aktualisiert: 25.05.2011 22:22 Uhr
Text
Text
Fair ist mehr:
Unteraltertheim spielt freiwillig zu siebt
SV-Fußballer wollen Gegner nicht demütigen
(frak) Das Resultat der Begegnung zwischen dem SV Unteraltertheim und der zweiten Mannschaft des SV Heidingsfeld in der A-Klasse Würzburg 2 spricht eigentlich eher für eine Demütigung. Mit sage und schreibe 19:0 siegten die Gastgeber aus dem Welzbachtal. Und doch wurden die unterlegenen Heidingsfelder am Ende mit Applaus verabschiedet. Auch ein Grund, warum Schiedsrichter Oswald Prozeller das Verhalten der Unteraltertheimer bei dieser Partie besonders bemerkenswert findet. „Der Sport stand trotz aller Widrigkeiten im Vordergrund“, meint Prozeller.
Die Reserve-Mannschaft des SV Heidingsfeld plagten an diesem Tag nämlich arge Personalnöte. Und als dann auch noch nacheinander vier Heidingsfelder Akteure verletzt ausschieden, standen die Gäste plötzlich nur noch zu siebt auf dem Feld. 4:0 führten die Unteraltertheimer zu diesem Zeitpunkt, die den Gegner allerdings nicht vollends lächerlich machen wollten und umgehend zwei Akteure vom Feld holten. In der Halbzeitpause blieben dann noch zwei weitere Unteraltertheimer Akteure draußen, so dass die Partie nach dem Seitenwechsel mit je sieben Spielern auf jeder Seite fortgesetzt wurde. „Wir wollten den Gegner nicht demütigen. Aber wir wollten die Partie auch zu Ende bringen“, erläutert Unteraltertheims Abteilungsleiter Jürgen Seubert: „Es waren bei schönem Wetter rund 100 Zuschauer da, die wollten wir nicht enttäuschen. Und auch die Heidingsfelder hätten bei einem vorzeitigen Spielabbruch nur Nachteile gehabt. Es hätte eine Strafe vom Verband gegeben. Aber ich denke dieses Geld ist bei der Heidingsfelder Jugend-Abteilung besser aufgehoben.“ Letztlich sei es auch eine Frage des Anstands gewesen, den Gegner nicht bloß zu stellen: „Da gab es bei uns in der Mannschaft überhaupt keine Diskussionen. Es waren unsere besten Spieler, die wir zuerst vom Feld geholt haben“, so Seubert.
Beide Teams spielten die Partie über die volle Distanz zu siebt zu Ende. Auch die Heidingsfelder ließen ihrem Frust trotz der deutlichen Unterlegenheit keinen freien Lauf. „Im gesamten Spiel gab es von keiner Seite eine unfaire Aktion“, berichtet Schiedsrichter Prozeller und fügt an: „Auch den Heidingsfeldern gehört Anerkennung. Sie waren ohne Chance und haben die Partie über die Bühne gebracht, obwohl der ein oder andere Spieler angeschlagen war.“
Fair ist mehr
Die Aktion ist eine ständige Einrichtung Ihrer Zeitung und wird unterstützt vom Bayerischen Landessportverband. Schirmherr der Aktion ist der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds Thomas Bach. Eine Jury berwertet alljährlich alle veröffentlichten Aktionen und zeichnet die Sieger aus. Um den Blick und das Gefühl für Fairness zu stärken, hat Ihre Zeitung die Aktion „Fair ist mehr“ ins Leben gerufen. Die Rechtsanwaltskanzlei „Bendel & Partner“ tritt als Sponsor auf und hat Preisgelder für die Gewinner ausgelobt. Der Sieger erhält als Anerkennung für seine Fairness 2000 Euro Preisgeld. Der Zweitplatzierte erhält 1000 Euro, für den Drittplatzierten gibt es 500 Euro.
Faire Gesten melden Sie bitte an: Sportredaktion Main-Post, Berner Straße 2, 97 084 Würzburg Tel. (09 31) 60 01 – 237 Fax: (09 31) 60 01 – 368 E-Mail: red@mainpost.de
Diesen Artikel
| Bewertung: |
|
| 1 Bewertungen (Sie müssen angemeldet sein um zu bewerten) | |

Wetter


