publiziert: 14.10.2011 18:47 Uhr
aktualisiert: 14.10.2011 19:04 Uhr
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Warum in Höchberg zu offensiv gedacht wird

TGH-Coach Thomas Karl über Perspektiven, Schwächen und das Ziel, sich für die Bayernliga zu qualifizieren
  • „Die Perspektive, mit dieser gut besetzten Mannschaft zu arbeiten, ist reizvoll“: Höchbergs neuer Trainer Thomas Karl.
    Foto: Fabian Frühwirth
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Der Trainerjob bei Fußball-Landesligist TG Höchberg war zuletzt kein Posten mit allzu langer Halbwertszeit. Seit Jahresbeginn saßen bereits einige Übungsleiter auf der Bank am Waldsportplatz: Martin Stöhr, das Trainerduo Johannes Stumpf/Gerhard Bömmel, Horst Gensler und Interimstrainer Johannes Väth durften sich 2010 schon versuchen. Seit drei Spielen ist nun Thomas Karl Chefcoach im Vorort. Vor der Partie gegen DJK Don Bosco Bamberg (Samstag, 15 Uhr, Waldsportplatz) spricht er über Probleme und Perspektiven bei der TGH.

Frage: Ein Derbysieg gegen die Kickers, eine 0:7-Klatsche in Hollfeld, ein 2:2-Remis bei Spitzenreiter Selbitz. Wie fällt Ihre Bilanz der ersten drei Spiele als neuer Höchberger Cheftrainer aus?

Thomas Karl: Es war ein ziemliches Auf und Ab. Dass wir in Selbitz in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielt haben, war sicher glücklich, aber auch hochverdient. Aus diesem Erlebnis können wir Kraft ziehen. Man hat gesehen: Die Jungs wissen, wie es geht.

Spielt die Mannschaft aber nicht immer noch unter ihren Möglichkeiten? Vor der Saison waren in Höchberg eigentlich alle überzeugt, dass dieses Team das Potenzial besitzt, im vorderen Tabellendrittel zu landen.

Karl: Was die Offensive angeht, würde ich meine Mannschaft von der Qualität her sogar unter den Top-Fünf der Liga einordnen. Das Problem ist aber: Unsere Spielertypen sind sich zu ähnlich.

Inwiefern?

Karl: Wir haben viele Spieler, die vor allem offensiv denken. Da wird das Defensivverhalten manchmal vernachlässigt. Wir müssen dazu kommen, dass die ganze Mannschaft aktiver nach hinten arbeitet. Außerdem muss unser Zweikampfverhalten besser werden. Das ist auch ein Punkt, der mir gleich aufgefallen ist. Daran arbeiten wir. Das alles ändert aber nichts daran, dass der Kader einfach zu dünn besetzt ist. Dass während der Saison manche Spieler urlaubsbedingt und studienbedingt fehlten, ist ja bekannt. Derzeit ist Timo Rappl ein halbes Jahr im Ausland. Wir haben fünf Lehrer in unserer Mannschaft, die die Schulferien für ihren Urlaub nutzen. Das sind alles Dinge, die eine Rolle spielen.

Wird es denn in Zukunft wieder vorkommen, dass Spieler während der Saison in Urlaub fahren. Oder legen Sie als Trainer da Ihr Veto ein?

Karl: Ich denke, dass ich meine Vorstellungen deutlich gemacht habe. Letztlich müssen die Spieler selber wissen, wie sie das im Einzelfall handhaben. Aber klar ist, wenn hier der Schlendrian einreißen sollte, dann bin ich der falsche Mann.

Wundern Sie sich ab und an über die Einstellung der heutigen Spieler-Generation?

Karl: Da hat sich am Stellenwert des Fußballs etwas geändert. Man hat ja Ähnliches zuletzt auch von anderen Klubs hören und lesen können. Die Spieler sehen das heutzutage offenbar etwas lockerer, als man das noch zu meiner aktiven Zeit gesehen hat. Das kann man als Trainer mittragen oder man zieht seine Konsequenzen und hört einfach auf.

Zurück zur derzeitigen Situation bei der TGH: Haben Sie die direkte Qualifikation für die neue zweigleisige Bayernliga eigentlich schon abgeschrieben?

Karl: Nein, noch lange nicht. Der Rückstand beträgt derzeit sieben Punkte. Viel größer sollte er nicht mehr werden. Wir werden versuchen, bis zur Winterpause auf vier oder fünf Punkte an den achten Platz heranzukommen. Dann wollen wir noch einmal angreifen. Und wenn es am Ende nicht zu Platz acht reicht, sollten wir die Qualifikation in der Relegation schaffen. Das muss mit diesem Kader unser Anspruch sein.

Und Sie sind sicher auch nach Höchberg gekommen, um den Sprung in die Bayernliga zu schaffen . . .

Karl: Die Perspektive, mit dieser gut besetzten Mannschaft zu arbeiten, ist sicherlich reizvoll. Wir werden uns im Winter zusammensetzen und uns gemeinsam mit der Vereinsführung Gedanken machen, wie wir die Strukturen im Verein weiter verbessern können.

Das Gespräch führte Frank Kranewitter
    
    

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