aktualisiert: 16.10.2011 21:09 Uhr
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Fußball: Bayernliga
Zwei Trainer, zwei Meinungen
Der Würzburger FV konserviert beim 0:0 in Eltersdorf seine zuletzt aufsteigende Tendenz
Am vergangenen Montagabend hatte Michael Hochrein bei der obligatorischen Übungseinheit seines Kaders an der Mainaustraße gefehlt. Der Coach des Fußball-Bayernligisten Würzburger FV trainierte stattdessen mit 80 Gleichgesinnten des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer höchstselbst. „Schnelles Erfassen von Situationen und die Entwicklung der Handlungsschnelligkeit“ stand auf dem Stundenplan im Sportpark Valznerweiher beim 1. FC Nürnberg. Zum Abschluss der fünfstündigen Fortbildung erzählte Club-Trainer Dieter Hecking von den „Herausforderungen des Berufs als Profi“. Auch Ludwig Preis war dabei und schüttelte dem überraschten Hochrein artig die Hand, der aber wusste so recht nichts anzufangen mit dem sympathischen Herrn. Spätestens seit Samstag aber weiß der Lengfelder, wer ihn da begrüßt hatte: Denn Preis, der den Erlanger Stadtteil-Klub SC Eltersdorf trainiert, fuhr seinem Kollegen nach dem torlosen Remis im Südosten der Uni-Stadt verbal in die Parade: „Ich widerspreche selten, aber heute muss ich das. Wir hätten den Sieg verdient gehabt.“
Sicherlich, Unrecht hatte der seit nunmehr 23 Heimspielen in Serie ungeschlagene Preis nicht, denn nach der Pause war der Aufsteiger das bessere Team, besaß aber auch nur eine Möglichkeit, den sechsten Erfolg an der Langenaustraße (zuletzt fünf Erfolge bei einem Torverhältnis von 25:5) in Serie einzufahren. WFV-Keeper Jan-Peter Grunz aber reagierte im Duell mit Sven Röwe geistesgegenwärtig (46.). Später war es noch zwei-, dreimal brenzlig im Sechzehner der Zellerauer, die aber mit Glück, Geschick und Gegenwehr zum ersten Mal in dieser Saison in der Fremde ohne Gegentreffer blieben. „Wenn man sieht, wer hier alles schon sang- und klanglos untergegangen ist, müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. Letztlich war das Remis ein gerechtes Resultat“, beharrte Hochrein auf seiner Sicht der Dinge. Nun ja: Irgendwo in der Mitte beider Einschätzungen dürfte die Wahrheit denn auch liegen. Denn der WFV hatte stark begonnen, nach 20 Sekunden durch Pascal Rausch und Daniel Drenkard die Riesenchance zur Führung – der Ball aber kullerte am langen Pfosten vorbei. Christian Steinmetz per Kopf (9.) und der abermals agile Dimitrios Babanatsas mit einer akrobatischen Einlage (31.) vergaben aber weitere Möglichkeiten, die anfängliche Überlegenheit in Treffer umzumünzen.
„Würzburg hatte uns da fest im Griff, hat uns mit reichlich Einsatz nicht ins Spiel kommen lassen“, stellte Preis fest, um dann aber zu lamentieren, „dass wir nach der starken Gäste-Phase nicht getroffen haben.“ Einmal jagte Mathias Jauch die Kugel freistehend über die Latte (29.), dann klatschte die Kugel an den FV-Pfosten (32.) und schließlich parierte Keeper Grunz gegen Manfred Krotz (43.). Letztlich reiste der WFV mit der Gewissheit aus Eltersdorf nach Hause, die zuletzt aufsteigende Tendenz zumindest konserviert zu haben. Die vor acht Tagen installierte Taktik, das Hauptaugenmerk auf die Defensive zu legen, scheint sich auszuzahlen: „Klar, ich hätte das auch schon gerne früher gemacht, aber mir fehlten dazu schlicht die Leute. Wir sind auf einem guten Weg, müssen das aber auch jetzt im Heimspiel gegen Ismaning nachlegen“, sagte Hochrein im Hinblick auf die direkte Regionalliga-Qualifikation – zwei Zähler liegt der WFV ein Spiel vor Ende der Hinrunde hinter Rang neun.
Die Statistik zum Spiel
SC Eltersdorf – Würzburger FV 0:0
Eltersdorf: Lang – Kishimoto, Jauch, Janz, Helmreich – Seybold (60. Kessler), Strauß, Krotz, Herzner (82. Gräf) – Röwe, Jonczy.
Würzburg: Grunz – Dees, Asta, Bauer, Ganzinger – Steinmetz, Schömig (66. Fragmeier) – Drenkard, Babanatsas (75. Kamolz), Krautschneider – Rausch.
Schiedsrichter: Huber (Bogen). Zuschauer: 300.
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