publiziert: 13.08.2008 23:20 Uhr
aktualisiert: 15.08.2008 20:24 Uhr
» zur Übersicht Würzburg
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text FUSSBALL
WFV-Kickers: Rothosen feiern verdienten 2:1-Erfolg

WFV verliert das Derby völlig zurecht – Mauder bleibt Pressekonferenz fern

Prächtige Kulisse, starke Würzburger Kickers und ein zum wiederholten Male enttäuschender Würzburger FV: Die Rothosen vom Dallenberg gewannen am Mittwochabend das Stadt-Derby der Fußball-Bayernliga hochverdient mit 2:1 (1:0) und stürzten den weiterhin punktlosen Rivalen von der Mainaustraße vor 3023 Zuschauern in eine handfeste Krise.

  • Glückwünsche für den Derby-Sieg: Die Roten (in der Mitte Sebastian Fehrer, rechts Dominik Schlessmann) feierten den Erfolg an der Mainaustraße freudig mit ihren Fans.
    FOTO FABIAN FRÜHWIRTH
Bild von

Die Lockerheit wohnt am Würzburger Dallenberg. Anders lässt sich der gestrige Auftritt der Kickers in der Zellerau nicht erklären. Erst 45 Minuten vor dem Anpfiff – an den Kassen war da für die strömenden Besucher-Massen Schlangestehen längst zum Geduldsspiel geworden – reisten die Gäste zur Sepp-Endres-Sportanlage. Sie wirkten locker. So, als gebe es diesen Lokalschlager jedes Wochenende. Auf der anderen Seite sah das ganz anders aus: Die Nervosität war dem WFV-Tross deutlich anzumerken, schon eine Stunde vor dem Anpfiff trabten die Gastgeber über den satten Rasen.

Kickers-Chancen im Minutentakt

An der Rollenverteilung sollte sich auch während der Partie nichts ändern. Der Aufsteiger vom Dallenberg gab den Ton an und die Richtung vor. Der WFV hatte alle Füße voll zu tun, um den Kontrahenten in Schach zu halten, was letztlich in die Hose ging: Dominik Schlessmann (2.), Christian Salwiczek (3.) und Daniel Drenkard (7.) hatten in den ersten sieben Minuten beste Gelegenheiten, das Derby frühzeitig für sich zu entscheiden. Doch vor dem Kasten versagten die Nerven, fehlte das Quäntchen Glück oder aber es stand WFV-Keeper Ralf Scherbaum im Weg. „Wir waren völlig von der Rolle“, erkannte auch FV-Coach Michael Hochrein: „Das ganze Spiel war eine Enttäuschung.“ Bis sich die Überlegenheit auch im Ergebnis widerspiegelte, dauerte es 22 Minuten: Der überragende Andreas Kirchner spielte den Doppelpass mit Pascal Kamolz, als wäre es das Einfachste dieser Fußball-Welt. Die Abwehr der Zellerauer war mit diesem Mittel in den Tiefschlaf versetzt worden – Kirchner traf zum überfälligen Führungstreffer.

    
»Fotostrecke starten Fotogalerie
WFV - Kickers, Teil 2
WFV - Kickers, Teil 2
WFV - Kickers, Teil 2
WFV - Kickers, Teil 2
WFV-Kickers
Würzburg
13.08.2008
    


Und es sollte so weitergehen. Die Kickers kontrollierten das Geschehen und gaben das Heft nur zweimal ansatzweise aus der Hand. FV-Neuzugang Perparim Gashi setzte einen Freistoß neben den von Stefan Zimmerhakl gehüteten Kickers-Kasten (39.), und Dominic Vierheilig versuchte es vergebens aus spitzem Winkel (44.). „Wir schaffen es einfach nicht, unsere Ideen vom Kopf bis in den Fuß zu transportieren“, schimpfte Hochrein über den desolaten Auftritt seiner teils doch arg überforderten Schützlinge.

