publiziert: 30.10.2011 18:48 Uhr
aktualisiert: 30.10.2011 18:53 Uhr
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Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text Fußball: Bayernliga
Tristesse beim Würzburger FV

Michael Hochrein suchte die Einsamkeit an der Mainaustraße, aber er fand sie nicht wirklich. Immer wieder musste der Trainer des Fußball-Bayernligisten Würzburger FV nach dem 1:1 (1:0) gegen den TSV Rain am Lech Hände des Kontrahenten schütteln oder sich auf die Schulter klopfen lassen. Er machte es artig, obwohl ihm so gar nicht danach war. Aber auch das gehört zum Geschäft. Dieses Trainer-Dasein im Herbst 2011 ist kein Traumberuf, schon gar nicht beim WFV, der, so scheint es, in der Tristesse zu versinken droht.

Das Remis fühlte sich nicht nur für den Trainer wie eine Niederlage an, denn Hochrein & Co. hatten sich viel vorgenommen. Der Coach sprach im Vorfeld davon, dass „ich das Beste aufbieten kann, was wir haben.“ Jetzt, wo er alleine über den Rasen läuft, die Arme verschränkt und den Blick auf den Boden gerichtet hat, muss sich wohl auch der Trainer eingestehen, dass das Beste beim Würzburger FV in der aktuellen Verfassung nicht gut genug ist, um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. „Es reicht halt nicht, mal 45 Minuten, mal eine Stunde gut zu spielen. Wir müssen endlich über die volle Distanz wach sein“, sagte der 47-Jährige und förderte selbst schonungslos das zu Tage, was ohnehin alle gesehen hatten: „Unerklärlicherweise haben wir in der zweiten Halbzeit stetig abgebaut.“ Die letzten 20 Minuten nannte er „unterirdisch“: „Ich bin absolut enttäuscht.“

    
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Würzburger FV - TSV Rain
Fußball: Bayernliga
29.10.2011
    
Es war kein goldener Oktober, nur fünf Punkte aus fünf Spielen haben die Zellerauer geholt und dazu auch noch schwach gespielt. „Ich kann mir das nicht erklären“, sagte auch Verteidiger Daniel Drenkard und nannte vielleicht doch einen Grund, weshalb der Würzburger FV derzeit keinen Weg aus der Lethargie findet: „Uns hat das zweite Tor gefehlt.“ Und daraus resultierend das vielleicht auch gesteigerte Selbstbewusstsein, um neuen Mut zu tanken für die restlichen vier Runden vor der Winterpause. Denn klar ist, geht es so weiter, dann dürfte es schwer werden, überhaupt nur den Anschluss auf Platz neun und damit die direkte Regionalliga-Qualifikation zu halten. „Wer daheim nur unentschieden spielt, der muss auswärts gewinnen“, sagte Hochrein mit Blick auf das Auswärtsspiel am kommenden Samstag in Gersthofen: „Da gibt es kein Wenn und Aber.“ Aber auch das hat Hochrein schon öfters gesagt, langsam fällt es schwer, zu glauben, dass die Mannschaft das Ruder herumreißt.

Viele Chancen, nur ein Treffer

Der Vorsatz, gegen Rain die Kurve zu kriegen, schien jedenfalls da bei den Kickern in den blauen Hemden. Möglichkeiten zur Führung hatten sie genügend: Steffen Krautschneider per Freistoß (3.), Pascal Kamolz erst per Kopf (3.) und später völlig frei vor dem Tor (30.) ließen jedoch klarste Chancen verstreichen. Aber sie kämpften weiter und belohnten sich dann auch: Denn Markus Bauer traf nach dem achten Eckstoß den Innenpfosten, von wo aus die Kugel den Weg in den Gäste-Kasten fand (43.). „Eine gute erste Halbzeit, aber eben nur mit einem Tor“, sagte Hochrein, denn Rain war nur einmal gefährlich, als WFV-Keeper Jan-Peter Grunz toll gegen TSV-Kapitän Bernd Taglieber parierte (44.). Im Gegenzug bugsierte Kamolz eine scharfe Hereingabe von Pascal Rausch über das Tor. „Die Dinger müssen vorne eben auch einmal reingehen“, ärgerte sich Drenkard. Auch gleich nach dem Seitenwechsel war es Kamolz, dessen Kopfball Rains Schlussmann Kevin Mascke erst im Nachfassen unter Kontrolle brachte und der auch Rauschs strammen Schuss parierte (65.).

Danach aber baute der WFV zusehends ab, spielerisch und körperlich gleichermaßen. „Wir haben dann doch nur noch versucht, robust ranzugehen“, erkannte auch Hochrein, während sein Gegenüber Tobias Luderschmid davon sprach, nur noch eine Mannschaft spielen gesehen zu haben: „Nämlich meine. Und den Punkt haben wir uns dicke verdient.“ Ein Freistoß von Johannes Müller bahnte sich den Weg durch Freund und Fein hindurch und landete schließlich im Würzburger Kasten (70.). Perfekt war der nächste Tiefschlag für die Zellerauer.

