publiziert: 06.06.2010 21:37 Uhr
aktualisiert: 06.06.2010 22:20 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text UNTERSPIESHEIM
Leinachs Traum geht zu Ende

Der FC Blau-Weiß unterliegt beim Entscheidungsspiel in Unterspiesheim dem TSV Aubstadt verdient mit 1:2
  • Das tut weh: Patrick Plawky und der FC Blau-Weiß Leinach müssen absteigen. Frank Kranewitter
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Am Ende dürften sich Leinachs Fußballer so gefühlt haben, als seien sie mitten während eines Traums ganz plötzlich aufgewacht. Mit der 1:2-Niederlage im Entscheidungsspiel gegen den TSV Aubstadt endete die erste Landesliga-Saison des FC Blau-Weiß gleich mit dem Abstieg in die Bezirksoberliga.

    
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Leinach-Aubstadt
Fußball Landesliga
    

Sie hatten sich schnell wieder aufgerappelt, Tränen flossen kaum an diesem Sommerabend in Unterspiesheim. Leinachs Trainer Berthold Göbel hatte ein süß-saures Lächeln aufgesetzt, als er sagte: „Aubstadt hat verdient gewonnen!“ Dieses Mal hatte es sein Team eben nicht geschafft, im entscheidenden Moment noch einmal etwas zuzusetzen, so wie es die Leinacher in den letzten Wochen stets verstanden hatten. So wie am vergangenen Mittwoch, als der FC im ersten Entscheidungsspiel in Stegaurach gegen den FC Trogen im Elfmeterschießen siegte.

Aubstadt hatte sich da noch schonen dürfen, hatte im Dreikampf der punktgleichen Teams um den 15. Tabellenrang, der zur Relegationschance gegen den TuS Frammersbach berechtigt, zunächst einmal ein Freilos gehabt. Ob das am gestrigen Sonntag – dem bislang wärmsten Tag des Jahres – ein entscheidender Vorteil war? Es ehrt Leinachs Übungsleiter, dass er erst gar nichts wissen wollte vom argen Kräfteverschleiß beim Elfmeter-Krimi am Mittwoch. „Es gibt diese Spiele, bei denen man einfach nicht richtig in die Zweikämpfe kommt. In der ersten Halbzeit war das diesmal für uns so ein Spiel“, so Göbel.

Tatsächlich war Leinachs Rivale aus dem Grabfeld in den 90 Minuten vor offiziell 1250 dicht gedrängt stehenden Zuschauern auf dem bestens gefüllten Unterspiesheimer Sportgelände das aktivere, wachere und gefährlichere Team. Während es der FC immer wieder mit langen Bällen auf Torjäger Daniel Bufe versuchte und sich Aubstadts Verteidigung offensichtlich bestens darauf eingestellt hatte, wirkten die Bemühungen des TSV varientenreicher und gefährlicher. Folgerichtig fiel dann auch nach 23 Minuten das 1:0 für Aubstadt. Der starke Mittelfeld-Organisator Thomas Omert setzte zum Alleingang durchs Mittelfeld an, wurde von Leinachs Defensive kaum gestört und drosch das Leder aus gut 20 Metern mit Karacho in den Winkel des Tores – FC-Keeper Mario Ruffert war schlicht chancenlos. Letztlich musste Leinach sogar noch froh sein, den knappen Rückstand bis zur Halbzeitpause verteidigt zu haben: Einen Schuss von Aubstadts Torjäger Jan Schneider konnte Ruffert gerade noch an den Pfosten lenken (28.).

Nach der Pause aber schien – wie schon beim ersten Entscheidungsspiel gegen Trogen – der Leinacher Kampfgeist erwacht zu sein. Gerade einmal fünf Minuten waren nach Wiederbeginn gespielt, als Sebastian Ankenbrand – in Stegaurach noch unglücklicher Eigentorschütze – mit einem feinen Schuss aus spitzem Winkel das 1:1 erzielte. Leinach mühte sich nun um eine häufigere Ballkontrolle, wirkte deutlich aktiver als noch in Halbzeit eins. Und wiederum Ankenbrand hatte in der 71. Minute gar die Chance zur Führung. Sein 18-Meter-Schlenzer landete genau an der Latte des Aubstädter Tores. Trotz der deutlichen Leinacher Steigerung blieb aber Aubstadt auch in Durchgang zwei stets gefährlich, setzte immer wieder Nadelstiche im Leinacher Strafraum. Als dann nach einer Omert-Hereingabe Leinachs Abwehr nicht so recht im Bilde war, traf Dominik Ruck aus kurzer Distanz zum letztlich verdienten Aubstädter 2:1. Leinach stürmte hernach mit dem Mute der Verzweiflung, fand aber keine Lücke in der aufmerksamen Verteidigung der Grabfelder.

