ein Ausrufezeichen. Dass der Bayernligist vom Main etwa das Derby gegen den TSV Großbardorf nach Rückstand noch 4:2 gewann, war auch sein Verdienst. Aber bei aller Leidenschaft blieb die Konstanz aus. Rosenberger ist noch nicht wieder der Alte. Zuletzt tauchte Rosenberger für ein paar Wochen nur noch in der Bezirksoberliga-Elf auf. Es lag aber diesmal nicht etwa an einem Formtief, es mangelte offenkundig an der Einstellung des FH-Studenten. So richtig will er seine Versetzung in die zweite Garde nicht kommentieren, es wird wohl ein Geheimnis bleiben: „Das ist jetzt auch vorbei. Ja, es gab unterschiedliche Meinungen. Aber das ist alles ausgeräumt. So, wie es sich für Sportler gehört. Ich habe meine Lehren aus der Sache gezogen und habe immer wieder Gas gegeben.“ WFV-Coach Hochrein hat das Thema ebenfalls zu den Akten gelegt und gewährt keine Einsicht: „Es gab Gründe dafür, dass Tobias in die Reserve musste. Das aber ist Vergangenheit, wir blicken beide wieder nach vorne.“
Rosenberger hatte deshalb auch vor Wochenfrist seine Chance im Bayernliga-Ensemble von Trainer Hochrein erhalten, erzielte nach seiner Einwechslung kurz vor Ende den wichtigen 1:1-Ausgleichstreffer beim TSV Gersthofen: „Das“, sagt der 22-Jährige, „hat mir gut getan. Ein schönes Gefühl. Aber das alleine reicht mir nicht, ich will weiterkämpfen und zurück ins Team. So schnell wie möglich.“
„Uns helfen nur Siege“
Hochrein hört das gerne, lässt sich aber für die Partie gegen Rosenheim an diesem Samstag (14 Uhr, Sepp-Endres-Sportanlage, ab 13.45 Uhr im Live-Ticker auf www.mainpost.de) nicht in die Karten blicken: „Tobias hat wirklich gut trainiert und in Gersthofen nicht nur wegen des Tores alles richtig gemacht. Er ist nah dran am Team.“ Ob der Stürmer gegen den oberbayerischen Aufsteiger in der Startformation stehen wird, weiß nur Hochrein. „Ich hoffe natürlich drauf“, sagt Rosenberger, „aber letztlich geht nicht alles von heute auf morgen.“
Rosenberger und der WFV – beide, so scheint es nach dem endlich einmal ordentlichen Auftritt in Gersthofen, befinden sich auf dem Weg der Besserung: „Die Stimmung hat immer gepasst“, stellt Rosenberger fest, „aber es lief einfach nicht so, wie wir uns das alle in der Mannschaft vorgestellt hatten. Warum? Wenn ich das bloß wüsste.“
Spätestens seit dem Remis aus der Vorwoche hat Rosenberger aber wieder das gespürt, was er so gerne fühlt: „Alle sind topmotiviert und keiner von uns will die Saison als Tabellen-15. beenden. Ganz gewiss nicht. Wir haben weiter das Ziel, am Ende die direkte Regionalliga-Qualifikation in der Tasche zu haben. Dafür werden wir alles geben.“ Aber Rosenberger ist durchaus so kritisch, zuzugeben, dass jene Worte in der Vergangenheit immer wieder zu hören waren, Taten aber meist ausblieben: „Klar nutzt das stete Reden nicht. Uns helfen klipp und klar nur Siege.“
Die Lage beim WFVWürzburger FV – SB DJK Rosenheim (Samstag, 14 Uhr, Sepp-Endres-Sportanlage)
Nach vier Partien ohne Sieg gibt es für WFV-Trainer Michael Hochrein gegen Aufsteiger Rosenheim (11./24) nur ein Ziel: „Wir spielen daheim. Wir wollen mit aller Macht gewinnen.“ Beim WFV (15./23) sorgt die zuletzt gezeigte Leistung für Optimismus: „Das beim 1:1 in Gersthofen war seit langem wieder ein ansprechendes Spiel unsererseits.“ Ursprünglich hatte Hochrein gegen die DJK, die zuletzt beim 1:5 gegen Heimstetten unter die Räder gekommen ist, wieder mit der gleichen Formation spielen wollen. Doch ausgerechnet Innenverteidiger Marcello Asta wird mit einer Zerrung ausfallen. Zudem fehlen Tobias Riedner, Pascal Rausch und Jürgen Walther. „Klar ist das ärgerlich, aber im Endeffekt unbedeutend. Es geht nicht darum, wer spielt, sondern wie wir spielen“, sagt Hochrein.
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