aktualisiert: 03.06.2010 21:46 Uhr
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FUSSBALL: Landesliga
Späte Belohnung für einen langen Sturmlauf
Der FC Blau-Weiß Leinach gewinnt das dramatische Entscheidungsspiel gegen Trogen im Elfmeterschießen
Sein Ende fand dieser dramatische Fußball-Abend am Grill. 20 Paar Bratwürste hatte Leinachs Team gleich nach dem erfolgreichen Elfmeterschießen, dem 6:5-Erfolg über den FC Trogen, geordert. Und so mampften die Kicker direkt nach ein paar Runden gemächlichen Auslaufens auf dem Rasen vor dem Gang in die Kabine mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht einträchtig mit ihren Anhängern. „Ein Bierchen“ hätten sich seine Schützlinge nach dieser Partie auch noch verdient, hatte der strahlende FC-Spielertrainer Berthold Göbel bereits auf dem Feld gesagt. Sie nehmen's noch immer locker in Leinach. Das zweite von drei möglichen K. o.-Spielen um den Klassenerhalt am Sonntag gegen Aubstadt schien in diesem Moment der Freude, des erleichterten Jubels, ganz weit weg. Fast hatte man den Eindruck, als ob die Blau-Weißen die unfreiwillige Verlängerung ihrer ersten Landesliga-Saison so richtig genießen würden.
1:2 stand es, als der zahlreiche Leinacher Anhang – mehr als die Hälfte der lediglich 280 Zuschauer hielt es mit den Kickern aus dem Landkreis Würzburg – in der Halbzeit ein Transparent hervorkramte: „Kämpfer geben nie auf“, stand da blau auf weiß gepinselt. Die Leinacher haben sich tatsächlich nicht unterkriegen lassen. Nicht vom frühen Eigentor von Sebastian Ankenbrand. Der Verteidiger hatte bereits in der zweiten Minute eine Ecke des Trogeners Rene Schildt unglücklich ins eigene Tor gelenkt. Auch das 1:2 durch einen strammen Schuss von Trogens Daniel Micklisch kurz vor der Pause schien die Leinacher kaum zu verunsichern. „Wir haben Rückschläge weggesteckt und immer weiter Druck gemacht. Deshalb haben wir verdient gewonnen“, stellte FCL-Coach Göbel fest.
Auch weil die Leinacher eben einen Angreifer mit Toregarantie auf dem Feld haben. Wieder einmal war es Daniel Bufe, der mit zwei klasse Einzelaktionen für die Treffer sorgte, die sich das Team mit einem wahren Sturmlauf – vor allem in der zweiten Hälfte – redlich verdient hatte. Zweimal trafen die Leinacher durch Bufe (63.) und Alexander Weidner in der Verlängerung (96.) die Latte des Trogener Tores. Die Unterfranken taten weitaus mehr als die abwartenden Oberfranken, die sich in einem flotten und abwechslungsreichen Spiel zuvorderst auf Leinacher Fehler lauerten. Eine Taktik, die, als in der Verlängerung beim Göbel-Team sichtlich die Kraft nachließ, beinahe erfolgreich gewesen wäre. In der 115. Minute lag der Ball plötzlich im Netz des Leinacher Tores, der Trogener Michael Guthke hatte ihn aus kurzer Distanz über die Linie bugsiert, auf Leinachs Bank herrschte blankes Entsetzen. Doch Schiedsrichter Martin Prinzler versagte dem Treffer wegen Abseits die Anerkennung – eine umstrittene Entscheidung.
Am Ende entschied im für beide Teams 40. Saisonspiel ein einziger Schuss über den Abstieg. 6:5 führte Leinach vor Trogens fünftem Elfmeter. FCL-Keeper Mario Ruffert hatte gegen Martin Weiß pariert, ausgerechnet der erst drei Minuten vor dem Elfmeterschießen eingewechselte Leinacher Daniel Härth war mit seinem Versuch gescheitert. Dann aber gelang Ruffert gegen Trogens Besten Kai Starke die zweite Glanztat – die Partie war vorüber und Ruffert lag im Jubelknäuel ganz unten. Als die feiernde Menge den Helden des Elfmeterschießens dann wieder freigab, blickte Ruffert voraus auf die kommende Partie: „Die Aubstädter werden sich gefreut haben, dass wir hier so lange kämpfen mussten. Trotzdem werden wir gewinnen – da bin ich mir ganz sicher!“ Aufgeben werden die Leinacher sicher nicht.
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