aktualisiert: 11.11.2011 19:18 Uhr
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Fußball: Landesliga
Ungleiches Duell auf Augenhöhe
Während der TSV Kleinrinderfeld seine erste Landesliga-Saison bestreitet, ist die TG Höchberg bereits seit 1989 Stammgast
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„Wir haben schon seit langem gute Beziehungen mit den Höchbergern“: Kleinrinderfelds TSV-Urgestein Udo Siedler freut sich auf das Derby am Sonntag gegen die TG Höchberg.
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„Wir betrachteten mit Respekt und auch mit ein wenig Verwunderung, was sich beim TSV entwickelt hat“: Rudi Hußlein und die TG Höchberg gastieren am Sonntag in Kleinrinderfeld.Fotos (2): Fabian Frühwirth
Wer mit einem älteren Bruder aufgewachsen ist, der weiß bestens, wie es manchmal laufen kann: Der Größere bekommt mehr Aufmerksamkeit geschenkt und ist das Aushängeschild der Familie, während der Kleinere seine eigene Rolle finden muss. Es kann jedoch vorkommen, dass der Jüngere unerwartet aus dem Schatten des Älteren tritt und sich anschickt, bekannte Hierarchien auf den Kopf zu stellen. In der Fußball-Landesliga stehen sich nun diese beiden Brüder in Form des TSV Kleinrinderfeld und der TG Höchberg (Sonntag, 14 Uhr, TSV-Sportplatz) erst zum zweiten Mal gegenüber. Im Hinspiel hatten die Kracken, die ihre 23. Landesliga-Saison in Folge bestreiten, beim 3:2-Heimsieg noch die Nase vorn. In der Tabelle steht der „kleine“ TSV jedoch deutlich besser da.
Der brüderliche Vergleich der beiden Mannschaften liegt nahe, wenn man sich die engen Beziehungen zwischen beiden Klubs ansieht. In den letzten Jahren wählten zahlreiche Spieler den Weg von Höchberg aus ins beschauliche Kleinrinderfeld – darunter Felix Mantel, Christian Dambach, Florian Streit, Torwarttrainer Timo Koppitz und noch einige mehr. TSV-Trainer Norbert Mahler spielte sogar einst zusammen mit Klaus Conrad, dem sportlichen Leiter der TG, mit Höchberg in der Landesliga. Man könnte also meinen, der kleine Bruder müsste die Kleider tragen, die der große nicht mehr haben wollte. Dieser Vergleich hinkt aber gewaltig, denn viele Spieler sind in Kleinrinderfeld gereift und zu Stützen ihrer Mannschaft geworden.
„Wir haben schon seit langem gute Beziehungen mit den Höchbergern“, bestätigt TSV-Urgestein Udo Siedler. „Man behandelt sich mit Respekt und Anerkennung. Vor der Saison haben wir uns aus Höchberg auch Rat bezüglich Formalien in der Landesliga eingeholt.“ Ganz ähnlich sieht es Rudi Hußlein, seit 1987 in verschiedenen Funktionen für die TGH tätig: „Wir betrachteten mit Respekt und auch mit ein wenig Verwunderung, was sich beim TSV entwickelt hat.“
Damit ist Hußlein nicht der Einzige. Verwundert hat der Liga-Neuling mit seinem rasanten Aufstieg so einige Fußballexperten der Region. Schließlich spielte man 2008 „nur“ in der Bezirksliga. „Für mich beruht unser Erfolg darauf, dass wir über Jahre hinweg konstant mit den gleichen Spielern gearbeitet haben, wodurch eine ausgezeichnete mannschaftliche Geschlossenheit entstanden ist“, weiß Siedler den Höhenflug seiner Mannschaft zu erklären. In Höchberg stagnierten seit dem dritten Platz unter Martin Stöhr in der Spielzeit 2009/2010 hingegen die Leistungen. „Es war wichtig, dass der neue Trainer die Zügel angezogen hat. Man merkt, dass es wieder aufwärts geht“, zeigt sich Hußlein zuversichtlich. In einem Punkt sei Kleinrinderfeld den Höchbergern sogar voraus: „Natürlich möchten auch wir langfristig und konstant mit einem Trainer zusammenarbeiten, so wie es Kleinrinderfeld mit Norbert Mahler tut. Genau das haben wir mit Thomas Karl vor“, sagt Hußlein.
Trotz all der guten Beziehungen wird es am Sonntag letztendlich nur um die Punkte gehen. „Ich freue mich ganz besonders auf das Spiel, gerade weil es auf Höchberger Seite viele Bekannte gibt. Außerdem traue ich unseren Jungs einen Sieg zu“, sagt Siedler. Im Fokus werden mit Sicherheit die beiden Topstürmer der Landesliga stehen: Peter Endres netzte bereits 17 Mal für den TSV (6./32) ein, Pascal Bloemer folgt auf Platz zwei mit 14 Treffern für die TGH (13./24). Man darf also gespannt sein, ob der „kleine“ Bruder aus Kleinrinderfeld den „großen“ aus Höchberg ärgern kann. Für die Würzburger Fußballfamilie sind beide Vereine so oder so ein Gewinn.
TSV Kleinrinderfeld – TG Höchberg (Sonntag, 14 Uhr, TSV-Sportplatz)
In Kleinrinderfeld blickt man dem Derby mit ein paar Sorgenfalten entgegen. Mit Felix Mantel, Michael Hollenbach, Edwin Aber (alle Erkältung) sowie Peter Endres (muskuläre Probleme) sind gleich vier Stammspieler angeschlagen. „Wer letztendlich spielen kann, entscheidet sich am Sonntag“, sagt TSV-Trainer Norbert Mahler. Kleiner Lichtblick: Christopher Eckl steht dem Aufsteiger wieder zur Verfügung.
Die TG aus Höchberg reist mit drei Siegen aus den letzten vier Spielen und einer dementsprechend breiten Brust nach Kleinrinderfeld. Bei der Mannschaft von Trainer Thomas Karl wird Mario Christ nach überstandener Verletzungspause und dem Kurzeinsatz am vergangenen Samstag gegen Frammersbach möglicherweise in die Starformation zurückkehren.
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