publiziert: 19.04.2011 16:50 Uhr
aktualisiert: 19.04.2011 16:58 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text Fußball: Landesliga Nord
René Grimm trifft auf seinen Lehrmeister

Der ASV Rimpar erwartet die Freien Turner aus Schweinfurt mit Trainer Ernst Gehling
  • Rene Grimm
    Foto: Jörg Rieger
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Fussball

Landesliga Nord ASV Rimpar – FT Schweinfurt (Mittwoch, 18.30 Uhr, Sportanlage Neue Siedlung)

René Grimm hat Übung im Umgang mit Strohhalmen. Das gilt für den Trinkhalm in der Apfelsaftschorle während der Mittagspause. Das trifft aber auch für die letzten Strohhalme im Abstiegskampf zu. Dort greift der 32-jährige Trainer im Dienste des Landesligisten ASV Rimpar vor dem Saisonfinale zu Maßnahmen, die etwas bewegen sollen. Eine dieser Entscheidungen ist der Torwartwechsel von Florian Nöth zu René Bayer.

Der Posten zwischen den Pfosten war vakant geworden, weil sich Stammkeeper Jens Kollert kürzlich einer Schulteroperation unterziehen musste. Deshalb rückte der talentierte Nöth mit seinen 21 Jahren ins erste Glied, machte aber nicht immer eine glückliche Figur. „Es ist für einen jungen Torwart extrem schwierig, in einer solchen Situation, wenn es um alles geht, auf einer so entscheidenden Position zu debütieren. Das kann schon verunsichern. Davor möchte ich ihn schützen“, sagt Grimm vor dem richtungsweisenden Duell gegen die FT Schweinfurt. Schon am vergangenen Samstag beim TSV Aubstadt stand der frühere Handball-Keeper Bayer im Tor und hielt bei der 1:2-Niederlage einen Elfmeter.

Eine weitere Reaktion auf die Niederlagen-Serie war die Ernennung eines Co-Trainers. Thomas Redelberger wird fortan spielend an der Seite von Grimm coachen, der sich in seiner ersten Saison über die Verstärkung freut: „Vier Augen sehen mehr als zwei. Zudem kennt Thomas auch aufgrund seiner Rolle als Verteidiger die Laufwege in der Defensive.“ Aber nicht nur der ASV-Trainer, sondern auch die erfahrenen Spieler setzen Zeichen im Abstiegskampf. So haben am Wochenende die Routiniers Tobias Jäger und Manuel Wolf als letzte Unsicherheitsfaktoren im Kader für die kommende Saison zugesagt (wir berichteten) – und zwar unabhängig von der Ligazugehörigkeit.

Dabei haben die Rimparer zuletzt nun wirklich nicht wie ein Absteiger gespielt. Die aufstrebenden Aubstädter wurden eine Halbzeit lang an die Wand gespielt. Am Ende stand freilich die vierte Niederlage hintereinander und die 14. im 14. Auswärtsspiel, was Grimm schier verzweifeln lässt: „Ein Gegentor bewirkt in der Mannschaft derzeit unheimlich viel. Von jetzt auf gleich ist sie verunsichert. Das ist reine Kopfsache.“ Grimm grübelt derzeit fast rund um die Uhr, wie er seinen Jungs helfen kann – und denkt dann fast zwangsläufig an seine fünfjährige Lehrzeit bei Ernst Gehling, Tausendsassa und Trainer des heutigen Gegners.

„An seiner Seite habe ich unheimlich viel gelernt“, sagt Grimm und stochert mit dem Strohhalm in der Glasflasche. Der fußballerische Wissensschatz wuchs nicht, wenn es auf der Maibacher Höhe gut gelaufen ist, sondern wenn die Freien Turner Bauchlandungen hingelegt haben. „In solchen Situationen ist der Trainer gefragt. Ernst hat immer alles auf den Kopf gestellt und solange korrigiert, bis es wieder gelaufen ist.“ Gehling und Grimm sind in einer ähnlichen Situation und müssen mit bescheidenen Mitteln eine Landesliga-taugliche Elf auf die Beine stellen.

In dieser Saison läuft es bei den Freien Turnern richtig gut, während sich die Rimparer vor den letzten sechs Partien in akuter Abstiegsgefahr befinden. „Natürlich wäre es mir lieber gewesen, wenn es in diesem Spiel um nichts mehr gehen würde. So brauchen wir die drei Punkte um jeden Preis, auch wenn der Gegner FT Schweinfurt heißt“, sagt Grimm. Dass ihm ausgerechnet sein einstiger Lehrmeister einen Strich durch die Rechnung machen könnte, dürfte den ASV-Trainer derzeit besonders umtreiben.

Die personelle Situation

Vor dem vorgezogenen Spiel des ASV Rimpar (14./25) gegen die FT Schweinfurt (6./45) sind René Grimm auf entscheidenden Positionen die Hände gebunden. Spielmacher Patrick Röder muss seine Rotsperre absitzen. Für Top-Torjäger Igor Mikic dürfte ein Einsatz nach seiner Verletzung zu früh kommen. Hinter den Einsätzen von Thomas Eisenbacher (Fuß), Simon Schnepf (Zerrung) und Nicolas Moskwiak (Muskelfaserriss) stehen mehr oder weniger große Fragezeichen.

Von unserem Mitarbeiter Jörg Rieger
    
    

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