aktualisiert: 17.04.2011 21:28 Uhr
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Wasserball: Bundesliga Männer, Play-off-Viertelfinale
SV 05-Wasserballer im Halbfinale
Trainer Helmschrott glückt, was er 1998 schon als Spieler geschafft hat
WASSERBALL
Bundesliga, Play-offs, Viertelfinale, Spiel zwei (best of three) SC Wedding – SV Würzburg 05 6:9 (2:2, 0:2, 0:4, 4:1)
Was für ein Erfolg! Der SV Würzburg 05 steht nach einer jahrelangen Durststrecke im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. Das Team von Trainer Jürgen Helmschrott bezwang in der Best-of-three-Serie am Samstagabend auch im zweiten Spiel den SC Wedding und gehört damit zu den Top-Vier des deutschen Wasserballs.
Zuletzt standen die Nullfünfer 1998 (damals noch mit dem Spieler Helmschrott) im Halbfinale. Das 9:6 war gleichzeitig ein historisches Spiel – erstmals gelang Helmschrott mit seiner Mannschaft nämlich ein Sieg beim Berliner Stadtteilklub. Gegner im Halbfinale ist nun der deutsche Rekordmeister Spandau Berlin.
„Das war das beste Auswärtsspiel der Saison“, jubelte ein überaus zufriedener Jürgen Helmschrott nach dem Halbfinaleinzug, den sein Team in nur zwei Partien perfekt gemacht hat. „Wir sind vier Viertel lang volles Tempo gegangen und waren insgesamt klar besser.“ Von der ersten Sekunde an zeigten sich die Nullfünfer unter den Augen von 15 eigens mitgereisten Fans in Berlin hochkonzentriert. Von der zuletzt oft bemängelten Anlaufschwierigkeit war nichts zu sehen. „Es war wichtig, dass wir Wedding nicht haben davon ziehen lassen“, sagte Helmschrott – im Gegenteil. Nach ausgeglichenem Anfangsabschnitt zogen die Gäste auf 8:2 davon. „Wir waren physisch und psychisch stabil.“ Besonders letzteres sind wohl auch Erfahrungen, die die Nullfünfer im Relegationsmarathon gegen Cannstatt über fünf Spiele plus Verlängerung und Fünf-Meter-Werfer gemacht und die sie offenbar gestählt haben. „Das kommt uns nun alles zugute“, befand Helmschrott, der zudem auch die dieses Mal komfortable Anreise mit einem Reisebus als Faktor wertete. „Alle waren entspannt, haben die Power, die wir in den letzten Wochen mitgenommen haben gleich im Becken umgesetzt.“
Selbst vier Unterzahlspiele im dritten Viertel überstanden die Nullfünfer ohne Gegentor, erzielten gar selbst zwei Treffer. „Im letzten Abschnitt wollten es die Schiedsrichter noch mal spannend machen, haben fast alles gegen uns gepfiffen. Aber auch da hat mein Team enorme geistige Stabilität bewiesen.“
Nicht ganz so stabil soll der eine oder andere nach der großen Siegessause, die bis in den Sonntagmorgen gegen sechs Uhr dauerte, gewesen sein. „Die Jungs haben sich die Feier verdient. Aber keiner soll denken, dass das jetzt die Saisonabschlussfeier war. Wir können noch Platz drei und damit das internationale Geschäft erreichen“, blickte Helmschrott schon auf die am Samstag (16.30 Uhr, Wolfgang-Adami-Bad) beginnende Best-of-five-Serie gegen den Rekordmeister Spandau Berlin voraus.
Tore für Würzburg: Müller 2, Quast 2, Ringelmann 2, Fleck, Fries, Kristandt.
Schiedsrichter: Kutz (Hamburg) / Fester (Freiberg). Zuschauer: 80.
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