s.Oliver Baskets Würzburg

Basketball-Bundesliga, Saison 2011/12
s.Oliver Baskets Würzburg
    
publiziert: 19.02.2012 18:07 Uhr
aktualisiert: 19.02.2012 20:29 Uhr
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Der wirklich besondere Aufsteiger

Die Baskets zeigen gegen Braunschweig erneut die Eigenschaften eines Play-off-Anwärters

Es war angerichtet: Die Halle ausverkauft, tolle Stimmung auf den Rängen, der Spartensender Sport1 mit seinen Kameras vor Ort, als „der besondere Aufsteiger“, so die Kommentatoren in ihrer Live-Übertragung, zur Korbjagd ansetzte. Wer bei diesen Zeilen an den samstäglichen Auftritt der s. Oliver Baskets gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig denkt, der irrt.

  • Nach der Überraschung die Enttäuschung: Hatten die Braunschweiger Korbjäger (vorne Nils Mittmann) unter der Woche noch ALBA Berlin aus dem Pokalwettbewerb bugsiert, erlitten die Niedersachsen am Samstag gegen die s. Oliver Baskets (hinten John Little) eine empfindliche Niederlage.
    Foto: Fabian Frühwirth
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Zwar erfüllt dieser nahezu alle angeführten Attribute – nur standen eben die Live-Kameras mal wieder woanders: Zum bereits neunten Mal in dieser Saison hatten sich die Fernsehmacher aus Ismaning vor den Toren Münchens dafür entschieden, eine Partie des Würzburger Mit-Aufsteigers FC Bayern in die Wohnzimmer der Republik zu übertragen.

Zumindest sportlich eine kaum mehr zu rechtfertigende Entscheidung: Die mit viel Hoeneßschem Gusto und Geld aufgepäppelten Bayern-Basketballer um Ex-Bundestrainer Dirk Bauermann kassierten in Frankfurt beim 49:68 nicht nur ihre höchste, sondern bereits zehnte Auswärtsniederlage im elften Spiel, hinken den eigenen und allgemeinen Erwartungen weit hinterher. Der wirklich besondere Aufsteiger, das verrät nicht nur der Blick auf die Tabelle, ist gut 300 Kilometer nördlich der bayerischen Landeshauptstadt beheimatet – nach dem imposanten 72:54 (32:28)-Erfolg gegen den Vize-Pokalsieger aus Niedersachsen mehr denn je. „Ich bin stolz, einfach nur stolz auf die Mannschaft“, sagte Baskets-Cheftrainer John Patrick.

Tomaszek als starker Boone-Ersatz

Wieder einmal zeigten Würzburgs Erstliga-Korbjäger sehr zur Freude der begeisterten 3140 Zuschauer in der abermals ausverkauften s. Oliver Arena die Eigenschaften eines Play-off-Anwärters, wie auch Center-Hüne Jason Boone freudig registrierte: „Wir haben als Team mit so viel Energie und Willen gespielt, das ist schon fast unglaublich.“ Der US-Amerikaner selbst hatte früh mit Foulproblemen zu kämpfen, kam nicht einmal zehn Minuten zum Einsatz. Doch auch diese vermeintliche Schwächung steckten die Baskets weg. Stets – auch das scheint eine Stärke dieses Teams zu sein – springt einer in die Bresche, dieses Mal war es Robert Tomaszek. „Robert und ich liefern uns im Training wahre Schlachten, daher freue ich mich für ihn“, lobte Boone ganz selbstlos seinen Mitspieler, der die Komplimente leicht ermattet entgegennahm. „Das Spiel war sehr anstrengend, ich bin ganz schön müde,“ sagte der 30-Jährige – und genehmigte sich im VIP-Raum einen doppelten Espresso zur Portion Nudeln, Salat und Lachs in der Salzkruste.

    
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Neben Tomaszek war es vor allem der ebenfalls von der Bank kommende Chris Kramer, der in einem über weite Strecken ausgeglichenen und gutklassigen Spiel in der Schlussphase das Ergebnis in die Höhe schraubte. Mit zwölf Punkten im Schlussabschnitt sorgte der US-Spielmacher maßgeblich dafür, dass die Baskets sogar noch den direkten Vergleich mit den Braunschweigern, die im Hinspiel 78:65 gesiegt hatten, für sich entscheiden konnten. Im dichten Mittelfeld der Liga ein Faustpfand für die Baskets im Kampf um die Play-off-Plätze. Veredelt wurde der Baskets-Erfolg durch Patzer der Konkurrenz, nicht nur der Münchner: Oldenburg verlor überraschend in Tübingen, auch Bremerhaven zog in Ulm den Kürzeren. „Wir haben ein klares Ziel“, so Patrick mit Blick auf die zusehends realistischer werdenden Play-off-Ambitionen.

Ricky Harris verlässt die Halle

Angesichts der überzeugenden Vorstellung geriet die erneute Nicht-Berücksichtigung von Baskets-Top-Scorer Ricky Harris zugunsten von Neuzugang Jermaine Bucknor, der selbst jedoch keine Sekunde zum Einsatz kam, zur Randnotiz. Die Personalie birgt aber Zündstoff für die kommenden Wochen. Bereits am Freitag habe er Harris die Entscheidung mitgeteilt, sagte Patrick, dennoch verließ dieser am Samstag emotional sichtbar angegriffen und in Begleitung eines Baskets-Betreuers kurz vor Spielbeginn die Halle. „Wir haben acht Amerikaner im Team, und alle werden wir die kommenden drei Monate noch brauchen“, sagte Patrick, machte aber zugleich auf der Pressekonferenz die Gründe für seine Entscheidung deutlich: „Ricky ist ein sehr talentierter Offensiv-Spieler, aber man hat gesehen, die Mannschaft hat sehr, sehr gut verteidigt.“

Von unserem Mitarbeiter Stefan Mantel
    
    

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Die neuesten Kommentare

henningbrembs (7 Kommentare) am 21.02.2012 20:54

TV Übertragung

Interessiert sich einer für Würzburg? Das ist der berühmte Sack Reis der in China umfällt.
(0)
neutor (20 Kommentare) am 20.02.2012 22:49

Sport 1

Super Baskets, dem gesamten Team Gratulation, aber was sich SPORT1 erlaubt ist eine
Frechheit. Aber wer erfolgreich Bratwürste verkauft, kann auch einen Sportsender "schmieren". Am 18.03.2012 ziehen wir den Bayern die Hosen aus, hoffentlich hat der
Ulli noch Kohle in der Schatulle für Sportd1. Jede Fernsehübertragung ist eine Demontage der Nationalspieler.
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