s.Oliver Baskets Würzburg

Basketball-Bundesliga, Saison 2012/13
s.Oliver Baskets Würzburg
    
publiziert: 01.04.2012 18:32 Uhr
aktualisiert: 01.04.2012 20:38 Uhr
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Zu hungrig, um zu verlieren

Die Baskets lassen sich auch von einem 13-Punkte-Rückstand nicht unterkriegen
  • Ein Kampf auf Biegen und Brechen: Baskets-Flügelspieler Alex King (rechts) versucht sich hier vergeblich gegen Bremerhavens Jason Cain durchzusetzen. Am Ende behielt sein Team aber trotzdem in einer Aufholjagd noch mit 71:69 nach Verlängerung die Oberhand.
    Foto: Fabian Frühwirth
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Wer den zwei Cheftrainern in der Pressekonferenz lauschte, konnte glauben, gerade dem Rückblick auf ein gewöhnliches Basketball-Spiel beizuwohnen. Ruhig, sachlich und mit beidseitigen Respektsbekundungen fielen die Spielanalysen von Bremerhavens Doug Spradley und Würzburgs John Patrick aus. Zwei, drei Nachfragen der Journalisten, ein höflicher Small-Talk der beiden US-Amerikaner nach dem offiziellen Teil, das war's. Business as usual, könnte man meinen, Tagesgeschäft wie immer. Für den einzigen Aufreger im kargen Nebenraum der s. Oliver Arena sorgte die Technik, als plötzlich die Moderation aus der Halle durch die sonst ausgeschalteten Presseraum-Boxen zu hören war.

    
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Vielleicht war das Duo aber auch zu erschöpft, das gerade Erlebte nun noch in große Worte zu kleiden. Denn die 45 effektiven Spielminuten, verteilt auf über zweieinhalb Stunden, standen in ihrer Dramaturgie im krassen Gegensatz zu den Nach-Spielschluss-Erklärungen der Verantwortlichen. Selten in dieser Saison wurden die 3140 Zuschauer in der abermals ausverkauften Halle durch ein derartiges Wechselbad der Gefühle geschickt, kochten die Emotionen auch dank dreier ziemlich überforderter Schiedsrichter auf den Rängen so hoch wie am Samstagabend.

John Patrick: „Wir hatten Glück“

Es passte zu diesem Spiel, dass die s. Oliver Baskets erstmals in ihrer noch jungen Erstliga-Historie in die Verlängerung mussten. Und es passte zum fast unheimlichen Lauf der Würzburger Erstliga-Korbjäger in dieser Saison, dass sie auch hier die Oberhand behielten. 71:69 (61:61, 31:33) hieß es am Ende für die Hausherren, denen damit gleich in ihrer Premieren-Saison die Play-off-Teilnahme kaum mehr zu nehmen ist. „Gute Mannschaften brauchen manchmal auch Glück, um erfolgreich zu sein. Wir hatten es heute“, gestand Patrick.

    
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Fast acht Minuten waren im dritten Viertel gespielt, da schien sich die Waage zu Gunsten der Norddeutschen zu neigen. Während die Baskets nach der 14-tägigen Spielpause vor allem offensiv ohne Rhythmus waren und selbst offene Würfe reihenweise vergaben, zogen die Gäste in ihrer besten Phase auf 48:35 davon. „Wir waren lange Zeit zu passiv in unseren Aktionen und haben den Ball viel zu wenig bewegt, gerade gegen die Zonenverteidigung. Wir leben von unserer Aggressivität und müssen dabei auch Fehler akzeptieren“, bemängelte Patrick, der sich jedoch abermals auf den schier unstillbaren Erfolgshunger seines spielenden Personals verlassen konnte – und die Unterstützung der Baskets-Anhänger. „Wir liegen mit 13 Punkten hinten, und die Fans stehen wie eine Wand hinter uns und puschen uns. Das ist einzigartig“, bedankte sich Chris Kramer, dessen Leistungsexplosion in der Schlussphase stellvertretend für die seines Team stand. Hatte der US-Amerikaner bis zu diesem Zeitpunkt keinen Korb erzielt, nahm er nun das Heft des Handels in die Hand und war am Ende mit zwölf Punkten bester Werfer seines Teams.

Jacobsons Dreier als Sieggarant

Mitte des Schlussabschnitts glichen die unermüdlichen Baskets wieder aus, gingen sogar in Führung, ehe der überragende Gäste-Center Chris McNaughton zehn Sekunden vor Ende sein Team in die Verlängerung rettete. Dort war es der bis dato glücklos agierende Baskets-Kapitän Ben Jacobson, der mit einem Dreier zum 66:64 mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr die Weichen auf Sieg stellte, der durch sieben verworfene Freiwürfe in der Schlussminute bis zur Sirene am seidenen Faden hing. „Ich habe in meiner Karriere so viele wichtige Dreier getroffen oder verworfen, da ändert sich nichts mehr an meiner Vertrauen in meinen Wurf. Wir wollten einfach unbedingt diesen Sieg“, sagte Jacobson.

Baskets TV ist ausverkauft

Nichts geht mehr: Sämtliche Tickets für die Live-Aufzeichnung der neuesten Ausgabe von s. Oliver Baskets TV an diesem Dienstag sind verkauft. Zu Gast werden acht Tage vor dem fränkischen Derby der Basketball-Bundesliga die beiden Macher aus Würzburg und Bamberg sein: Wolfgang Heyder, Manager des deutschen Meisters aus Oberfranken, und Jochen Bähr, Geschäftsführer des unterfränkischen Erstliga-Emporkömmlings, stehen Moderator Fabian Frühwirth ab 20.30 Uhr im Künstlerkeller des Würzburger Wirtshauses Bronnbach Rede und Antwort.

Von unserem Mitarbeiter Stefan Mantel
    
    

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