Der Traum war vorbei – Leinach abgestiegen. Doch Spielertrainer Göbel, der nach dem Spiel ankündigte, in Zukunft nicht mehr selbst gegen den Ball zu treten und einzig und allein als Übungsleiter zu fungieren, mochte im Moment der Niederlage nicht zu sehr auf die Tränendrüse drücken: „In der Winterpause hatten wir elf Punkte. Da hat man uns schon abgeschrieben. Jetzt haben wir bis ganz zum Ende eine Chance auf den Klassenerhalt gehabt. Ich glaube, wir können auch stolz ein“, sagte er und fügte an: „Mit dem fünftbesten Sturm der Landesliga, müssten wir in der kommenden Saison in der Bezirksoberliga eine gute Rolle spielen können.“

Das Spiel in Zahlen

TSV Aubstadt – FC Blau-Weiß Leinach 2:1

Aubstadt: Mack – B. Holzheimer, Werner, Kirsten, M. Gabold – Heim – Ruck (85. Schäfer), Omert, Pfülb – Reinhart, Schneider (89. Merkl).

Leinach: Ruffert – Göbel – Ankenbrand, Mi. Kurz – Pertler (46. D. Schmitt), Reuchlein (75. Spehnkuch), Plawky (75. Bauer), F. Schmitt, Weidner – Bufe, Ma. Kurz.

Tore: 1:0 Omert (28.), 1:1 Ankenbrand (51.), 2:1 Ruck (78.).

Schiedsrichter: Walter Hofmann (Aufkirchen). Zuschauer: 1250 (in Unterspiesheim).

So geht's weiter: Mit dem Sieg hat sich der TSV Aubstadt den Relegationsrang in der Landesliga gesichert, Leinach ist abgestiegen. Bereits am Samstag spielten die Bezirksoberliga-Zweiten FC Burgkunstadt und TuS Frammersbach um den Aufstieg in die Landesliga. Burgkunstadt siegte 2:0. Aubstadt spielt nun am Mittwoch um 18.30 Uhr gegen den TuS Frammersbach um den letzten freien Platz in der Landesliga.

Von unserem Redaktionsmitglied Frank Kranewitter
    
    

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Die neuesten Kommentare

hummel12 (35 Kommentare) am 07.06.2010 12:32

Unterspiesheim!

Beide Fangruppen haben gestern ordentlich Stimmung gemacht. Schade, dass der Fussballverband wieder einmal seine Unfähigkeit gezeigt hat und das Spiel auf einem viel zu kleinen Sportgelände angesetzt hat, wo ein großer Teil der Zuschauer nur schlechte Sicht auf das Geschehen hatte.
Nur gut, dass der BFV die Abstiegsfrage wenigstens auf dem Fussballplatz klärt und nicht durch fragwürdige Sportgerichtsurteile, wie bei der Meisterschaft.
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nfts6309 (4 Kommentare) am 07.06.2010 12:01

@delirius

pöbelnde jugendliche gibt es überall nicht nur auf dem sportplatz! das ist leider so und wird wohl in zukunft auch nicht besser werden.
wo sie gerade schweinfurt, wfv und die kickers ansprechen. wer hat denn drei punkte abgezogen bekommen wegen seinen fans? wer steht immer wieder in den nachrichten wegen ausfälliger fans?
es ist leider so das es immer wieder schwarze schafe bei den fans gibt. aber man kann nicht einfach einzelne hervorheben und sagen die fans sind rassistisch etc.
ich glaube diese diskussion ist so alt wie der fußball selbst und wird immer wieder geführt werden. das ist schade für die, die einfach nur ihre mannschaft unterstützen möchten, da sie auch über einen kamm mit denen geschert werden, die denken sie müssten in niveauloser art und weise auf sich aufmerksam machen. das ist schade für den sport und seine anhänger!!
ich denke in diesem punkt sind wir uns einig.
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delirius (25 Kommentare) am 07.06.2010 11:37

nfts6309

Von Stimmung kann man wohl nicht gerade sprechen, wenn ein paar Jugendliche meinen, sie müssten wie bei den Spielen gegen Schweinfurt, Kickers oder WFV mit beleidigungen auf sich aufmerksam machen.
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nfts6309 (4 Kommentare) am 07.06.2010 09:29

neider...

es gibt doch immer und überall neider. ist schon komisch, dass sich andere vereine/spieler bei den leinach fans bedanken, da gewesen zu sein, weil endlich mal wieder stimmung war! gerade leinach hat sich in der landesliga als fairer verein etabliert. bei den anderen vereinen und auch bei den schiris. die fans stehen hinter ihrer mannschaft im sieg wie in der niederlage ohne die von blosenberg angeblich gehörten rassistischen sprüchen!
parolen wie blau-weiß-scheiße kamen gestern von der anderen seite. bei dem clubnamen ist das auch kein wunder gewesen. unterstes niveau einfach.

der verein, die spieler und die fans können stolz auf ihre mannschaft sein, was sie in einer so starken landesliga-saison erreicht haben!
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blosenberg (25 Kommentare) am 07.06.2010 01:07

Leinachs Abstieg: ein Gewinn für die LL Nord

Neben den WFV-Fans sind die Anhänger von Leinach die unsympathischsten der Liga, ich habe von ihnen permanent rassistische Sprüche gegen ausländische oder nicht-weiße Spieler gehört. Es ist ein Gewinn für die Landesliga Nord, in der nächsten Saison diese beiden Vereine los zu sein.
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