    
»Fotostrecke starten Fotogalerie
WFV - Kickers, Teil 1
WFV - Kickers, Teil 1
WFV - Kickers, Teil 1
WFV - Kickers, Teil 1
WFV-Kickers II
Würzburg
13.08.2008
    


Nur nach der Pause drohte die Partie in den ersten zehn Minuten zu kippen. Gäste-Keeper Zimmerhakl wollte einen von Daniel Drenkard unglücklich geklärten Ball nicht festhalten, den Abpraller netzte Norbert Ferstl zum glücklichen Ausgleich ein (56.). „In diesem Moment dachte ich, es könnte noch etwas werden“, hatte Hochrein auf Besserung gehofft, aber die Rechnung ohne seine Kicker gemacht. Als die Partie für vier Minuten vom starken Referee Markus Pflaum unterbrochen worden war, weil aus dem Block der Gäste Becher aufs Feld geflogen waren und bengalische Feuer entzündet wurden, hatte der WFV nichts mehr hinzuzusetzen. Die Kickers demonstrierten weiterhin ihre glasklare Überlegenheit und kamen durch den agilen Tobias Riedner nach 77 Minuten zum verdienten Siegtreffer. Wieder war es ein Doppelpass, der die WFV-Abwehr matt setzte. Riedner, Kirchner, Riedner – 2:1. Fußball kann bisweilen so einfach sein.

Kein Kommentar von Mauder

Nach dem Schlusspfiff eines einseitigen Derbys kochten derweil die Emotionen hoch. Auch auf dem Weg in die Kabine soll es gar zum Handgemenge gekommen sein. Kickers-Coach Rüdiger Mauder jedenfalls erschien nicht zur Pressekonferenz und ließ über den Stadionsprecher ausrichten, ihm habe die Vorberichterstattung dieser Zeitung auf das Derby nicht gefallen. Er blieb fern und Aussagen zum verdienten Erfolg seiner Eleven schuldig. Die Kickers reisten so kurzfristig auch wieder von der Mainaustraße ab, wie sie gekommen waren. Ohne zu duschen, traten sie die Heimreise an.

WFV: Scherbaum – Götzfried, Jäger (82. Luisi), Reitmaier – Ostheimer, Rausch, Ferstl, Wirsching (73. Hochrein) – Vierheilig, Desic (46. Christ), Gashi.
Kickers: Zimmerhakl – Göbel, Schlessmann, Salwiczek, Eichler – Kirchner, Riedner (79. Rösch), Fehrer, Drenkard – Kamholz (89. Zierold), Droszcz (62. Stahl).
Tore: 0:1 Kirchner (22.), 1:1 Ferstl (56.), 1:2 Riedner (77.). Schiedsrichter: Pflaum (Dörfleins). Zuschauer: 3023.

Von unserem Redaktionsmitglied Fabian Frühwirth
    
    

Diesen Artikel

  • Webnews einstellen
  • Teilen
Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
Bewertung: 
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
0 Bewertungen (Sie müssen angemeldet sein um zu bewerten)
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Ȇbersicht Sport

Altmeister

Jerez de la Frontera (dpa)
Schumacher der Schnellste im alten Mercedes

Michael Schumacher hat die Konkurrenz mit dem Vorjahres-Mercedes abgehängt. Der Rekordweltmeister der Formel 1 erzielte auf dem 4,42 Kilometer langen Circuito de Jerez die Tagesbestzeit. »mehr
    
         
 
    

Warschau (dpa)
Polnischer Supercup in Warschaus EM-Stadion ...

Die erste sportliche Begegnung im neuen EM-Stadion von Warschau, dem polnischen Supercup, ist von den Veranstaltern ... »mehr
    
 
    

Berlin (dpa)
Sportausschuss: Gewalt im Fußball richtig ...

Das Problem von Gewalt in und um Fußballstadien ist allen bewusst. »mehr
    
Anzeige
    

Formel-1-Tipp 

F1-Experten gefragt
Geben Sie Ihren Tipp ab: Wer gewinnt die Formel-1? »mehr
    
    

Einwurf 

Kolumne
Unsere Reporter blicken humorvoll-kritisch auf das Sportgeschehen.  »mehr
    
    

Sporttabellen 

Regionale Sporttabellen
Wie hat Ihr Lieblingsverein gespielt? Hier nachschauen. »mehr