Und so, als hätten sie nicht schon genug Baustellen, mischte sich auch noch Gäste-Coach Luderschmid in die Würzburger Angelegenheiten ein. „Bei mir“, sagte der Trainer aus Rain bei der öffentlichen Pressekonferenz ins Stadion-Mikrofon, „würde der Kamolz nach solch einer Aktion nicht mehr spielen.“ Würzburgs Angreifer hatte den Ball nach einer Verletzung zunächst nicht zum Gegner zurückgespielt und sich von Luderschmid lautstark tadeln lassen müssen. Der WFV-Stürmer zeigte daraufhin den Mittelfinger und hatte Glück, nicht mit Rot vom Platz zu fliegen. Kamolz rechtfertigte sich später erbost damit, beleidigt worden zu sein. Es ist zwar nur eine Randnotiz, doch im tristen Herbst 2011 passt auch das ins Bild an der Mainaustraße.

Die Statistik zum Spiel

Würzburger FV – TSV Rain am Lech 1:1 (1:0)

Würzburg: Grunz – Drenkard, Asta, Bauer, Ganzinger – Kirchner (78. Deißenberger) – Krautschneider, Steinmetz, Schömig – Rausch, Kamolz.
Rain: Maschke – Egen, Taglieber, Triebel, Götz – Müller, Riedelsheimer, Lutz, Cantürk (80. Heckel) – Wünsch (90. Förster), Schneider (75. Clari).
Tore: 1:0 Bauer 43.), 1:1 Müller (70.). Schiedsrichterin: Söder (Schwarzenbruck). Zuschauer: 342.

Von unserem Redaktionsmitglied Fabian Frühwirth
    
    

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Die neuesten Kommentare

baer (176 Kommentare) am 31.10.2011 22:32

ich mag es ja...

wenn man sich selbst genügt , es ist aller ehren wert, nech… allerdings finde ich es arg bedauerlich, wenn sich auch tristesse selbst genügt. die signale die in den letzten wochen vom kapitän, der mannschaft und vom vorstand ausgesendet wurden, lassen nicht unbedingt darauf schließen, dass man wahrhaft gewillt ist, in der höchsten deutschen amateurklasse zu spielen. das wäre ja auch in ordnung, wenn zu beginn der saison von seitens des vereins, des trainers und der mannschaft nicht andere töne zu hören waren. die enttäuschung und auch den frust nun den fans allerdings selbst zu anzukreiden, halte ich daher für sehr gewagt und auch etwas unfair!
das die sehnsucht in würzburg, vor allem bei den (noch) nicht anwesenden fußball-fans, sehr groß ist, höherklassigen und attraktiven fußball zu sehen, ist unbestritten und beherbergt ein großes potential.
das die jetzige mannschaft in der tabelle nun hinter allen aufteigern steht, ist bisher einfach arg enttäuschend., keine frage… ich glaube nicht, dass von seiten der fans davon ausgegangen wurde, dass der wfv in dieser saison im oberen drittel der tabelle mithalten kann. das sich das gefügige der mannschaft, nach den ab- und zugängen verändert hat, versteht sich von selbst. wenn allerdings mit bastian götzfried, dominik gerberich und auch david schmieg (wahrscheinlich bald wohl auch noch tobias rosenberger), dem verein den rücken zukehren, dann bleibt ein seltsamer geschmack, der spekulationen tor und tür öffnet. es bleibt die wahrnehmung, dass nach der rückkehr der verletzten und urlaubenden spieler, ein bruch in der mannschaft spürbar wurde. zu beginn der saison (trotz fehlen von christian steinmetz und marcello asta) spielte der wfv oben mit…
das ziel für diese saison wurde von trainer hochrein klar und unmissverständlich formuliert: „platz neun“. er will es wissen, ob höherklassiger fußball in würzburg möglich ist. dass er sich damit selbst unter druck setzte, imponiert mir sehr und als bester trainer in der region hätte er es auch mal verdient, woll… wie wohl auch er, halte ich dieses ziel für realistisch. der abstand zu den direkten aufstiegplätzen ist noch nicht sehr groß, aber mit der bisherigen leistung der mannschaft ist die gefahr sehr real, dass er sich rasch vergrößern kann.
das signal von letzter woche, ob die lizenz überhaupt beantragt wird, ob es finanziell machbar ist, keine finanzielle aufstockung des kaders, halte ich in dieser situation für die mannschaft und evtl. künftige sponsoren, für arg kontraproduktiv und auch frustierend. ist es dann nicht auch ein schlag für die ambitionen des trainers?... ich frag ja nur mal so, nech… zwinkern
(4)
baer (176 Kommentare) am 31.10.2011 22:39

ps.

ach ja, bevor ich es vergesse, stellt sich mir noch die frage: wenn das glück mit dem tüchtigen ist, ist dann das pech mit den untüchtigen? zwinkern
(2)
Atego (52 Kommentare) am 30.10.2011 22:31

...noch was

Herr Luderschmid,
der WFV war im16ner von Rain und am Drücker ein Rainer bleibt liegen Krautschneider schießt ins aus (fähre Geste). Nach der Verletzungsunterbrechung wird der Ball von Rain bis zur Eckfahne vom WFV ins Seitenaus geschossen (fähre Geste), beim Einwurf geht Rain sofort drauf und versucht sich den Ball zu erkämpfen.
Schön ruig bleiben Herr Luderschmid
(3)
Azathoth (215 Kommentare) am 30.10.2011 19:21

Kamolz

Hat sich den Ball, nachdem er zurück gespielt wurde fair erkämpft. Das hat Rain nat. nicht gepasst. Luderschmid soll mal lieber auf seine Leute schauen: Cantürk bolzt den Ball in die Zuschauer, anstatt ihn einfach über die Linie zu schieben. Auch sehr fair!!!
Ach ja, Hochrein, wann lässt Du mal wieder die spielen, die es auch verdient haben?
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